So funktioniert Carsharing: Kosten & Bezahlung So funktioniert das Autoteilen

von Christina Finke 09.01.2019
Inhalt
  1. So funktioniert Carsharing oder Free-Floating 
  2. Das bedeutet peer-to-peer Carsharing
  3. So bei Carsharing-Anbieter registrieren
  4. Vor der Fahrt auf Schäden/Mängel achten
  5. Carsharing: Kosten und Bezahlung

Carsharing erfreut sich wachsender Beliebtheit. Doch was ist Carsharing überhaupt? Wie funktioniert es? Und was ist der Unterschied zu einem Mietwagen? Wir nennen Kosten und Berechnung!

Carsharing ist eine preisgünstige Alternative für Menschen, die nicht täglich aufs Auto angewiesen sind. Denn bei einem eigenen Wagen müssen sie alle Kosten  – Anschaffung, Steuern, Versicherung, Werkstatt, TÜV, Winterreifen, Wertverlust  – selber tragen, auch wenn sie gar nicht fahren. Hinzu kommen Ausgaben für Pflege, Reparaturen und Reifenwechsel. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass ein Pkw in Deutschland durchschnittlich 95 Prozent seiner Lebenszeit ungenutzt an der Straße, im Hof oder in der Garage steht. Beim Carsharing besitzt man ein Auto aber nicht selbst, sondern teilt es sich mit anderen Nutzern und zahlt nur dann, wenn man es auch wirklich nutzt. Halter der Fahrzeuge ist einer der zahlreichen Carsharing-Anbieter, bei dem die Fahrzeuge rund um die Uhr selbstständig gebucht werden können. Im Gegensatz zu Carsharing-Autos müssen die Fahrzeuge bei einer Autovermietung meist zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Station abgeholt und wieder abgegeben werden. Zudem muss die Miete im Voraus gezahlt und der Wagen bei der Rückgabe vollgetankt werden. Auch ein konkretes Fahrzeugmodell kann meist nicht gebucht werden, sondern nur eine Fahrzeugkategorie mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen. Mehr zum Thema: Oldtimer-Carsharing

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So funktioniert Carsharing oder Free-Floating 

Beim Carsharing haben sich vor allem zwei Varianten etabliert. Zum einen wäre da das stationsbasierte Carsharing, bei dem die anzumietenden Autos auf einem festen Parkplatz stehen. Dort holen Kunden den Wagen ab und bringen ihn nach der Fahrt auch wieder dorthin zurück. Es kann mehrere Wochen im Voraus reserviert werden. Genau das Richtige für diejenigen, die auf ein eigenes Auto verzichten wollen und sich dennoch darauf verlassen können müssen, dass ein Fahrzeug in ihrer Nähe bereitsteht. Bei der zweiten Variante, dem Free-Floating, haben die Fahrzeuge keinen festen Stellplatz: Die Carsharing-Autos stehen irgendwo in der Stadt. Über entsprechende Smartphone-Apps der Anbieter lassen sich die Fahrzeuge dann orten und buchen. Nach der Fahrt werden sie dann einfach irgendwo innerhalb des vom Anbieter definierten Nutzungsgebiets wieder abgestellt. Free-Floating eignet sich daher besonders gut für spontane Fahrten, auch One-Way-Fahrten sind so machbar. Reservierungen im Voraus sind bei dieser Carsharing-Variante allerdings nicht möglich. Mittlerweile gibt es auch Carsharing-Anbieter, die sowohl stationsbasierte als auch free-floatende Fahrzeuge in ihrer Flotte haben. 

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Das bedeutet peer-to-peer Carsharing

Aus dem Carsharing-Prinzip haben sich bereits weitere Formen der geteilten Autonutzung entwickelt. Etwa das sogenannte peer-to-peer Carsharing, bei dem das Fahrzeug einer Privatperson zugleich zum Teilen angeboten wird. Beim Ridesharing hingegen bieten Nutzer mit privatem Pkw einzelne Fahrten als Mitfahrgelegenheit an. Bei beiden Varianten fehlen allerdings die rahmenvertragliche Regelung sowie die Zusicherung der Buchbarkeit einer freien Fahrt. Mehr zum Thema: Das ändert sich 2019 für Autofahrer

 

