BMW M3 CSL trifft Mitsubishi Lancer Evo VII: Vollgas-Duell
Diese beiden Autos, BMW M3 CSL und Mitsubishi Lancer Evo VII, haben eine große Gemeinsamkeit: Sie wollen Spaß machen! Und trotzdem liegen Welten zwischen den leistungsstarken Youngtimern – beim Antrieb ebenso wie in der Preisgestaltung ...
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- Power-Coupé trifft Allrad-Limo: BMW M3 CSL im Duell mit dem Mitsubishi Evo VII
- BMW betrieb mit dem M3 CSL konsequenten Leichtbau
- Ist der Preisunterschied beim Fahrspaß spürbar?
- Der Evo VII besticht mit Grip und Gimmicks
- Der M3 CSL ist selten, der Evo oft verbastelt
- Technische Daten von BMW M3 CSL und Mitsubishi Evo VII
Power-Coupé trifft Allrad-Limo: BMW M3 CSL im Duell mit dem Mitsubishi Evo VII
Spüren Sie es auch? Dieses leichte Zucken im rechten Fuß, dieses Verlangen in der Hand, endlich den ersten Gang einzulegen? Wollen Sie die Motoren hören, den Vortrieb erleben? Dann sind Sie hier goldrichtig beim Vollgas-Duell zwischen BMW M3 CSL und Mitsubishi Lancer/Carisma Evolution VII!
Der BMW M2 CS im Fahrbericht (Video)

BMW betrieb mit dem M3 CSL konsequenten Leichtbau
Gönnen wir uns trotzdem zunächst eine kleine Runde um unsere Protagonisten: Der BMW wirkt erst einmal recht unauffällig, nicht nur aufgrund seiner unspektakulären Außenfarbe. Aber: Er ist die Ikone für den Fan, einer von 1383 gebauten M3 CSL. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar, um es mit dem Kleinen Prinzen zu sagen.
Denn das „CSL“ steht wie einst beim 3.0 CSL für „Coupé Sport Leichtbau“. Und das haben die in München ernst gemeint: Dach und Stoßfänger aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, eine Sandwich-Platte aus Papierwaben als Kofferraumboden und der Heckdeckel aus leichtem Verbundwerkstoff lassen den CSL rund 150 kg leichter werden als einen gewöhnlichen M3 seiner Generation.

Der Mitsubishi gibt lieber den Macho: Knallgelb macht er auf sich aufmerksam, sein üppiger Heckflügel erinnert an die der erfolgreichen Rallye-Boliden der Marke. Leichtbau war hier nicht unbedingt das Thema. Doch trotz seines Allradantriebs ist der Lancer, der seinerzeit in Deutschland als Carisma GT Evolution VII verkauft wurde – kurz: Evo VII – 80 kg leichter als der BMW.
Die Diät der Bayer:innen hatte 2003 wiederum ihren Preis: Mit einem Kaufpreis von 85.000 Euro schlug der CSL einst zu Buche. Den Japaner gab es für die Hälfte. Doch was nützen uns die Preise von damals? Classic Data notiert nach 23 Jahren noch üppigere 99.000 Euro für einen guten CSL, der Evo VII ist in einem ähnlichen Zustand für vergleichsweise schmale 35.700 Euro zu bekommen.
Ist der Preisunterschied beim Fahrspaß spürbar?
Und jetzt Butter bei die Fische: Was gibts fürs Geld? Probieren wir es aus: Einmal warmgefahren, brüllt der BMW beim Tritt aufs Pedal entfesselt los – heiser röhrend bis metallisch kreischend. Die einen wenden sich verstört dem akustisch deutlich dezenteren Turbomotor aus Japan zu, die anderen werden süchtig nach dem bajuwarischen Jauchzen.
Das ist Lebensfreude pur: Nutzt man jetzt auch noch die Launch Control, stürmt der M3 los wie ein Pennäler nach Schulschluss zum nächsten Kiosk. Nach 5,2 s hat der CSL Landstraßentempo erreicht.
Asphalt? Interessiert den Mitsubishi gar nicht. Er will Schotter! Tatsächlich bremst die brachiale Traktion den Allradler bei an sich optimalen Bedingungen etwas ein – er baut einfach zu viel Grip auf. Etwas Schlupf würde dem Vortrieb gut tun. Trotzdem: Die 2003 von der AUTO ZEITUNG gemessenen 6,1 s sind ein stolzer Wert.
Wo wir gerade über Zahlen sprechen: 280 PS (206 kW) lässt der japanische Motor auf die beiden Achsen los, derer 360 (265 kW) sind es beim hinterradgetriebenen BMW. Das Drehmoment ist auf ungefähr gleichem Level, liegt beim Evo VII aber deutlich früher an. Der nutzbare Drehzahlbereich fällt dadurch beim Japaner spürbar kleiner aus: Der von einem zweistufigen Titan-Turbo aufgeladene Reihenvierzylinder erwacht nämlich erst bei 3000 Touren zum Leben und marschiert ab 3750 Rotationen so richtig voran. Bei 6500/min ist dann aber auch schon die maximale Leistung erreicht.
Der Evo VII besticht mit Grip und Gimmicks
Der BMW giert nach Drehzahl, macht erst bei 7900/min Schluss und wirkt auch vorher alles andere als schwach auf der Brust. Seine sequentielle Schaltung ist dem manuell zu schaltenden, manchmal etwas hakeligen Fünfgang-Getriebe des Mitsubishi ohnehin überlegen.
Nettes Gimmick beim Evo: Ein Druck auf die unscheinbare Taste hinter der Handbremse bewirkt, dass Wasser auf den Ladeluftkühler gespritzt wird, wodurch die Leistung kurzfristig ansteigt.

