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Mercedes-Rückruf: SAM (Steuergerät) Feuchtigkeitseinbruch kann Kurzschluss verursachen

AUTO ZEITUNG 23.09.2022
Inhalt
  1. Mercedes-Rückruf im August 2022: Feuchtigkeit im Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM)
  2. Weitere Rückrufe 2022
  3. Mercedes-Rückrufe 2021: Massenrückruf wegen fehlerhaften Umschaltventils & Ölverlust bei X-Klasse
  4. Mercedes-Rückrufe 2020: Airbags, Abschalteinrichtung & ESP

Erneuter großvolumiger Mercedes-Rückruf im September 2022 betrifft die Mercedes C-Klasse. Welches defekte Teil für eine erhöhte Brandgefahr sorgt, nennt die AUTO ZEITUNG ebenso wie weitere Rückrufe der Marke (Stand: 22.09.2022)!

 

Mercedes-Rückruf im August 2022: Feuchtigkeit im Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM)

Mercedes-Benz ruft im September 2022 weltweit etwas mehr als 100.000 Limousinen der Mercedes C-Klasse zurück. Vom Rückruf seien vermutlich 10.254 Fahrzeuge in Deutschland betroffen, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in seiner Datenbank mit. Es gehe um Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum von Oktober 2020 bis Juni 2022, teilte ein Sprecher des Unternehmens auf dpa-Anfrage mit. Der Autobauer habe festgestellt, dass Feuchtigkeit in das Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) eindringen könnte, sofern Wasser in den Kofferraum gelangen sollte. Durch einen möglichen Kurzschluss könnten verschiedene Fehlfunktionen auftreten. "Unter anderem könnte die Außenbeleuchtung am Fahrzeugheck ausfallen, die Fondsitzlehnen könnten unmotiviert entriegeln sowie die Rückfahrkamera nicht zur Verfügung stehen", teilte der Sprecher mit. Laut KBA könne auch Brandgefahr nicht ausgeschlossen werden. Als vorsorgliche Maßnahme werde bei den betroffenen Fahrzeugen eine Abdeckung über dem SAM nachgerüstet, um das mögliche Eindringen von Wasser zu verhindern, so der Sprecher. Der nötige Werkstattaufenthalt dauere etwa eine Stunde. Mercedes-Benz werde Betroffene schriftlich über den Rückruf benachrichtigen, diese sollten umgehend einen Termin in der Werkstatt vereinbaren. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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So verhält man sich bei einem Rückruf (Video):

 
 

Weitere Rückrufe 2022

  • Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) listet zwei Mercedes-Rückrufe vom 09. August 2022 auf, die beide den Getriebeleitungssatz betreffen. Der Rückruf mit der KBA-Referenznummer 011970 betrifft die E-Klasse und den GLC aus den Baujahren 2019 bis 2021. Das sind laut KBA weltweit  57.211 Fahrzeuge, von denen 19.788 vermutlich deutsche Zulassung haben. Bei den betroffenen Fahrzeugen kann ein fehlerhaft verlegter Getriebeleitungssatz an der vorderen Antriebswelle scheuern, dadurch beschädigt werden und somit zum Verlust des Vortriebs führen. Unter der KBA-Referenznummer 012026 ist zudem der Rückruf für die Baureihen E-Klasse, CLS und AMG-Versionen aufgeführt. Betroffen sind laut KBA 92.062 Fahrzeuge aus den Baujahren 2015 bis 2022, davon 113.354 vermutlich in Deutschland. Auch hier gibt das KBA an, dass der Getriebeleitungssatz nicht ordnungsgemäß verlegt wurde. Die Gefahr liegt hier bei einer fehlerhaften Steckverbindung, wodurch Wasser eindringen und es infolgedessen zu einem Brand kommen kann. Bei beiden Mercedes-Rückrufen ist ein Werkstattaufenthalt vorgesehen. Dort wird der Getriebeleitungssatz überprüft, gegebenenfalls getauscht oder die Steckverbindung nachgearbeitet sowie der Verlauf des Getriebeleitungssatzes mit einem zusätzlichen Halter optimiert, informiert das KBA.

