Alle Tests zum Mazda CX-5

Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD: 100.000 km-Test Abschlussbericht zum Dauertester-CX-5

von Klaus Uckrow 05.01.2021
Inhalt
  1. Test über 100.000 Kilometer im Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD
  2. Dauertest: Mazda CX-5 mit drehfreudigem Biturbodiesel
  3. Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD mit einigen störenden Kleinigkeiten
  4. Auch nach 100.000 Kilometern wirkt der Mazda CX-5 noch solide
  5. Technische Daten des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD
  6. Störungen und Wartungen im Test über 100.000 km (Tabelle)
  7. Kosten und Reifen des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD im Test über 100.000 km

Knapp zwei Jahre lang bereicherte der Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD den Dauertest-Fuhrpark der AUTO ZEITUNG – und fand in dieser Zeit viele Freunde. Nach dem Test über knapp über 100.000 Kilometer ist es nun an der Zeit für das Fazit.

Ein Diesel muss her! Das galt auch, als wir im Herbst 2018 einen Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD für unseren Dauertest-Fuhrpark orderten. Schließlich werden beim Test über 100.000 Kilometer in kurzer Zeit abgespult, und nur wenige Fahrer halten auf der Autobahn die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ein. Bei der Konfiguration entschieden wir uns für den 2,2 Liter großen Biturbodiesel mit 184 PS in der attraktiven Sports-Line Ausstattung mit allen wichtigen Extras, einschließlich Navigationssystem. Bei den Optionen kreuzten wir noch das Technikpaket mit adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage, Pre Crash Safety-System mit aktivem Bremseingriff und Head-up-Display für 990 Euro sowie die Lederausstattung in Schwarz samt elektrischer Sitzeinstellung und Sitzheizung im Fond für 1900 Euro an. Inklusive Apple CarPlay und Android Auto kamen wir für den Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD auf einen Listenpreis von 43.480 Euro. Darin enthalten waren natürlich schon die 900 Euro für die Sonderlackierung in Magmarot Metallic, die nicht nur unseren Fotografen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Mehr zum Thema: Der Skoda Kodiaq 2.0 TDI 4x4 im Dauertest 

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Test über 100.000 Kilometer im Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD

Das moderne Dieseltriebwerk drängte sich beim Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD ohnehin auf, weil es mit Partikelfilter, SCR-Kat und Oxidationskatalysator für eine zeitgemäße Mobilität sorgt und bereits 2018 die Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllte, was Sicherheit vor den damals drohenden Fahrverboten schaffte. Das SCR-Abgasreinigungssystem schöpft bei dem SUV aus einem 15 Liter fassenden AdBlue-Vorrat, was nicht nur lange, sondern dank einer Reichweitenanzeige auch sorgenfreie Fahrten ohne Nachfüll-Stopp ermöglicht. Und so war der Mazda schon kurz nach dem Dauertest-Start am 30. Oktober 2018 nur selten auf dem Redaktionsparkplatz zu sehen, sondern ständig auf Dienstreise. "Ein komfortabler Langstreckenwagen", notierte als Erster der Geschäftsführende Redakteur Martin Urbanke im Begleitbuch. "Selbst bei Tempo 130 gibt es kaum Windgeräusche, und der Motor ist nur im Hintergrund wahrnehmbar." Online-Redakteur Alexander Koch lobte nach seiner ersten Fotofahrt die bequemen Sitze des CX-5. "Auch im Fond hat der Mazda jede Menge Platz." Bild-Redakteur Nils Koshofer notierte: "Anfangs hat man das Gefühl, nicht die richtige Sitzposition zu finden. Aber dann reist man doch sehr komfortabel." Doch nach 10.000 Kilometern trübte die erste und – so viel sei verraten – auch die einzige Störung die Fahrfreude im Japaner. Autor Johannes Riegsinger bekam die Warnanzeige "Motorölstand zu hoch – Werkstatt aufsuchen" zu sehen. Ein erster Check ergab, dass der Ölstand zwar auf Maximum stand, aber keineswegs zu hoch war. Dieses Ergebnis wurde anschließend in der nächsten Mazda-Vertragswerkstatt bestätigt und der Fehler mit dem Aufspielen einer neuen Software behoben. Überhaupt zeigte sich der Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD in Sachen Motoröl im Test über 100.000 Kilometer sehr genügsam: Während der gesamten Testdauer musste nicht einmal außerhalb der rund alle 20.000 Kilometer anfallenden Inspektionen Motoröl nachgefüllt werden. Der AdBlue-Konsum lag mit knapp 60 Litern ebenfalls auf gutem Niveau. Da immer mehr Tankstellen über eine praktische Zapfsäule für die Harnstofflösung verfügen, halten sich Aufwand und Kosten dabei übrigens im Rahmen. Mehr zum Thema: Der BMW 5er Touring im Dauertest