So bei Carsharing-Anbieter registrieren

Bevor Nutzer die Fahrzeuge eines Carsharing-Anbieters fahren können, müssen sie sich bei dem Unternehmen persönlich registrieren. Hierbei wird ein gültiger Personalausweis oder Reisepass verlangt, um die Identität zu überprüfen und die Daten mit denen auf dem Führerschein abzugleichen. Daraufhin wird ein Vertrag über die gebührenpflichtige Nutzung der Fahrzeuge geschlossen. Nachdem die Fahrt mit dem Carsharing-Auto dann über die Internetseite, Smartphone-App oder Telefonzentrale eines Anbieters gebucht wurde, kann das Fahrzeug mit einer Chipkarte oder dem Handy geöffnet werden. Den Autoschlüssel finden Nutzer dann im Wagen. Auch Schlüsseltresore, die direkt neben dem Fahrzeug stehen, werden von einigen Anbietern verwendet.

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Vor der Fahrt auf Schäden/Mängel achten

Vor der Fahrt sollte mit dem Carsharing-Auto sollte es sicherheitshalber auf Schäden und Mängel kontrolliert werden. Diese müssen meist direkt dem Anbieter gemeldet oder in ein Handbuch im Auto eingetragen werden. Außerdem sollten Carsharing-Nutzer vor dem Losfahren checken, ob sich alle wichtigen Dokumente – Tankkarte, Parkkarte, Parkausweis, Fahrzeugpapiere – im Fahrzeug befinden und den Versicherungsschutz prüfen. 

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Carsharing: Kosten und Bezahlung

Beim Carsharing nach dem Free-floating-Prinzip wird nur die tatsächliche Nutzungsdauer pro Minute abgerechnet. Stationäre Carsharing-Anbieter hingegen rechnen pro gebuchte Stunde und Kilometer ab. Bei beiden Varianten sind dann aber auch alle Kosten im Fahrpreis inbegriffen – inklusive Benzin oder auch Strom für E-Autos. Häufig gibt es eine Tankkarte für Nutzer oder die Unternehmen betanken die Fahrzeuge selbst. Auch die anfallenden Kosten für Versicherung, TÜV, Wartung, Reifenwechsel, Werkstatt und Autopflege sowie alle anderen Pflichten übernimmt der Anbieter. Variieren können die Tarife zur Anmietung eines Carsharing-Autos je nach Fahrzeugkategorie und Uhrzeit. In der Regel senden Carsharing-Unternehmen dem Kunden unmittelbar nach der Fahrt eine E-Mail mit den entstandenen Kosten. Bezahlt wird dann in den meisten Fällen direkt per Abbuchung vom Konto (Lastschrift) oder mit Kreditkarte. Manche Carsharing-Betreiber verlangen eine Schufa-Auskunft zur Prüfung der Bonität, andere die Zahlung einer Kaution oder Anmeldegebühr. Mehr zum Thema: Diese Kosten lauern beim TÜV

Zusätzliche Kosten können bei einigen Carsharing-Anbietern anfallen, wenn die Miete des Wagens in Gebieten beendet wird, die sich etwas außerhalb der Stadt befinden. Für den nächsten Nutzer kann sich das unter Umständen auszahlen: So bietet etwa DriveNow Autos, die zu lange ungenutzt sind, zu geringeren Minutenpreisen an. Und für Kunden, die ein Fahrzeug aus einer Randlage heraus wieder zurück an einen Hotspot fahren, gibt es kostenlose Bonusminuten. Nach einem ähnlichen Prinzip verfährt Car2Go: Wer in ein einsam am Stadtrand abgestelltes Fahrzeug steigt, zahlt oft weniger. Wer hingegen ein Auto des Carsharing-Anbieters zur Hauptverkehrszeit in der überfüllten Innenstadt bucht, dem wird mehr berechnet. Einige Unternehmen bieten zudem Prepaid-Pakete an, mit denen sich Kosten reduzieren lassen. Da es häufig Preisänderungen oder neue Tarife gibt, sollte man sich auf den Webseiten der Carsharing-Anbieter immer über die genauen Konditionen informieren und entscheiden, welches Konzept am besten zu den persönlichen Anforderungen und Wünschen passt. In der Regel liegen die Preise für Fahrten mit Autos von Free-Floating-Anbietern über denen des stationsbasierten Carsharing.

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