Kostenvergleich: Benziner, Diesel & Elektroauto Mit welchem Antrieb fahren Autofahrer am günstigsten?

von Christina Finke 24.09.2020
Inhalt
  1. Kosten für Benziner, Diesel & Elektroauto (Strom) im Vergleich
  2. Tabelle: Übersicht der aktuellen Kosten für Benzin, Diesel & Strom
  3. Kostenvergleich zwischen Benziner, Diesel & Elektroauto an Beispielen Hyundai Kona
  4. Weitere Rechenbeispiele Renault Zoe und Clio

Benziner, Diesel oder Elektroauto – mit welchem Antrieb sind Autofahrer derzeit am günstigsten unterwegs? Unser Kostenvergleich zu Kraftstoff und Strom zeigt, wie hoch die Kosten pro 100 gefahrener Kilometer wirklich sind!

Mit welchem Kraftstoff sind Autofahrer eigentlich am günstigsten unterwegs? Diese Frage lässt sich tatsächlich nicht immer ganz eindeutig beantworten, wie ein Kostenvergleich zwischen Benziner, Diesel und Elektroauto zeigt. Dazu muss man sich nur mal die aktuelle Preisgestaltung an den Zapf- und Ladesäulen genauer anschauen. Denn während fossile Kraftstoffe momentan verhältnismäßig niedrig sind, haben viele Ladestrom-Anbieter ihre Strompreise teils drastisch erhöht. Die AUTO ZEITUNG gibt mit ihrem Kostenvergleich einen Überblick darüber, ob und unter welchen Umständen Autofahrer aktuell mit Benzin, Diesel oder Strom am günstigsten unterwegs sind. An dieser Stelle sei aber ausdrücklich erwähnt, dass lediglich Verbrauchswerte und Kraftstoffpreise in die Rechnungen einflossen. Kaufpreis, Betriebs- und Wartungsaufwände sowie Kosten für Versicherung, Kfz-Steuer und Verschleißteile wurden nicht berücksichtigt. Auch mögliche Ladeverluste von Elektroautos, die in der Regel zwischen zehn und 25 Prozent liegen, wurden nicht einberechnet. Zudem können die Verbrauchsangaben der Hersteller für Benziner, Diesel und Elektroautos von den Werten im realen Betrieb abweichen und im Zweifel höher liegen. Mehr zum Thema: Ionity erhöht die Ladekosten

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Kosten für Benziner, Diesel & Elektroauto (Strom) im Vergleich

Aktuell sind die Preise für Benzin und Diesel aufgrund der lahmenden Wirtschaft wegen der Corona-Krise sowie des abgestürzten Ölpreises sehr niedrig. Die Kosten für einen Liter Super der Sorte E10 lagen laut Marktauswertung des ADAC im März 2020 durchschnittlich bei 1,283 Euro. Ein Liter Diesel kostete demnach im Monatsdurchschnitt zuletzt 1,154 Euro. Zudem besteht laut des Verkehrsclubs sogar noch mehr Spielraum "für einen weiteren Rückgang der Spritpreise", da der Rohölpreis so niedrig sei wie seit dem Jahr 2002 nicht mehr. Nicht ganz so einfach ist es mit den Stromkosten für das Laden von Elektroautos, da die Preise vom jeweiligen Anbieter bestimmt werden und somit teilweise deutlich voneinander abweichen. Für Gleichstrom, also an DC-Schnelladern, werden häufig Lade-Pauschalen (ca. acht Euro pro Ladung, unabhängig von Ladezeit und Energiemenge) verlangt. Der Grund: Es hapert immer noch an eichfähigen Abrechnungssystemen. Bei Ionity erfolgt die Abrechnung allerdings schon jetzt pro gezapfter Kilowattstunde: Für die Laufkundschaft werden seit Februar 2020 79 Cent je Kilowattstunde fällig. Damit liegt Ionity deutlich über dem Marktdurchschnitt von rund 59 Cent je Kilowattstunde. Auch die EnBW (Energie Baden-Württemberg AG) betreibt bundesweit Ladestationen, rechnet mit 49 Cent pro Kilowattstunde jedoch schon deutlich weniger ab. Wer hingegen Ladestrom aus der Haushaltssteckdose bezieht und seinen vereinbarten Haustarif zahlt, kommt mit derzeit 32 Cent pro Kilowattstunde (Grundversorgung) noch am günstigsten davon. Und das, obwohl wir damit in Deutschland europaweit an der Stromkosten-Spitze liegen. Wegen dieser Unterschiede kommt es bei unserem Kostenvergleich zwischen Benziner, Diesel und Elektroauto vor allem darauf an, wo und zu welchem Tarif Elektroautofahrer ihren Stromer laden. Wie genau sich das auf den Kraftstoffpreis pro 100 gefahrenen Kilometern auswirkt, sollen die Rechenbeispiele im folgenden Absatz veranschaulichen.