Mit jedem Meter wird der Preisunterschied der Probanden nachvollziehbarer: Wo es auf den Allradantrieb ankommt, sorgen die Rallye-Gene für ein breites Grinsen im Gesicht der Mitsubishi-Fahrenden. Insgesamt aber erweist sich der BMW als ausgewogener. Allein die hervorragende Gewichtsverteilung des M3, beim CSL noch einmal optimiert, sprengt die üblichen Dimensionen.
Wohlgemerkt: Wir sind in einem Bereich unterwegs, in dem sich der Youngtimer-Fan höchstens beim Trackday (oder der Rallye Köln-Ahrweiler) auf die Nordschleife begibt. Auf öffentlichen Straßen sollte man mit keinem dieser Autos den Grenzbereich ausloten.
Der M3 CSL ist selten, der Evo oft verbastelt
Das reduziert dann auch den Kraftstoffverbrauch – Kostverächter sind sie nämlich beide nicht: Im AUTO ZEITUNG-Mix wurden 13,1 l auf 100 km für den BMW ermittelt, der Mitsubishi gönnte sich noch einmal fast dreieinhalb Liter mehr. Prost! Kommen wir zum ungemütlichen Teil.
Sollten Sie jetzt Lust auf eins der beiden Spaßmobile verspüren, haben wir mittelmäßig gute Nachrichten: Der CSL ist ein Sammlerstück – Echtheit, Originalität und aufgerufener Preis sollten gründlichst überprüft werden. Der Evo VII ist vor allem bei Rallye-Teams beliebt und wurde entsprechend modifiziert und genutzt. Trotzdem ist sein Preis-Leistungs-Verhältnis fast unschlagbar. Das gilt heute noch mehr als damals.
Technische Daten von BMW M3 CSL und Mitsubishi Evo VII
Classic Cars 02/2026 | BMW M3 CSL | Mitsubishi Carisma/Lancer GT Evolution VII |
|---|---|---|
Zylinder / Ventile pro Zylin. | 6 / 4 | 4 / 4 |
Hubraum | 3246 cm³ | 1997 cm³ |
Leistung | 265 kW/360 PS bei 7900 U/min | 206 kW/280 PS bei 6500 U/min |
Max. Gesamtdrehmoment bei | 370 Nm bei 4900 U/min | 383 Nm bei 3500 U/min |
Getriebe / Antrieb | sequentielles 6-Gang-Getriebe / Hinterrad | 5-Gang-Getriebe / Allrad |
L / B / H | 4492 / 1924 / 1365 mm | 4455 / 1770 / 1450 mm |
Leergewicht | 1385 kg | 1305 kg |
Bauzeit | 2003 – 2004 | 2001 – 2004 |
Stückzahl | 1383 | 10.580 |
Beschleunigung null auf 100 km/h | 5,2 s (AZ 15/2003) | 6,1 s (AZ 15/2003) |
Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h (AZ 15/2003) | 253 km/h (AZ 15/2003) |
Verbrauch auf 100 km | 13,1 l S (AZ 15/2003) | 16,5 l S (AZ 15/2003) |
Grundpreis (Jahr) | 85.000 Euro (2003) | 43.600 Euro (2003) |