  • Mercedes ruft dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge wegen möglicher Bremsprobleme weltweit fast eine Million ältere Fahrzeuge zurück. Betroffen sind vom Mercedes-Rückruf im Juni 2022 demnach ML, GL und R-Klasse der Baujahre 2004 bis 2015. Auf Deutschland entfallen vermutlich annähernd 70.000 Autos. Korrosion am Bremskraftverstärker könne schlimmstenfalls dazu führen, dass die Verbindung zwischen Bremspedal und Bremssystem unterbrochen werde. "In der Folge kommt es zum Ausfall der Betriebsbremse", berichtete das Kraftfahrt-Bundesamt. Die Korrosion könnte unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass der Bremskraftverstärker undicht sei, es werde eine verminderte Bremskraftverstärkung ausgelöst. "In der Folge würden sich die für eine Verzögerung des Fahrzeugs erforderlichen Betätigungskräfte des Bremspedals erhöhen sowie sich der Bremsweg gegebenenfalls verlängern. Dies könnte mit wahrnehmbaren Zisch- beziehungsweise Strömungsgeräuschen bei der Betätigung der Bremse einhergehen." Mercedes bestätigte die Angaben des Amtes, wonach es im Extremfall nicht mehr möglich sein könnte, das Fahrzeug über die Betriebsbremse zu bremsen. "Dadurch würde sich die Unfall- beziehungsweise Verletzungsgefahr erhöhen", teilte ein Sprecher mit. Mercedes-Benz werde umgehend mit dem Überprüfen der Autos beginnen. "Bis zur Prüfung bitten wir darum, das Fahrzeug nicht mehr zu nutzen." Der Hersteller werde notfalls Lösungen anbieten.

  • Im April 2022 ruft Mercedes Modelle der Baureihen C-Klasse, S-Klasse und EQS wegen Software-Problemen zurück. Betroffen sind etwa 62.800 zwischen 2020 und 2022 gebaute Fahrzeuge, davon knapp 4200 in Deutschland. Bei diesen Autos können die Rückleuchten sowie die hinteren Blinker und Warnleuchten ausfallen, was dann auch dem:der Fahrer:in als Warnmeldung angezeigt wird (KBA-Referenznummer: 011731, Hersteller-Code: 5496208). Bei Modellen der C-Klasse aus den Baujahren 2020 und 2021 kann außerdem das Bedienelement am Dach fehlerhaft sein, womit auch der manuelle Notruf gestört wäre. Von letzterem Rückruf sind zwar weltweit weniger als 600 Autos betroffen, davon aber allein 478 in Deutschland.

  • Ein Mercedes-Rückruf im März 2022, der beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unter der Referenznummer 011648 gelistet ist, betrifft weltweit 7996 und deutschlandweit 2511 Fahrzeuge des Transporter-Modells Sprinter mit Elektroantrieb. Bei eSprinter der Baujahre 2019 bis 2021 kann ein Fehler im Batteriemanagementsystem zum Antriebsverlust und so zu erhöhter Unfallgefahr führen. Auch der e-Vito soll betroffen sein. Wie viele Exemplare ist allerdings noch nicht bekannt. Ein Software-Update, das in der Werkstatt weniger als eine Stunde in Anspruch nimmt, soll das Problem beheben. Der Hersteller-Code des Rückrufs lautet V3EBA47OFF.

  • Ein weiterer Rückruf bei Mercedes im Februar 2022 betrifft den Sprinter (Baureihe 907) mit Automatikgetriebe aus den Baujahren 2018 bis 2020. Ein Defekt an der Parksperre des Getriebes kann zur Folge haben, dass der Transporter auch in Fahrstufe "P" wegrollen kann. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldet, dass eine Aktualisierung des ESP-Steuergeräts den Fehler beheben soll. Betroffen vom Rückruf mit der KBA-Referenznummer 011464 und dem Hersteller-Code VS3PA27ERI sind deutschlandweit 12.535 Fahrzeuge, weltweit müssen 96.322 Sprinter in die Werkstatt.

