Car2Go & DriveNow: Fusion (Update!) Daimler und BMW tun sich zusammen

von AUTO ZEITUNG 06.02.2018

Bislang Konkurrenten, jetzt Partner: Car2Go und DriveNow fusionieren Medienberichten zufolge und geben die Zusammenarbeit schon im Februar 2018 bekannt. Alle Informationen zum neuen Carsharing-Riesen von Daimler und BMW.

Die beiden Carsharing-Firmen Car2Go und DriveNow fusionieren. Sie werden eine neue, unabhängige Gesellschaft bilden, bei der die beiden Autokonzerne Daimler und BMW Großaktionäre sind. Trotz der Zusammenarbeit sollen die beiden Carsharing-Dienste in ihrer Grundform erhalten bleiben, die Angebote werden aber auf einer gemeinsamen Internetseite gebündelt. Nun hat auch der DriveNow-Großaktionär Sixt grünes Licht für die Kooperation zwischen den Firmen gegeben, denn der Autovermieter hat seine Anteile am Dienst für 209 Millionen Euro an BMW verkauft. Die Aufsichtsbehörden müssen dieser Transaktion noch zustimmen. Mit dem Rückzug aus dem Carsharing-Dienst DriveNow hat Sixt bereits angekündigt eine ähnliche Plattform auf den Markt zu bringen. Vorstandsmitglied und Gründersohn Alexander Sixt sieht sein Unternehmen als Plattform- und Technologieanbieter, der Fahrzeuge von Drittanbietern oder auch private Pkw über eine Plattform vermietet. Außerdem hat Sixt große Erwartungen an die Expansion in den USA, denn mittelfristig möchte das Unternehmen auf einen US-Umsatz von einer Milliarde US-Dollar zusteuern. Vor sieben Jahren startete die Autovermietung in Amerika. Sixt plant für 2019 eine Flottenstärke von 36.000 Fahrzeugen und einen zweistelligen Millionengewinn im Land der "Stars and Strips". 

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Car2Go und DriveNow gehen Fusion ein

Die beiden Carsharing-Firmen vermieten per Apps in Großstädten Autos ohne feste Abhol- und Rückplätze, der Mietbetrag wird minutengenau abgerechnet. Daimlers Car2Go hat 14.000 Autos und drei Millionen Kunden, BMWs DriveNow hat 6000 Autos und eine Million Kunden.Weil sich Carsharing gerade in Großstädten immer größerer Beliebtheit erfreut, erweitert der bekannte Anbieter Car2Go in Zukunft mit AMG-Modellen sein Angebot um ein paar PS-starke Alternativen zu den üblichen Smart Fortwo. Seit dem 1. November 2017 bietet die Firma entsprechende Fahrzeuge in Hamburg und München an. So stehen in beiden Städte jeweils fünf Exemplare des Mercedes-AMG CLA 45 bereit, um unkompliziert via Smartphone-App angemietet werden zu können. Da der Kompaktsportler allerdings mit 381 PS auch eine Menge Spaß auf die Piste bringt, stiegen fast schon zwangsläufig auch die Preise. So kostet eine Fahrt im Car2Go-AMG etwa 79 Cent pro Minute (24-Stunden-Paket: 239 Euro), wohingegen sich die Preise beim Smart von 29 auf 24 Cent reduziert haben. Im Zuge zusätzlicher Preisanpassungen wurden weitere Fahrzeuge aus der Car2Go-Flotte, darunter C-Klasse, CLA und GLA, mit Preisen zwischen 31 bis 34 Cent pro Minute veranschlagt.

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AMG-Modelle mit Carsharing-Anbieter Car2Go

Auf Facebook sind die Reaktionen auf die Erweiterung der Car2Go-Modellflotte um den Mercedes-AMG CLA 45 4MATIC vielfältig ausgefallen. Viele User begrüßten den Zuwachs, reagierte Car2Go damit doch auf den Wunsch vieler Kunden, größere und schnellere Autos anmieten zu können. Aber es gab auch Bedenken. So fand ein Nutzer die Bereitstellung von AMG-Sportlern grenzwertig und wies darauf hin, dass Carsharing-Kunden eh schon immer viel zu schnell fahren würden, um "Minuten zu sparen". Car2Go scheint den verantwortungsvollen Umgang mit dem 381-PS-Benz allerdings ebenfalls sehr ernst zu nehmen und beschränkt das Nutzungs-Alter deshalb in drastischer Weise: Anmieten dürfen die AMG-Modelle nämlich ausschließlich Fahrer, die 40 Jahre oder älter sind. Damit soll eine gewisse Reife einhergehen, die ein sicheres Fahren gewährleistet. Bereits im September 2016 machte Car2Go übrigens in Berlin von sich reden, wo sich Kunden in einem Mercedes-AMG C 63 S Coupé kostenlos durch die Hauptstadt shutteln lassen konnten!

von Alexander Koch, Julian Isliner und Manuel Becker

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