X1/Kuga/Outlander: Hybrid-Vergleichstest Kuga 2.5 PHEV im Vergleichstest

von Marcel Kühler 16.12.2020
Inhalt
  1. BMW X1 xDrive25e, Ford Kuga 2.5 PHEV und Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid im Vergleichstest
  2. Fahrkomfort: Der Ford Kuga 2.5 PHEV überzeugt
  3. Motor/Getriebe: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid mit niedrigstem Verbrauch
  4. Fahrdynamik: Straffes Fahrwerk beim BMW X1xDrive25e 
  5. Kosten/Umwelt: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid bietet die längste Garantie
  6. Messwerte & technische Daten BMW X1 xDrive25e, Ford Kuga 2.5 PHEV und Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

Im Vergleichstest der Kompakt-SUV mit Hybrid Antrieb treten der Ford Kuga 2.5 PHEV, der BMW X1 xDrive25e und der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid gegeneinander an. Das Ergebnis!

Gesamtbewertung (max. Punkte)BMW X1
xDrive25e
Ford Kuga 2.5
Duratec PHEV
Mitsubishi
Outlander
Plug-in-Hybrid
Karosserie (1000)603620583
Fahrkomfort (1000)687709681
Motor/Getriebe (1000)619596566
Fahrdynamik (1000)672618616
Eigenschaftswertung (4000)258125432446
Kosten/Umwelt (1000)360411436
Gesamtwertung (5000)294129542882
Platzierung213

Im Vergleichstest stellt sich der Neuling Ford Kuga 2.5 PHEV dem betont sportlichen BMW X1 xDrive25e und dem Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid, der global zu den gefragtesten Teilzeitstromern überhaupt gehört. Plug-in-Hybride werden nicht zuletzt durch staatliche Förderung immer interessanter für alle, die im Normalfall mit einem täglichen Fahrpensum von etwa 30 bis 40 Kilometern auskommen. Sie können ihren mobilen Alltag lokal emissionsfrei bewältigen und freuen sich über niedrige laufende Kosten – schließlich ist Strom meist billiger als Kraftstoff. Geräumige SUV-Modelle wie der eben erst eingeführte Ford Kuga PHEV erfordern zudem keinerlei Kompromissbereitschaft, was die Praktikabilität angeht.

Der BMW X1 im Video:

 
 

BMW X1 xDrive25e, Ford Kuga 2.5 PHEV und Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid im Vergleichstest

Wer sich für ein kompaktes SUV entscheidet, tut dies nicht nur aus modischen, sondern häufig auch aus praktischen Gründen. Schließlich bieten die meisten Kraxler im Segment ein vergleichsweise hohes Maß an Alltagstauglichkeit. Und auch die hier versammelten Modelle haben in diesem Punkt einige gute Argumente auf ihrer Seite. So bietet der BMW X1 xDrive25e etwa für 195 Euro eine umklappbare Beifahrersitzlehne und serienmäßig eine dreiteilig umlegbare Rücksitzlehne. Im Gegensatz zu den konventionell angetriebenen Varianten des BMW X1 und auch zum Ford Kuga 2.5 PHEV ist die Fondbank aber nicht verschiebbar. Ein weiterer Vorzug des Neuen aus Köln: der in Summe größte Kofferraum im Vergleichstest. Für die Passagiere bietet jedoch der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid am meisten Platz. Anhand seiner Sicherheitsausstattung wird das fortgeschrittene Alter des asiatischen Bestsellers allerdings offensichtlich – schließlich läuft die aktuelle Generation des Outlander bereits seit 2012 vom Band. Erschwerend kommt hinzu, dass die wenigen verfügbaren Assistenzsysteme, darunter eine City-Notbremse, ein Abstandsregler und ein Toter-Winkel-Warner, nur gegen Aufpreis verfügbar sind. Ganz anders der Ford Kuga, der bekanntlich das neueste SUV im Trio ist: Er bringt ab Werk neben einer autonomen Notbremse mit Fußgängererkennung auch einen Spurhalteassistenten und eine Notrufautomatik mit. Zahlreiche weitere Sicherheitsfeatures, etwa eine Verkehrszeichenerkennung samt intelligentem Tempomaten und automatisierte Fahrfunktionen, die über einen reinen Staufolgeassistenten hinausgehen, sind im Fahrassistenz-Paket gebündelt als Option verfügbar.

