DeLorean DMC-12/Alpine A310: Classic Cars

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DeLorean DMC-12/Alpine A310
DeLorean DMC-12/Alpine A310 Foto: Daniela Loof

DeLorean und A310 verbindet der gemeinsame V6, ansonsten sind die beiden Coupés grundverschieden.

DeLorean DMC-12
DeLorean DMC-12 Foto: Daniela Loof

Das Design des DMC-12 stammt von Giugiaro. Gefertigt wurde der Euro-Ami in Nordirland.

DeLorean DMC-12
DeLorean DMC-12 Foto: Daniela Loof

Lotus verband die Edelstahl-beplankte Karosserie für die DeLorean Motor Company unter großem Zeitdruck mit dem Fahrgestell des Lotus Esprit.

DeLorean DMC-12
DeLorean DMC-12 Foto: Daniela Loof

Scheindynamiker: Der DeLorean fährt sich so entspannt wie eine Limousine.

DeLorean DMC-12
DeLorean DMC-12 Foto: Daniela Loof

Mausgraues Interieur, hakelige Schaltung mit langen Wegen: Die inneren Werte des DeLorean halten mit dem spektakulären Design nicht mit.

DeLorean DMC-12
DeLorean DMC-12 Foto: Daniela Loof

Der 2,85 l große Einspritzer sitzt hinten zwischen den Trägern des Zentralrohrrahmens und beschert dem DMC-12 eine Gewichtsverteilung von 35/65 Prozent.

DeLorean DMC-12/Alpine A310
DeLorean DMC-12/Alpine A310 Foto: Daniela Loof

Das Foto täuscht: Im direkten Duell wäre die Alpine dem DeLorean auf der Landstraße überlegen.

Alpine A310
Alpine A310 Foto: Daniela Loof

Speed-Bremse Breitbau: Die üppigen Anbauteile kosten die Alpine V6 S auf der Autobahn 10 km/h Topspeed.

Alpine A310
Alpine A310 Foto: Daniela Loof

Die Alpine A310 steht konstruktiv in der Tradition ihrer Vorgänger mit leichter Gfk-Karosserie und Zentralrohrrahmen.

Alpine A310
Alpine A310 Foto: Daniela Loof

Mit der Alpine hat man in Kurven lange Zeit viel Spaß. Aber im Grenzbereich wird die A310 "link und gefährlich".

Alpine A310
Alpine A310 Foto: Daniela Loof

Flair der Achtziger: Instrumente mit roten Zeigern und Ziffern, gelochtes Dreispeichen-Lenkrad, Sitze mit einteiliger Lehne.

Alpine A310
Alpine A310 Foto: Daniela Loof

Unter dem großen Luftfilterkasten verbirgt sich in der A310 V6 S eine ungewöhnliche Kombination zweier Fallstromvergaser von Solex. Serienmäßige Leistung: 150 PS (110 kW).

DeLorean DMC-12/Alpine A310
DeLorean DMC-12/Alpine A310 Foto: Daniela Loof

So unterschiedlich konnten Coupés in den 80ern aussehen: DeLorean mit nüchternen, klaren Kanten, rundliche Alpine mit Riesen-Spoiler und Kotflügel-Verbreiterung.

Der DeLorean DMC-12 gilt gemeinhin als US-Auto. Dabei wurde er in Irland gebaut und ist motorseitig aufgrund seines Euro-Sechszylinders eng mit der Alpine A310 V6 verwandt. Welchem der Classic Cars gelingt der stärkere Auftritt?

Autos vom Schlage eines DeLorean DMC-12 und einer Alpine A310 sind wie Schlüsselreize: Man muss sie nur sehen, dann fallen einem sofort bestimmte Wörter ein, oder Geschichten, oder technische Daten. Ganz unwillkürlich, ob man will oder nicht. Für den vorliegenden Vergleich der Classic Cars drängen sich zwei Begriffe dermaßen auf, dass wir sie gleich zu Beginn abhandeln wollen: Euro-V6 und Fluxkompensator. Und noch bevor wir diese Geschichte beginnen können, zucken weitere Schlagworte durch den Kopf, oder Hashtags, wie man heute sagt. #Edelstahl und #Gfk. Oder #Flügeltüren und #Heckschleuder. Geht es Ihnen auch so?