  • Der Rückruf aufgrund eines möglicherweise nicht ausreichenden Korrosionsschutzes am Integralträger der Vorderachse soll im Februar 2022 starten und betrifft Mercedes A-Klasse und GLB. Laut KBA wird in der Werkstatt der Integralträger überprüft und gegebenenfalls ersetzt. Setzt Rost an, könnte das Fahrzeug Beeinträchtigungen bei der Lenkbarkeit aufweisen, so ein Sprecher gegenüber kfz-rueckrufe.de. Betroffen sind weltweit 70.534 Fahrzeuge aus den Baujahren 2019 bis 2020.

  • Im Januar 2022 ruft Mercedes den Citan aus den Baujahren 2012 bis 2015 zurück. Bei den weltweit 210 betroffenen Modellen ist ein nicht für das Fahrzeug vorgesehene ESP-Software an Bord. Das kann die Funktion des elektronischen Stabilitätsprogramms beeinträchtigen.

  • Waren zuletzt über 800.000 Fahrzeuge wegen eines fehlerhaften Umschaltventils im Fokus, ruft der Autobauer ebenfalls im Januar 2022 rund 1800 Fahrzeuge (664 in Deutschland) wegen eines fehlerhaften Ladekabels in die Werkstatt. Es besteht das Risiko eines elektrischen Schlags oder Fahrzeugbrands. Betroffen vom Rückruf mit der KBA-Referenznummer 011375 sind die Baureihen C-Klasse, GLC, S-Klasse und EQS von 2020 und 2021. Bei der Aktion wird das Ladekabel geprüft und wenn nötig ersetzt. Bei Fragen können sich Kund:innen an die Hotline +49 (0) 6986798274 wenden.

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Mercedes-Rückrufe 2021: Massenrückruf wegen fehlerhaften Umschaltventils & Ölverlust bei X-Klasse

  • Der Mercedes-Rückruf im November 2021 betrifft laut der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes 848.517 Fahrzeuge mit den Baujahren 2017 bis 2021. Der Mangel: "Aufgrund eines fehlerhaften Umschaltventils der Abgasrückführung kann es zu erhöhter Brandgefahr kommen." Dem KBA liegen keine Informationen vor, dass sich in dieser Angelegenheit bereits Vorfälle mit Sach- und/oder Personenschäden ereignet hätten. Allein in Deutschland sind von dem Mercedes-Rückruf (KBA-Nummer: 011352; Mercedes-Benz Hersteller-Code: 2090008) 239.832 Fahrzeuge betroffen. In der Werkstatt wird das Ventil getauscht und ein Software-Update aufgespielt. Folgende Baureihen sind von dem Rückruf betroffen: C-Klasse, CLS, E-Klasse, G-Klasse, GLC, GLE, GLS und S-Klasse.

  • In einem weiteren Rückruf im November 2021 sind weltweit 14.881 Pick-ups der Mercedes X-Klasse betroffen, die zwischen August 2017 und Mai 2020 mit der Motorversion OM 642 (X 350 d) produziert wurden. In Deutschland sind 3670 Exemplare der Mercedes X-Klasse von dem Problem betroffen. Konkret geht es um die Rücklaufleitung des Ölkühlers, die am Vorderachsquerträger scheuern könnte, was im schlimmsten Falle einen Ölverlust nach sich zieht. Beim nötigen Werkstattbesuch wird die Rücklaufleitung auf Dichtigkeit geprüft und wenn notwendig ausgetauscht. Um Kontakt mit dem Querträger zu vermeiden, wird eine neue Halterung montiert. Die Aktion, die unter der KBA-Referenznummer 011302 und dem Hersteller-Code VS4RULALE läuft, soll in der Werkstatt bis zu zwei Stunden in Anspruch nehmen.

  • Die 50-prozentige Mercedes-Tochter Smart ist im Oktober 2021 von einem Rückruf betroffen. Im Detail geht es um gleich zwei Probleme am Kleinstwagen Fortwo des Baujahrs 2020 – im schlimmsten Fall könnte das Dach abfallen. Ursache hierfür seien fehlerhafte Verklebungen, die unter der Kennziffer 010969 und dem Hersteller-Code 6590005 in der Werkstatt behoben werden. Beschriebenes Risiko besteht allerdings nur für weltweit 20 Modelle, von denen sich acht in Deutschland befinden. Zu Vorfällen sei es laut Smart bislang nicht gekommen. Dasselbe gilt auch für den zweiten Rückruf, der ebenfalls wegen defekter Verklebungen – an der Frontscheibe – auftritt: Hier könnte in einer Crash-Situation das Auslösen des Beifahrerairbags beeinträchtigt werden. Dieser Rückruf trägt die KBA-Kennziffer 010963 und den Hersteller-Code 6790003. Weltweit dürfen sich 173 Halter:innen hierzu auf Post "freuen", 123 davon in Deutschland.