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Fahrkomfort: Der Ford Kuga 2.5 PHEV überzeugt

Seit vielen Jahren steht die Marke Ford für fahrdynamisch talentierte Fahrzeuge, die gleichzeitig ein hohes Maß an Federungskomfort bereitstellen. Diesbezüglich ist auch der Ford Kuga 2.5 PHEV keine Ausnahme. Trotz 19 Zoll großer (Options-)Bereifung rollt der Kölner im Vergleichstest geschmeidig ab und federt auf kleinere Anregungen sanft an. Darüber hinaus verarbeitet sein Feder-Dämpfer-Set-up auch tiefe Fahrbahnschäden souverän. Im direkten Vergleich mit dem Kuga wirkt der BMW X1 xDrive25e schon beinahe hölzern. Seine Karosserie ist gerade auf der Autobahn nahezu permanent in Bewegung und agiert auch auf Kanten und Querfugen bei langsamerer Fahrt recht holprig. Die Fahrwerksabstimmung des Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid gibt indes ein etwas zwiespältiges Bild ab. Einerseits rollt der Japaner merklich geschmeidiger ab als etwa der X1 und verarbeitet auch kleinere Unebenheiten wirkungsvoller. Andererseits sackt er merklich in tiefere Unebenheiten ab und zeigt darüber hinaus leichte Ausfederbewegungen. Bei hohem Tempo liegt aber auch der Outlander erheblich ruhiger als der Bajuware.

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Motor/Getriebe: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid mit niedrigstem Verbrauch

Es ist schon bemerkenswert, welch gute Manieren BMW seinem Dreizylinder mit auf den Weg gegeben hat. Nahezu vibrationslos geht der 1,5 Liter große Turbo seiner Arbeit nach. In Zusammenarbeit mit dem zusätzlichen Elektro-Motor gefällt der BMW X1 xDrive25e in diesem Vergleichstest zudem mit der spritzigsten Antriebseinheit. Begünstigt durch die intuitiv und flott schaltende Automatik sprintet er in glatten sieben Sekunden auf Tempo 100. Der Ford Kuga 2.5 PHEV benötigt 1,8 Sekunden länger, der Mitsubishi Outlander sogar 2,5 Sekunden. Die Antriebseinheiten der beiden unterscheiden sich aber nicht nur in puncto Temperament, sondern auch in technischer Hinsicht grundlegend von der des BMW X1. Beide Hersteller nutzen für ihre Hybride einen Vierzylinder-Verbrenner, der nach dem Atkinson-Zyklus arbeitet. Dieser gewährleistet durch einen vergleichsweise hohen thermischen Wirkungsgrad eine höhere Effizienz als herkömmliche Ottomotoren. Offensichtlich wird dies aber nur beim Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid, der hier mit 6,1 Litern je 100 km am wenigsten Kraftstoff verbrennt, zusätzlich aber 6,9 Kilowattstunden an elektrischer Energie vernichtet. Der X1 ist lediglich um 0,2 Liter durstiger, benötigt mit 4,4 Kilowattstunden jedoch am wenigsten zusätzliche elektrische Energie. Für ein derart großes Auto ist aber auch der Kuga mit seinem Verbrauch von 6,6 Liter Kraftstoff zuzüglich 5,2 Kilowattstunden elektrischer Energie sehr genügsam unterwegs.

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Fahrdynamik: Straffes Fahrwerk beim BMW X1xDrive25e 

Die straffe Fahrwerksabstimmung verhilft dem BMW X1 xDrive25e zu überragenden querdynamischen Eigenschaften. Der Münchner lenkt zackig ein und baut unbehelligt von ESP-Eingriffen hohe Kurvengeschwindigkeiten auf. Der X1 lässt sich zudem mit gezielten Lastwechseln punktgenau platzieren, indem sich das Heck beim Gaswegnehmen sanft in die Kurve eindreht. Der Ford Kuga 2.5 PHEV – übrigens der einzige Fronttriebler im Vergleichstest – und der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid hingegen werden von ihren elektronischen Rettungsankern früh eingebremst. Davon abgesehen wirkt der Kuga aufgrund der wesentlich direkteren Lenkung und der geringeren Karosseriebewegungen aber deutlich agiler als der behäbige japanische Wettbewerber. Eine gemeinsame Auffälligkeit haben alle Testkandidaten: Die Bremswege sind vor allem mit warmer Anlage teils eklatant länger als bei den konventionell angetrieben Derivaten von BMW X1, Ford Kuga und Mitsubishi Outlander – wohl ein Tribut, den das hohe Gewicht der zusätzlichen Batterietechnik einfordert. Immerhin: Der Kuga kommt mit kalter Bremsanlage nach erfolgter Vollbremsung aus Tempo 100 bereits nach guten 34,7 Metern wieder zum Stehen.