Umgekehrt könnte vermutlich jede:r halbwegs Autoverrückte nur mit diesen Begriffen erraten, worum es geht – um den DeLorean DMC-12 natürlich und um die Alpine A310 V6. Der DeLorean DMC-12 erlangte Berühmtheit aufgrund seiner einzigartigen Edelstahl-Beplankung und seiner Flügeltüren sowie später durch die automobile Hauptrolle in dem Film "Zurück in die Zukunft" (aufgerüstet eben durch besagten Fluxkompensator als Aggregat für Zeitreisen). Die Alpine A310 sorgte für Schlagzeilen durch ihre leichtgewichtige Gfk-Karosserie und das im Grenzbereich heimtückische Fahrverhalten, bedingt durch die extrem hecklastige Gewichtsverteilung. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Zeitgenössischer Werbespot zum DeLorean DMC-12 (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

DeLorean DMC-12 & Alpine A310 im Classic Cars-Duell

DeLorean DMC-12 und Alpine A310 gemeinsam ist die Basiskonstruktion des Motors, des sogenannten Europa-V6. Von Peugeot, Renault und Volvo als Reaktion auf steigende Benzinpreise und Kosten einst gemeinsam entwickelt, feierte diese Maschine 1975 ihr Debüt im Peugeot 604 und im Volvo 264. Zahlreiche weitere Einsätze folgten, darunter in Renault 30 TS, Talbot Tagora SX und Lancia Thema, in den 1990-Jahren auch im Citroën XM V6 mit 24 Ventilen oder im Renault Safrane – dort von zwei Turboladern zwangsbeatmet und auf stramme 262 PS (193 kW) aufgepumpt. Aber nur im DeLorean DMC-12 und in der Alpine A310 durfte der Euro-V6 so etwas wie sportliche Ambitionen entwickeln. Zumindest versprachen das die flunderflach gezeichneten Karosserien, in denen er dann plötzlich steckte.

Gleicher V6

Die Leistung freilich und auch der gesamte Charakter des 90-Grad-V6 machten schon damals niemanden wirklich heiß. Renault erzielte 150 PS (110 kW) mit einer einigermaßen kuriosen Gemischbildung, bestehend aus zwei verschiedenen Solex-Vergasern. Der DeLorean DMC-12 kam mit etwas vergrößerter Bohrung und einer Bosch K-Jetronic angeblich auf 163 PS (120 kW), die jedoch in der amerikanischen Katalysator-Ausführung wieder auf magere 132 PS (97 kW) zusammenschrumpften. Mehr Power sollte schließlich eine Turbo-Aufladung bringen, doch diese Version schaffte es nicht mehr in die Serie: 1982 war nach zwei Jahren Bauzeit schon wieder Schluss mit der Produktion des DeLorean DMC-12 im strukturschwachen nordirischen Dunmurry. Die unrühmliche und viel erzählte Rahmenhandlung um die anschließende Verhaftung des Firmengründers John Zachary DeLorean lassen wir an dieser Stelle ausnahmsweise links liegen und verweisen aufs Internet, #DrogendealFBI.

DeLorean DMC-12 ist kein Sportwagen

Freuen wir uns lieber daran, dass es noch genug Enthusiast:innen in aller Welt gibt, die den futuristischen Flachmann pflegen und am Laufen halten. Unser Exemplar stammt aus der Sammlung der Autostadt Wolfsburg, wo es neben anderen Meilensteinen der Automobilgeschichte ein gut behütetes Oldtimer-Leben genießen darf. Wenn der DeLorean DMC-12 sich dann mal wie ein ganz normales Auto auf die Straße unter Leute begibt, ist es immer das gleiche: Kaum schwingen die Edelstahl-Flügeltüren auf, ruft schon wieder irgendjemand "Fluxkompensator!", und zwei Minuten später ist der DeLorean von großen und kleinen Bewunderer:innen umringt, die nach dem bunt blinkenden Zeitmaschinchen im Innenraum suchen.