  • Ein weiterer Mercedes-Rückruf im Oktober 2021 betrifft Modelle der Mercedes C-Klasse sowie S-Klasse. Bei weltweit 2779 Fahrzeugen des Baujahrs 2021 kann eine fehlerhafte Düse zum Ausfall der Kraftstoffpumpe führen. In Deutschland sollen insgesamt 370 C- und S-Klassen von dem Rückruf betroffen sein. Die Referenznummer beim KBA lautet 011173, beim Hersteller ist die Aktion unter dem Code 4790015 gelistet. Beim fälligen Werkstattbesuch prüft Mercedes das Kraftstoffsystem und ersetzt – wenn nötig – den Kraftstofftank und die Saugstrahlpumpe.

  • Gleich zwei Mercedes-Rückrufe im August 2021 betreffen die Mercedes S-Klasse: Während die neueste Generation W223 über einen undichten Kraftstofftank verfügen kann, soll ihr Vorgänger aus den Baujahren 2019 und 2020 wegen eines Defekts an der mittleren Fond-Kopfstütze in die Werkstatt. Ersterer Defekt betrifft weltweit 79 Fahrzeuge, davon sechs in Deutschland. Wer die Post aus Stuttgart ignoriert, dem:der könnte womöglich Kraftstoff auf die Fahrbahn austreten. Ein Austausch des Behälters soll es laut des Rückrufs unter der KBA-Nummer 011037 und dem Mercedes-Code 4790014 richten. Weil die Einrastfunktion der mittleren Kopfstütze womöglich defekt ist, müssen 362 Fahrzeuge überprüft werden, von denen fahren 311 auf hiesigen Straßen. Um den Insassenschutz nicht zu gefährden, soll auch hier das betreffende Bauteil ausgetauscht werden. Die KBA-Referenznummer lautet 011034, der Mercedes-Code 9293001.

  • Im April 2021 gibt es zwei Mercedes-Rückrufe für verschiedene Baureihen. Bei weltweit 16.873 Fahrzeugen der Baureihen Mercedes CLA, GLA, A-Klasse, C-Klasse, S-Klasse, GLC und GLE (Baujahre 2012 bis 2020) kann es zur ungewollten Lösung einer verklebten Blende des Panoramadachs kommen, die dann in den Verkehrsraum gelangen kann. In Deutschland sollen rund 265 Fahrzeuge vom Rückruf (KBA-Referenznummer: 010683) betroffen sein. Eine neue Blende soll das Problem beheben. Ein weiterer Rückruf (KBA-Referenznummer: 010715) betrifft weltweit 1635 Fahrzeuge der Baureihen E-Klasse und AMG GT der Baujahre 2017 bis 2020, bei denen es wegen einer fehlerhaften Verschraubung der Plusleitung am Starter zu einem Kurzschluss und in der Folge zu einem Brand kommen kann. In Deutschland sind voraussichtlich 338 Mercedes betroffen. Bei den vom Rückruf betroffenen Fahrzeugen wird die Verschraubung und Lage der Plusleitung am Starter überprüft und wenn notwendig überarbeitet. Ob beide Mercedes-Rückrufe vom KBA überwacht werden müssen, wird noch geprüft.

  • Wegen einer nicht der Spezifikation entsprechenden Verklebung des Glasschiebehebedachs ruft Mercedes im März 2021 weltweit 6445 Autos zurück. Betroffen vom Rückruf sind C-Klasse, CLK, E-Klasse und CLS, die zwischen Dezember 2005 und September 2006 produziert wurden und mit einem entsprechenden Schiebedach ausgestattet sind. Aufgrund der fehlerhaften Verklebung könnte sich das Glasdach im Laufe der Zeit vollständig ablösen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) stammen von den 6445 weltweit betroffenen Autos wohl 1872 aus Deutschland. Fahrer:innen mit betroffenen Autos sollen das Glasschiebehebedach in einer Vertragswerkstatt überprüfen und gegebenenfalls austauschen lassen.