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Tabelle: Übersicht der aktuellen Kosten für Benzin, Diesel & Strom

KraftstoffartAnbieterKosten pro Liter/Kilowattstunde
Benzin 1,283 Euro¹
Diesel 1,154 Euro¹
StromHaushalt/Grundversorgung0,32 Euro²
 Ionity (DC-Schnelllader)0,79 Euro²
 EnBW (DC-Schnelllader)0,49 Euro²
¹ bundesweiter Durchschnitt laut ADAC-Markauswertung, März 2020
² Stand: April 2020
 

Kostenvergleich zwischen Benziner, Diesel & Elektroauto an Beispielen Hyundai Kona

Um den Kostenvergleich zwischen Benziner, Diesel und Elektroauto (Strom) möglichst übersichtlich und anschaulich zu gestalten, schauen wir uns den Hyundai Kona an, der mit allen drei Antriebsarten angeboten wird. Aktuell ist er als reines Elektroauto mit 136 PS und einer Batterie mit 39,2 kW/h Speicherkapazität erhältlich. Zudem gibt es das SUV aber auch mit einem gleich starken Dieselmotor, der laut Herstellerangaben 4,5 Liter pro 100 Kilometer verbraucht. Der mit 120 PS etwas schwächere Benziner benötigt demanch für dieselbe Strecke 5,7 Liter Kraftstoff. Legt man die zuvor genannten Durchschnittspreise zugrunde, ergeben sich so Kosten in Höhe von 5,19 Euro (Diesel) beziehungsweise 7,31 Euro (Benzin) pro 100 gefahrener Kilometer. Das Elektroauto Kona Elektro verbraucht laut Herstellerangaben 15 Kilowattstunden Strom pro 100 gefahrener Kilometer. Wer den an der Haushaltssteckdose laden kann, kommt mit rund 4,80 Euro pro 100 Kilometer (Strom) noch deutlich günstiger davon. Allerdings dauert das Laden zu Hause locker zwischen acht und 16 Stunden – eine echte Geduldsprobe in unserer schnelllebigen Zeit. Wer nicht so viel Zeit oder einen eigenen Hausanschluss hat und stattdessen an einer Schnellladesäule von Ionity Strom tankt, den erwarten Kosten in Höhe von 11,85 Euro pro 100 Kilometer Reichweite – und damit gut das Doppelte im Vergleich zum Kilometerpreis eines Diesels.

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Weitere Rechenbeispiele Renault Zoe und Clio

Ähnliche Ergebnisse ergeben sich beim Kostenvergleich von Benziner, Diesel und Elektroauto (Strom) beim Renault Zoe und beim Renault Clio. Mit dem 130 PS starken Benziner (Durchschnittsverbrauch 5,2 Liter) kosten 100 Kilometer im Clio 6,67 Euro. Arbeitet der 115 PS starke Diesel unter der Haube des Kleinwagens, sind es 4,15 Euro. Der Zoe verbraucht in Verbindung mit dem 135 PS starken Elektromotor und der Batterie mit einer Kapazität von 52 kW/h auf 100 Kilometern 17,2 Kilowattstunden Strom. Wer zu Hause Strom laden kann, zahlt demnach 5,50 Euro pro 100 Kilometer – und ist damit immerhin noch günstiger unterwegs als mit dem Benziner-Clio. An der Schnellladesäule stehen je nach Anbieter jedoch schnell höhere Preise auf der Rechnung: 8,43 Euro pro 100 Kilometer wären es bei der EnBW, satte 13,59 Euro bei Ionity. Unser Kostenvergleich zeigt also eindeutig, dass Autofahrer unter Berücksichtigung der aktuellen Kraftstoffpreise in der Regel mit dem Verbrenner günstiger unterwegs sind. Einen Vorteil haben Elektroautofahrer unseren Berechnungen zufolge nur dann, wenn sie an der eigenen Haushaltssteckdose laden können. Und seien wir mal ehrlich: Diese Möglichkeit haben derzeit immer noch die wenigsten.

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