Dass man als groß gewachsene:r Fahrer:in in dem DMC-12 nicht aufrecht sitzen kann, weil die Mechanik der Türbeschläge die Kopffreiheit einschränkt, wollen echte Fans natürlich genauso wenig hören wie Kritik an der Schaltung (hakelig, mit langen Wegen), am Seitenhalt der Sitze (nicht vorhanden) oder an der unsportlichen Lenkung. Nüchtern betrachtet – und abgesehen von seinem spektakulären Design – animiert eigentlich gar nichts an diesem Auto zum Schnellfahren. Ein Delorean DMC-12 fährt sich wie eine brave Limousine aus den frühen Achtzigern, mit unverkennbar amerikanischer Auslegung. Und wenn es unterwegs doch mal heiß hergeht, dann liegt das vermutlich an der starken Wärmeentwicklung des längs hinter den Insass:innen verbauten Leichtmetall-V6, der die Klimaanlage nur wenig entgegenzusetzen hat.

Alpine A310 mit gefährlichem Übersteuern

Mehr Dynamik verspricht im Vergleich die Alpine A310 V6 – erst Recht, wenn es sich um das Sondermodell V6 S handelt, in Frankreich damals unter der Zusatzbezeichnung GT-Pack verkauft. Im Unterschied zur Serien-Alpine besitzt der V6 S eine vor Selbstbewusstsein nur so strotzende Verbreiterung im Bereich der Kotflügel, ergänzt um eine für die frühen 80er spektakuläre Bereifung der Größe 285/40 an der Hinterachse. Damit ausgerüstet lässt sich der kaum mehr als ein Meter hohe Flachmann mit durchaus imponierender Querbeschleunigung durch die Kurven treiben.

Das geht jedoch nur bis zu diesem gewissen Punkt gut, an dem die bereits erwähnte Hecklastigkeit die Oberhand über das Geschehen gewinnt. Und dann, so räumt der Besitzer unseres Fotomodells unumwunden ein, wird die Alpine "link und gefährlich": "Den fängt dann kein Rennfahrer der Welt mehr ein, egal, was für Killer-Reflexe er besitzt." So gesehen kann man sich also nicht über mangelnde Fahrdynamik beschweren oder zumindest über aufkommende Langeweile. Am liebsten hat es die Alpine A310, wenn man sie mit der gebotenen Gelassenheit über kurvige und vor allem trockene Landstraßen laufen lässt, genussvoll und eventuell mit einem Sack Sand im Ladeabteil über der Vorderachse.

DeLorean DMC-12 & Alpine A310 wurden zur Legende

Bleibt am Ende die ketzerische Frage: Sind DeLorean DMC-12 und Alpine A310 V6 Blender im Sportwagen-Gewand? So hart darf man es sicher nicht formulieren. Vor allem die Alpine A310 vermittelt eine Menge echten Fahrspaß, auch wenn man ihr statt des schweren und drehunwilligen Euro-V6 lieber einen leichten und starken Vierzylinder gewünscht hätte. Der DeLorean DMC-12 wiederum definiert Fahrspaß auf seine eigene Weise: Schon allein die bloße Tatsache, dass man diese Achtzigerjahre-Legende selbst bewegen darf, ist so berauschend, dass davon die nüchternen (beziehungsweise ernüchternden) Fahreindrücke komplett überlagert werden.

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Technische Daten von DeLorean DMC-12 & Alpine A310

Classic Cars 10/2017DeLorean DMC-12 (mit Kat.)Alpine-Renault A310 V6 S

Fazit

"Never meet your heroes!" Triff nie deine Helden! Wer DeLorean DMC-12 und Alpine A310 V6 schon immer vergöttert hat, läuft bei einer Begegnung mit den Classic Cars im richtigen Leben Gefahr, enttäuscht zu werden: Beide Coupés haben nur begrenztes sportliches Talent, die leichtere und stärkere Alpine noch eher als der DMC-12. Aber das muss man ja niemandem verraten. Denn als Showcars rocken sie noch immer jeden Boulevard. Das schlägt sich auch im Marktwert nieder, wo vor allem das Preisniveau des DeLorean überrascht. Dafür muss man wohl wirklich Vollblut-Fan sein. Aber seine Edelstahl-Bleche rosten ja auch nicht.