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Dauertest: Mazda CX-5 mit drehfreudigem Biturbodiesel

Das Gleiche galt auch für die Tankrechnungen des Dauertesters: Autor Karsten Rehmann schaffte es zwar, bei der nächtlichen Rückfahrt von einem Termin bei Stuttgart den Verbrauch des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD auf zehn Liter pro 100 Kilometer zu treiben. Seine Notiz: "Tempo 210 auf ebener Strecke, 230 km/h bei Gefälle – nicht schlecht!" Testredakteur Paul Englert monierte dagegen: "Die Reichweite ist mit 650 Kilometern zu gering!" Beim 58-Liter-Tank des Mazda lag der Dieseldurst des Sportfahrers damit bei knapp neun Litern. Doch es ging auch anders: "Auf tempolimitierten Autobahnen in Belgien und Frankreich begnügte sich der CX-5 mit 6,5 Liter Diesel", stellte Testredakteur Elmar Siepen erfreut fest. Insgesamt kam das 4,55 Meter lange SUV auf einen Durchschnittsverbrauch von 7,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern, was einer Tankreichweite von immerhin knapp 800 Kilometer entspricht. Trotz meist vollgasfester Fahrer war der Wert damit gar nicht so weit von der Herstellerangabe des WLTP-Verbrauchs von 6,6 Litern entfernt. Auf der Verbrauchsrunde der AUTO ZEITUNG kam der Mazda sogar auf nur 7,0 Liter. Zur Entschuldigung der Bleifuß-Kollegen muss gesagt werden: Der drehfreudige Biturbodiesel verführte auch dazu, mal etwas schneller zu fahren. "Der Motor hat immer genug Kraft, um den Mazda ordentlich anzuschieben", vermerkte etwa Online-Redakteur Tim Neumann. Der Leitende Redakteur Caspar Winkelmann hielt im Bordbuch für den Test über 100.000 Kilometer fest: "Auch bei hohem Autobahntempo sind Unterhaltungen problemlos möglich." Der hohe Geräuschkomfort sorgte neben den bequemen Sitzen zudem dafür, dass man völlig entspannt auch längere Strecken absolvieren konnte. Das Fahrwerk stieß hingegen nicht überall auf Zustimmung: "Besonders auf der Autobahn stört die straffe Grundabstimmung", kritisierte Testredakteur Elmar Siepen. Onliner Tim Neumann lobte dafür die perfekte Pedalanordnung des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD: "Bei vielen anderen Autos stehen Gas- und Bremspedal zu weit auseinander, im Mazda liegen sie schön dicht beieinander." Nicht ganz so viel Begeisterung löste das Sechsgang-Schaltgetriebe des Testwagens aus. "Die unteren Gänge sind etwas hakelig, dann wird es besser", schrieb unter anderem Markus Bach, Redaktionsleiter Online. Auch Michael Godde, Leitender Redakteur Test, bemängelte das Schaltgetriebe: "Im Stadtverkehr ist Konzentration beim Gangwechsel nötig." Wahrscheinlich wäre die 1800 Euro teure, optionale Sechsstufen-Wandlerautomatik für den Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD die bessere Wahl gewesen.

