Analyse zur Formel 1 Saison 2026: Let the Slow begin
Zur Formel-1-Saison 2026 gibt es viel Neues – und alte Favoriten. Audi und Cadillac debütieren, Ford kehrt zurück. Die Rundenzeiten mit den Motoren einer neuen Generation sind nun gut fünf Sekunden langsamer – Mercedes, McLaren, Red Bull und Ferrari lagen bei den Vorsaison-Tests vorn.
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Frust bei den Formel 1-Piloten schon vor dem ersten Grand Prix 2026
Hey, hey, hey – Moment mal: Ist vor dem Start in eine neue Formel-1-Saison nicht jeder Fahrer optimistisch, super fokussiert und auch sonst guter Dinge? Eigentlich ja. Doch bei den Testfahrten sickerte viel Frust aus den sonst so adrenalinschwangeren Piloten. Der Grund: Die Freude über ihre neuen 2026er-Rennautos wurde von den Erfordernissen im Umgang mit den neuen Hybrid-Triebwerken stark gedämpft.
„Ist wie Formel E auf Anabolika“, schimpfte Viermal-Champion Max Verstappen, „diese Autos fühlen sich nicht mehr wie Formel 1 an. Das ist ja Anti-Racing.“ Die meisten seiner Kollegen sahen die neue Fahrzeuggeneration nicht anders. „Das ist eher auf Formel-2-Niveau“, bemerkte Lewis Hamilton säuerlich. Auch Altmeister Fernando Alonso verfiel in vertrauten Sarkasmus: „Nur mit Halbgas herumrollen könnte unser Chefkoch auch.“ Und Esteban Ocon lamentierte: „Ich muss selbst auf einem Qualifying-Run vom Gas gehen und segele nur durch die Kurven.“
Diese fahrerischen Halbherzigkeiten sind der neuen Batterie geschuldet: Die 350-kW-Energiequelle saugt sich in Nullkommanichts leer und braucht entsprechend Zeit zur Rekuperation. Das könnte Probleme beim Start geben. Es hat sich als schwierig erwiesen, dem Turboloch – eigentlich ein Problem von vor langer Zeit – zu begegnen. Jetzt müssen die Piloten den Turbo unmittelbar vor dem Start mit Vollgasphasen bis zu zehn Sekunden bei Laune und Ladedruck halten. Wird die FIA nun dafür sorgen, dass sich die Startphase bis zum Ausschalten der Ampel verlängert? Möglich.
Ferrari war clever, das Problem frühzeitig zu erkennen und entwickelte einen kleineren, agileren Turbolader. Dass Maranello nun nichts von einer Regeländerung diesbezüglich hören will, ist nur zu verständlich. Gleiches gilt für die Superhirne von Mercedes Power Trains im englischen Brixworth. Während der Motor in Betrieb ist, soll sich die Verdichtung auf 18:1 steigern. Im statischen Zustand darf das gemessene Maximum indes nur bei 16:1 liegen. Schon laufen die Beschwerden der anderen vier Motorenhersteller Ferrari, Ford, Honda und Audi.
Der Ferrari 849 Testarossa im Fahrbericht (Video)

Die Analyse nach den Tests sieht Mercedes vorne
Nun soll die Formel-1-Kommission schlichten, Formel-1-Boss Stefano Domenicali will schließlich einen ausgeglichenen Wettbewerb und eine gute Show. Er weiß aber auch, dass eine nachträgliche Änderung des Messverfahrens ein gravierender Nachteil für Mercedes samt seiner Kundenteams McLaren, Williams und Alpine bedeutet. Mercedes-Boss Toto Wolff ärgert sich, hat er doch die Regelhüter über die Mercedes-Interpretation der technischen Regeln stets informiert: „Die anderen sollen einfach ihren Job machen!“
Was das Kräfteverhältnis vor der neuen Saison betrifft, lässt sich sagen: alles beim Alten, wobei sich das Formel-1-Establishment zwischen den Top-4-Teams Mercedes, Red Bull, McLaren und Ferrari sowie dem Mittelfeld noch weiter manifestiert hat. Wie selbstverständlich schieben sich die Teamchefs die Favoritenrolle gegenseitig zu.
Wolff sieht etwa in der neuen Power-Unit von Ford – die jedoch von Red Bull entwickelt wurde und ebenfalls über den Verdichtungstrick verfügen soll – den stärksten Antrieb: „So viel Power holt niemand aus dem Paket.“ Wer tatsächlich beim Auftakt die Nase vorn haben wird, ist Spekulation.
Aber es dürfte das Mercedes-Team sein, das sich laut Analysten bei den Tests noch vorsichtig zurückgehalten hat. „Und in Melbourne haben die dann 20 bis 30 kW mehr und fliegen allen davon“, mokierte sich Max Verstappen, der angesichts zu erwartender Startdebakel eine lakonische Meinung hat: „Wenn sich einer nicht sicher fühlt, kann er ja immer aus der Boxengasse nachstarten. Spätestens in der vierten Kurve ist er wieder dran am Feld.“










