So funktioniert Carsharing: Kosten & Bezahlung So funktioniert das Autoteilen

von Christina Finke 04.02.2021
Inhalt
  1. So funktioniert Carsharing oder Free-Floating 
  2. Das bedeutet peer-to-peer Carsharing
  3. So bei Carsharing-Anbietern registrieren
  4. Carsharing: Vor der Fahrt auf Schäden/Mängel achten
  5. Carsharing: Kosten/Preis und Bezahlung
  6. Häufige Preisänderungen beim Carsharing
  7. Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge

Carsharing erfreut sich wachsender Beliebtheit. Doch was ist Carsharing überhaupt? Wie funktioniert es? Was ist der Unterschied zu einem Mietwagen? Wir nennen die Kosten (Preise) und deren Berechnung. Außerdem: neues Verkehrszeichen für Carsharing-Parkplätze.

Carsharing ist eine günstige Alternative für Menschen, die nicht täglich aufs Auto angewiesen sind. Denn bei einem eigenen Auto müssen sie alle Kosten  – Anschaffung, Steuern, Versicherung, Werkstatt, TÜV, Winterreifen, Wertverlust  – selber tragen, auch wenn sie gar nicht fahren. Hinzu kommen Ausgaben für Pflege, Reparaturen und Reifenwechsel. Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass ein Pkw in Deutschland durchschnittlich 95 Prozent seiner Lebenszeit ungenutzt an der Straße, im Hof oder in der Garage steht. Beim Carsharing besitzt man ein Auto aber nicht selbst, sondern teilt es sich mit anderen Nutzer:innen, bleibt somit flexibel und zahlt nur dann, wenn man es auch wirklich braucht. Halter der Fahrzeuge ist einer der zahlreichen Carsharing-Anbieter:innen, bei dem die Fahrzeuge rund um die Uhr selbstständig gebucht werden können. Im Gegensatz zum Carsharing gelten bei der Autovermietung andere Regeln und Konditionen: So müssen die Fahrzeuge meist zu den Öffnungszeiten der jeweiligen Station abgeholt und wieder abgegeben werden. Zudem muss der Preis für die Miete pro Tag oder Stunde im Voraus gezahlt und der Wagen bei der Rückgabe vollgetankt werden. Auch ein konkretes Fahrzeugmodell kann meist nicht gebucht werden, sondern nur eine Fahrzeugkategorie mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen. Mehr zum Thema: Oldtimer-Carsharing

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Hauptuntersuchungs-Bericht mitführen (Video):

 
 

So funktioniert Carsharing oder Free-Floating 

Beim Carsharing haben sich vor allem zwei Varianten etabliert. Zum einen wäre da das stationsbasierte Carsharing, bei dem die anzumietenden Autos auf einem festen Parkplatz stehen. Dort holen Kund:innen den Wagen ab und bringen ihn nach der Fahrt auch wieder dorthin zurück. Es kann mehrere Wochen im Voraus reserviert werden. Genau das richtige Angebot für diejenigen, die auf ein eigenes Auto verzichten wollen und sich dennoch darauf verlassen können müssen, dass ein Fahrzeug in ihrer Nähe bereitsteht. Bei der zweiten Variante, dem Free-Floating, haben die Fahrzeuge keinen festen Stellplatz: Die Carsharing-Autos stehen irgendwo in der Stadt. Über eine entsprechende App der jeweiligen Anbieter:innen lassen sich die Fahrzeuge dann orten und buchen. Nach der Fahrt werden sie dann einfach irgendwo innerhalb eines definierten Nutzungsgebiets wieder abgestellt. Free-Floating eignet sich daher besonders gut für spontane Fahrten, auch private One-Way-Fahrten sind so machbar. Reservierungen im Voraus sind bei dieser Carsharing-Variante allerdings nicht möglich. Mittlerweile gibt es auch Carsharing-Anbieter:innen, die sowohl Autos mit festem Standort als auch free-floatende Fahrzeuge in ihrer Flotte haben. 

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Das bedeutet peer-to-peer Carsharing

Aus dem Carsharing-Prinzip haben sich bereits weitere Formen der geteilten Autonutzung entwickelt. Etwa das sogenannte peer-to-peer Carsharing, eine private Carsharing-Variante, bei dem das Fahrzeug einer Privatperson zugleich zum Teilen angeboten wird. Beim Ridesharing hingegen bieten private Nutzer:innen ihren eigenen Pkw für einzelne Fahrten als Mitfahrgelegenheit an. Bei beiden Varianten fehlen allerdings die rahmenvertragliche Regelung sowie die Zusicherung der Buchbarkeit einer freien Fahrt. 

 

So bei Carsharing-Anbietern registrieren

Bevor Nutzer:innen die Fahrzeuge eines:einer Carsharing-Anbieter:in fahren können, müssen sie sich bei dem Unternehmen persönlich registrieren. Hierbei wird ein gültiger Personalausweis oder Reisepass verlangt, um die Identität zu überprüfen und die Daten mit denen auf dem Führerschein abzugleichen. Daraufhin wird ein Vertrag über die gebührenpflichtige Nutzung der Fahrzeuge geschlossen. Nachdem die Fahrt mit dem Carsharing-Auto dann über die Internetseite, eine Smartphone-App oder die Telefonzentrale eines Anbieters gebucht wurde, kann das Fahrzeug mit einer elektronischen Karte oder dem Handy geöffnet werden. Den Autoschlüssel finden Nutzer:innen dann im Wagen. Auch Schlüsseltresore, die direkt neben dem Fahrzeug stehen, werden von einigen Anbietern verwendet.