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Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD mit einigen störenden Kleinigkeiten

Auch sonst fielen den Testfahrern während des Tests über 100.000 Kilometer einige störenden Kleinigkeiten auf. Zum Beispiel öffnete die große, elektrische Heckklappe des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD nicht hoch genug. Auch wegen ihrer ausladenden Form mussten Großgewachsene beim Ein- und Ausladen den Kopf einziehen. "Ab 1,80 Meter Größe gibt’s Beulen," beschwerte sich Martin Urbanke. Er beanstandete zudem die Leistung des serienmäßigen LED-Matrix-Lichtsystems. "Besonders bei Regenwetter ist die Lichtausbeute erstaunlich schwach, selbst mit eingeschaltetem Fernlicht." Dafür gefiel ihm bei einer Wintertour mit starkem Schneefall die gute Traktion des Allradlers – sogar auf einer festgefahrenen Schneedecke. Er bemängelte aber, dass sich der von den Wischern zusammengedrückte Schnee auf der Windschutzscheibe vor der linken A-Säule ansammelte. "Hier fehlt eine Ablaufrinne." Online-Redakteur Alexander Koch lobte hingegen, dass die Seitenschweller von den vorderen Türen bedeckt werden und nicht verschmutzen: "Auch bei Schneematsch bleibt deshalb die Hose beim Aussteigen sauber." Als Zugfahrzeug stellte der Mazda im Dauertest ebenfalls seine Qualitäten unter Beweis. "Selbst mit maximaler Anhängelast von 2,1 Tonnen und entlasteter Vorderachse ist der Geradeauslauf tadellos", so die Bilanz von Martin Urbanke. "Schon ab 1600 Touren zieht der Diesel den Zug wacker voran." Ähnliches Lob gab es auch für die in der Sports-Line-Ausstattung serienmäßige Soundanlage von Bose mit zehn Lautsprechern und das optionale Head-up-Display, das außerdem Geschwindigkeitsbeschränkungen anzeigt. "Auf der Autobahn in Großbritannien wurden die Meilenangaben auf den Verkehrszeichen sogar gleich in Kilometer pro Stunde umgerechnet", staunte Tester Elmar Siepen. Überhaupt gefiel den meisten Fahrern die Bedienung des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD. "Der Dreh-Drück-Steller zur Menüsteuerung wirkt zwar mittlerweile altbacken, aber er funktioniert einfach und präzise", urteilte Markus Bach. Allerdings kritisierte er die teils verschachtelte Infotainment-Menüführung. Für Testredakteur Paul Englert arbeitete das Infotainmentsystem zu langsam, was auch Autor Johannes Riegsinger bestätigte. Das serienmäßige Navigationssystem arbeitete zwar meist zuverlässig, die Kartendarstellung wurde aber als in die Jahre gekommen und unmodern bezeichnet. Und die Verkehrsführung in Echtzeit funktionierte nicht immer tadellos: "Im Ausland genau im Stau gelandet", notierte etwa Martin Urbanke. Kleiner Hinweis dazu: Anfang 2021 bekommt der aktuelle Mazda CX-5 im Rahmen einer Modellpflege ein neues Infotainmentsystem.

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Auch nach 100.000 Kilometern wirkt der Mazda CX-5 noch solide

Die Verarbeitung des Interieurs im Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD wurde größtenteils als gut empfunden. "Selbst kurz vor Testende wirkt das Innenleben des Mazda noch ordentlich", befand Autor Karsten Rehmann. Testredakteur Marcel Kühler fielen hingegen einige Kratzer an lackierten Oberflächen auf. Die Lackierung in Magmarot Metallic hatte die Stürme des Dauertests jedoch bestens überstanden – von kleineren Steinschlägen an der Front und den Spuren eines mutmaßlichen Einbruchversuchs an der Fahrertür einmal abgesehen. Dazu gleich noch mehr. In der Bilanz nach dem Test über 100.000 Kilometern schneidet der Mazda CX-5 Skyaktiv-D 184 mit 0,17 Euro pro Kilometer (ohne Wertverlust) sehr gut ab. Dabei hilft ihm besonders der niedrige Testverbrauch von 7,3 Liter Diesel. Zum Vergleich: Ein Hyundai Tucson mit 185 PS starkem Turbodiesel kam auf einen Wert von 7,8 Litern. Die Kostenbilanz verhageln dem Japaner dagegen die hohen Versicherungseinstufungen: Mit der Vollkasko-Typklasse 28 wird er sehr teuer eingruppiert. Dafür mit verantwortlich ist seine Beliebtheit – und zwar nicht die bei Autofahrern und Testern, sondern bei Dieben. Erst seitdem Mazda vor einigen Jahren die elektronische Wegfahrsperre weiter verfeinert hat, geht die Zahl der Diebstähle zurück. Bei den Kilometerkosten mit Wertverlust leidet CX-5 unter dem hohen Wertverlust von 27.880 Euro, den die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) nach 100.000 Kilometern prognostiziert. Ein fast gleich teurer Hyundai Tucson verlor im Dauertest beispielsweise gut 3500 Euro weniger an Wert. Insgesamt landet der Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD mit nur einem außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt somit auf Platz neun unseres Dauertest-Rankings. Eine Empfehlung ist das auf jeden Fall.