  • Wegen eines möglichen Fehlers an einem Brandschutzsystem ruft Mercedes im März 2021 weltweit mehr als 264.000 Autos zurück. Konkret geht es um eine eventuell fehlerhafte Verbindung von Gasleitungen im sogenannten Inertisierungssystem, wie ein Sprecher bestätigte. Das dient dazu, bei einem Unfall Argon-Gas zu verteilen, damit das R1234yf-Kältemittel der Klimaanlage bei Kontakt mit heißen Motorteilen nicht in Brand gerät. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind weltweit 264.393 C-Klasse- und GLC-Fahrzeuge der Baujahre 2016 bis 2020 betroffen, 120.766 davon in Deutschland. Die Autos sollen nun in der Werkstatt überprüft und mögliche Fehler an den Gasleitungen ausgebessert werden. Daimler hatte sich lange geweigert, R1234yf zu verwenden, nachdem die Verwendung eines anderen Kältemittels verboten worden war. Aus Sicht des Autobauers bestand die Gefahr, dass im Falle einer Entzündung etwa bei einem Unfall giftige Gase entstehen. Deshalb war das Inertisierungssystem entwickelt worden. Bei aktuellen Fahrzeugen ist es nach Angaben des Unternehmenssprechers aufgrund einer völlig anderen Architektur nicht mehr notwendig.

  • Wegen nicht passender Spurstangen an der Lenkung der neuen Mercedes S-Klasse (W223) ruft ​Mercedes im Januar 2021 etwa 1400 Fahrzeuge weltweit zurück. Das mögliche Sicherheitsrisiko entsteht dadurch, dass die eventuell nicht passenden inneren Spurstangen die Verschraubung überlasten und sich somit auf Dauer lösen könnten. Die betroffenen Fahrzeuge befinden sich bereits in Kundenhand und sollen nun auf das Spurstangen-Problem untersucht sowie gegebenenfalls nachgebessert werden.

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Mercedes-Rückrufe 2020: Airbags, Abschalteinrichtung & ESP

  • Der Mercedes-Rückruf wegen potenziell gefährlicher Takata-Airbags hat im November 2020 15.535 deutsche Fahrzeuge der SLK-Baureihe der Baujahre 2005 bis 2008 erreicht. Unter den Aktionscodes "9196001" und "9196004" ist die Rückrufaktion in der KBA-Datenbank vermerkt. Weitere Aktionen zum Airbagtausch gibt es für Fahrzeuge der A-, C- und GLK-Klasse. So sind 132.832 Fahrzeuge der A-Klasse (Baujahre 2004 - 2012; Aktionscodes: 916001, 916004), 83.477 Fahrzeuge der C-Klasse (2011 - 2014; Aktionscodes: 9196002, 9196005) und 49.296 Exemplare des GLK (2011 - 2015; Aktionscodes: 9196002, 9196005) in Deutschland vom Mercedes-Rückruf betroffen. Weitere Baureihen sollen folgen.

  • Mercedes muss im August 2020 einen Rückruf für sein Flaggschiff herausgeben: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat in der S-Klasse eine unzulässige Abschalteinrichtung entdeckt und in diesem Zuge einen überwachten Rückruf angeordnet. Dieser wurde von Mercedes bereits 2018 kommuniziert, wie der Hersteller mitteilt. Betroffen sind die Modelle S 350 Blue TEC, S 350 d, S 350 BlueTEC 4Matic und S 350 d 4Matic. In diesen Fahrzeugen kommt der Motor mit der Kennung OM642 zum Einsatz, der nicht zum ersten Mal von einem Rückruf betroffen ist. Der 3,0-Liter-Dieselmotor kommt in verschiedenen Modellreihen zum Einsatz – etwa in E- und G-Klasse, CLS, ML, GLE GL und GLS – und war hier bereits als nicht gesetzeskonform angesehen worden. Die betroffenen Fahrzeugbesitzer werden darum gebeten, den Fahrzeughersteller oder eine Vertragswerkstatt zu kontaktieren. Beim Mercedes-Rückruf wird das Motorsteuergerät mittels Softwareupdate aktualtisiert. Weltweit sollen 6172 Modelle von dem Rückruf betroffen sein, gut 1200 davon sind wohl in Deutschland registriert, wie aus Daten des KBA hervorgeht.