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Kosten/Umwelt: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid bietet die längste Garantie

Unter Berücksichtigung der staatlichen Innovationsprämie und des Hersteller-Bonus geht der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid mit einem bewerteten Preis von 26.927 Euro hier fast schon als Schnäppchen durch – jedenfalls gemessen am BMW X1 xDrive25e, der happige 14.325 Euro teurer ist. Der werksseitig umfangreich ausgestattete Ford Kuga 2.5 PHEV ist immer noch 8962 Euro günstiger als das bayerische Premium-Produkt. Dass der Outlander das Kostenkapitel des Vergleichstests mit komfortablem Vorsprung gewinnt, hat aber noch einen anderen triftigen Grund: die fünfjährige Herstellergarantie. Bei den laufenden Kosten halten sich die Unterschiede zwischen den Testaspiranten – bedingt durch die ähnlichen Kraftstoffverbräuche und nahezu identischen Versicherungseinstufungen – indes in sehr engen Grenzen.

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Messwerte & technische Daten BMW X1 xDrive25e, Ford Kuga 2.5 PHEV und Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

AUTO ZEITUNG 22/2020BMW X1
xDrive25e
 
Ford Kuga 2.5
Duratec PHEV
Mitsubishi
Outlander
Plug-in-Hybrid
Technik 
Zylinder/Ventile pro Zylin.3/4; Turbo4/4; Turbo4/4;
Hubraum1499 cm³2488 cm³2360 cm³
Gesamtleistung162 kW / 220 PS165 kW / 225 PS165 kW / 224 PS
Leistung Verbrenner/
E-Motor
92 kW/125 PS
70 kW
112 kW/152 PS
96 kW
99 kW/135 PS
60kW vorn
70 kW hinten
Max. Gesamtdrehmoment385 Nmk.A332 Nm
BatterieLithium-IonenLithium-IonenLithium-Ionen
Spannung/Kapazität
brutto / netto
295 V
10,0/8,8 kWh
300 V
14,4/10,4 kWh
300 V
13,8/k.A kWh
Getriebe/Antrieb6-Stufen-Automatik
Allrad, permanent
Automatik, stufenlos
Vorderrad
Automatik, stufenlos
Allrad, permanent
Messwerte 
Leergewicht (Werk/Test)1745/1790 kg1769/1821 kg1896/1950 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)7,0 s8,8 s9,5 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)193 km/h200 km/h170 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,4/36,7 m34,7/36,4 m37,0/37,7 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)6,3/1,7 l6,6/1,4 l6,1/1,8 l
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)166/39 g/km177/32 g/km173/40 g/km
Reichweite571 km681 km705 km
Preise 
Grundpreis44.499 €38.553 €37.032 €
Testwagenpreis41.252 €32.290 €26.927 €

von Marcel Kühler von Marcel Kühler
Unser Fazit

Der BMW X1 xDrive25e kann sich aufgrund seiner in diesem Testfeld unerreichten Fahrdynamik und des mit Abstand spritzigsten, dabei aber sparsamen Antriebspakets den Sieg in der Eigenschaftwertung sichern. Der Gesamtsieg aber geht an den Ford Kuga 2.5 PHEV, der nicht nur eklatant günstiger ist als das bayerische Premium-SUV. Der sportlich aussehende Neuling bietet dazu mehr Platz, mehr Assistenzsysteme und einen besseren Fahrkomfort. Der immerhin bereits seit acht Jahren verkaufte Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid schlägt sich zwar wacker, kann in vielen Belangen aber nicht mehr mit dem Tempo der deutlich jüngeren Konkurrenz mithalten. Allerdings geht der Japaner dank des niedrigen bewerteten Preises und großzügiger Garantie klar als Preis-Leistungs-Sieger dieses Vergleichstests hervor.

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