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Technische Daten des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD

AUTO ZEITUNG 01/2021Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD
Technik, Maße & Gewicht
Motor4/4, Biturbodiesel
Hubraum2191 cm³
Leistung135 kW/184 PS bei 4000/min
Max. Drehmoment445 Nm bei 2000/min
Getriebe/Antrieb6-Gang; manuell; perm. Allradantrieb
L/B (mit Außenspiegeln)/H4550/1840 (2098)/1680 mm
Leergewicht/Zuladung (Messwert)1665/630 kg
Kofferraumvolumen506 - 1608 l
Fahrleistungen & Verbrauch
0-100 km/h (Werk)9,3 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)211 km/h
Verbrauch auf 100 km (Dauertest/WLTP)7,3/6,6 l D
CO2-Ausstoß (WLTP)175 g/km
Preis
Neupreis Testwagen (10/2018)43.480 €
 

Störungen und Wartungen im Test über 100.000 km (Tabelle)

KilometerstandGrundPreis
2705 kmÜbernahme-
10.000 kmAnzeige: Motorölstand zu hoch –Werkstattaufsuchen, neue Software(Garantie)
26.167 kmInspektion inkl. Öl- und Filterwechsel281,01 €
27.828 kmWechsel auf Sommerreifen20 €
47.021 kmInspektion inkl. Öl- und Filterwechsel, Bremsflüssigkeit gewechselt, Rückruf/Sorftwarewechsel448,82 €
47.147 kmWechsel auf Winterräder20 €
66.581 kmInspektion inkl. Öl- und Filterwechsel458,30 €
74.100 kmWechsel auf Sommerreifen20 €
82.862 kmRiss in Frontscheibe nach Steinschlag; erneuertVersicherung
84.333 kmInspektion, Öl- und Filterwechsel, vordere Bremsscheiben und -beläge erneuert945,86 €
101.638 kmWechsel auf Winterreifen, neue Bremsbeläge hinten192,68 €
102.734 kmTestende-
 

Kosten und Reifen des Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD im Test über 100.000 km

KostenpunktPreis
Neupreis Testwagen43.480 €
Schätzpreis nach 100.000 km15.600 €
Neuwagenpreis heute43.711 €
Fixkosten pro Jahr 
Steuer369 €
Haftpflichtversicherung (HP 17)481 €
Vollkasko (VK 28)1575 €
Teilkasko (TK 31)640 €
Testkostenbetrieb 
Kraftstoff7299 Liter Diesel
Durchschnittspreis1,34 €/l, insges. 9783 €
Ölverbrauch0 Liter
AdBlue57,5 Liter; Preis: ca. 40 €
Wartung, Ölservice, Verschleißteile 
Ölservice, Verschleißteile, Reifen2378 €
Reparaturen0 € (Garantie)
Kosten pro km 
mit Wertverlust0,45 €
ohne Wertverlust0,17 €

von Klaus Uckrow von Klaus Uckrow
Unser Fazit

Der Mazda CX-5 Skyactiv-D AWD hat den Test über 100.000 Kilometer mit Bravour gemeistert. Ein niedriger Durchschnittsverbrauch und geringe Wartungskosten stehen aber einem relativ hohen Wertverlust und teuren Versicherungstarifen gegenüber. Bis auf einen außerplanmäßigen Werkstattstopp wegen eines Software-Fehlers erwies sich der Japaner im Dauertest jedoch als zuverlässiges und komfortables Familien-SUV, das obendrein viel Fahrfreude bereitet.

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