  • Weltweit gut 135.000 Fahrzeuge der A-Klasse hat Mercedes  im Juli 2020 wegen eines möglichen Problems an der Klimaanlage zurückgerufen. Knapp 26.800 betroffene Autos aus dem Produktionszeitraum vom September 2017 bis Februar 2019  sind in Deutschland registriert, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Wie Daimler mitteilte, könnte der Kondenswasser-Ablaufschlauch nicht korrekt montiert sein und dadurch Wasser aus der Klimaanlage in den Innenraum gelangen. Ein weiterer Rückruf betrifft knapp 20.000 Fahrzeuge der C-Klasse, des GLC und des AMG GT aus dem Produktionsraum April 2018 bis November 2019, davon gut 3900 in Deutschland. In diesem Fall ist ein mögliches Problem mit der Software des ESP-Steuergeräts der Grund. In beiden Fällen soll laut Daimler ein etwa 30-minütiger Werkstattbesuch zur Behebung der jeweiligen Ursache ausreichen.

  • Mercedes muss im Juni 2020 rund 170.000 Fahrzeuge verschiedener Baureihen zurückrufen. In Deutschland sind rund 60.000 Diesel-Pkw der Baureihen  A-, B-, C-, E- und S-Klasse mit der Abgasnorm Euro 5 vom Mercedes-Rückruf betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat den im Juni 2019 erlassenen Rückrufbescheid, der zunächst nur das SUV GLK betraf, entsprechend erweitert. Die vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge wurden bis Mitte 2014 produziert. Daimler möchte mit den Behörden kooperieren, will aber auch gegen den Ergänzungsbescheid aus dem Juni 2020 Widerspruch einlegen. Während das KBA die eingesetzte Technik als illegale Abschalteinrichtung einstuft, hält Mercedes sie für zulässig. Besitzer vom Rückruf betroffener Fahrzeuge werden von Mercedes angeschrieben.

  • Mercedes ruft im Februar 2020 weltweit fast 300.000 Autos wegen Brandgefahr zurück, gut 105.000 Fahrzeuge sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Deutschland von Rückruf betroffen. Es betrifft demnach bestimmte E-Klasse- sowie CLS-Modelle, allesamt mit Dieselmotor aus den Baujahren 2015 bis 2019. Ein Daimler-Sprecher bestätigte den Rückruf und erklärte, dass im Falle eines Feuchtigkeitseintritts durch elektrochemische Vorgänge leitfähige Verbindungen zwischen einzelnen Leitungen in der Stromschiene im Motorraum entstehen könnten. Während eines etwa einstündigen Werkstattaufenthalts werde bei den betroffenen Modellen daher vorsorglich die Stromschiene modifiziert und eine separate elektrische Leitung verlegt.

  • Mercedes ruft im Januar 2020 C- und E-Klasse sowie CLK und CLS zurück, da eine nicht der Spezifikation entsprechende Verklebung zum Ablösen des Schiebehebedachs führen könnte. Konkret sind Modelle aus den Baujahren Januar bis August 2006 vom Rückruf betroffen, der Defekt könnte darüber hinaus bei Baureihen aus dem Zeitraum 2000 bis 2010 auftreten, wenn das Schiebedach repariert wurde. Die Halter der betroffenen Fahrzeuge werden über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) informiert. Während eines rund zweistündigen Werkstattaufenthalts wird die Verklebung dann überprüft und das Schiebehebedach gegebenenfalls ausgetauscht. Der Rückruf war bereits aus den USA bekannt, wo über 740.000 Mercedes-Modelle betroffen sind. Eine konkrete Anzahl der in Deutschland zurückgerufenen Fahrzeuge ist bislang nicht bekannt.

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