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Carsharing: Vor der Fahrt auf Schäden/Mängel achten

Vor der Fahrt sollte mit dem Carsharing-Auto sollte es sicherheitshalber auf Schäden und Mängel kontrolliert werden. Diese müssen meist direkt dem:der Anbieter:in gemeldet oder in ein Handbuch im Auto eingetragen werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Zustand des Carsharing-Fahrzeugs vor und nach der Fahrt mit der Handykamera dokumentieren. So kann vermieden werden, dass Schäden von Vorgänger:innen unentdeckt bleiben und einem später zu Unrecht angelastet werden. Auch falls Nachfolger:innen einem ihre Schäden anlasten wollen oder in der mietfreien Zeit Schäden auftauchen, hat man im Notfall etwas in der Hand. Außerdem sollten Carsharing-Nutzer:innen vor dem Losfahren checken, ob sich alle wichtigen Dokumente – Tankkarte, Parkkarte, Parkausweis, Fahrzeugpapiere – im Fahrzeug befinden und den Versicherungsschutz prüfen. 

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Carsharing: Kosten/Preis und Bezahlung

Beim Carsharing nach dem Free-floating-Prinzip wird nur die tatsächliche Nutzungsdauer pro Minute abgerechnet. Stationäre Carsharing-Anbieter:innen hingegen rechnen pro gebuchte Stunde und Kilometer ab. Bei beiden Angeboten sind dann aber auch alle Kosten im Fahrpreis inbegriffen – inklusive Benzin oder auch Strom für E-Autos. Häufig gibt es eine Tankkarte für Nutzer:innen oder die Unternehmen betanken die Fahrzeuge selbst. Auch die anfallenden Kosten für Versicherung, TÜV, Wartung, Reifenwechsel, Werkstatt und Autopflege sowie alle anderen Pflichten übernimmt der:die Anbieter:in. Variieren können die Tarife zur Buchung eines Carsharing-Autos je nach Fahrzeugkategorie und Uhrzeit. In der Regel senden Carsharing-Unternehmen den Kund:innen unmittelbar nach der Fahrt eine E-Mail mit den entstandenen Kosten. Bezahlt wird dann in den meisten Fällen direkt per Abbuchung vom Konto (Lastschrift) oder mit Kreditkarte. Manche Carsharing-Betreiber:innen verlangen eine Schufa-Auskunft zur Prüfung der Bonität, andere die Zahlung einer Kaution oder Anmeldegebühr. Einige verlangen zudem eine monatliche Grundgebühr. Mehr zum Thema: Das sind die Kosten bei der Hauptuntersuchung

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Häufige Preisänderungen beim Carsharing

Eine zusätzliche Gebühr kann bei einigen Carsharing-Anbieter:innen anfallen, wenn die Miete des Wagens in Gebieten beendet wird, die sich etwas außerhalb der Stadt befinden. Für die nächsten Nutzer:innen kann das unter Umständen von Vorteil sein: So bietet etwa DriveNow Autos, die zu lange ungenutzt sind, zu günstigeren Minutenpreisen an. Und für Kund:innen, die ein Fahrzeug aus einer Randlage heraus wieder zurück an einen Hotspot fahren, gibt es kostenlose Bonusminuten. Nach einem ähnlichen Prinzip verfährt Car2Go: Wer in ein einsam am Stadtrand abgestelltes Fahrzeug steigt, zahlt oft weniger. Wer hingegen ein Auto des:der Carsharing-Anbieter:in zur Hauptverkehrszeit in der überfüllten Innenstadt bucht, für den gelten möglicherweise höhere Preise. Einige Unternehmen bieten zudem Prepaid-Pakete an, mit denen sich Kosten reduzieren lassen. Da es häufig Preisänderungen oder neue Tarife oder Gebühren gibt, sollte man sich auf den Webseiten der Carsharing-Anbieter immer über die genauen Konditionen informieren und entscheiden, welches Konzept am besten zu den persönlichen Anforderungen und Wünschen passt. In der Regel liegen die Preise für Fahrten mit Autos von Free-Floating-Anbietern über denen des stationsbasierten Carsharing.

Carsharing Verkehrsschild (Entwurf)
Vier menschliche Silhouetten und ein Auto, das in der Mitte durchgeschnitten ist: So stellen sich die Beamten des Bundesverekhrsministeriums das Verkehrszeichen für Carsharing-Parkplätze vor. Foto: Bauerstock/AUTO ZEITUNG/BMVI
 

Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge

Mit Inkrafttreten einer angepassten Straßenverkehrsordnung (StVO) am 28. April 2020 gibt es ein neues Symbol, das Carsharing-Fahrzeugen bevorrechtigtes Parken ermöglicht. Wer dort unerlaubt seinen Wagen abstellt, muss künftig 55 Euro Strafe zahlen. Eine neue Plakette an der Windschutzscheibe soll gemeinsam genutzte Autos kennzeichnen. Die Beamt:innen des Bundesverkehrsministeriums hatten bereits einen Entwurf für das neue Verkehrszeichen gestaltet: Das Piktogramm zeigt vier menschliche Silhouetten und ein in der Mitte durchgeschnittenes Auto – was eher so aussieht, als könnte man hier seine kaputten Fahrzeuge loswerden. Oliver Krischer, Verkehrsexperte der Grünen ermahnte Scheuer daraufhin, ein verständliches Piktogramm gestalten zu lassen: "Verkehrsminister Scheuer redet viel über die Zukunft der Mobilität. Wenn Maßnahmen anstehen, wird es dann aber sehr ruhig." 

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