Vergleichstest: BMW M135 fordert Toyota GR Yaris zum Duell
Unbändige Fahrfreude hat viele Gesichter – gerade auch in der Kompaktklasse. Mit dem BMW M135 xDrive und dem Toyota GR Yaris duellieren sich im Vergleichstest zwei fahrdynamisch besonders engagierte Charakterdarsteller.
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- Im Vergleichstest: Toyota GR Yaris gegen BMW M135 xDrive
- Karosserie: Der BMW ist das komplettere Auto
- Fahrkomfort: Beide Sportler sind recht hart abgestimmt
- Motor/Getriebe: Der Toyota explodiert regelrecht
- Fahrdynamik: Der BMW ist jederzeit gutmütig
- Umwelt/Kosten: Toyota bietet eine Garantie über 15 Jahre oder 250.000 km
- Fazit
- Technische Daten & Messwerte von Toyota GR Yaris und BMW M135 xDrive
- Ausstattung/Preise
- Gesamtbewertung
Im Vergleichstest: Toyota GR Yaris gegen BMW M135 xDrive
BMW gegen Toyota – ein Duell, das durchaus eine gewisse Würze mitbringt. Immerhin haben die beiden automobilen Schwergewichte sogar in der Vergangenheit erfolgreich im Sportwagenbereich zusammengearbeitet. Herausgekommen aus einer Kooperation ist etwa der herrliche urige GR Supra, der im Wesentlichen auf dem BMW Z4 Roadster basiert.
Angesichts des drohenden Produktionsendes im Frühjahr 2026 wird der Toyota GR Yaris allerdings wohl erst einmal zum sportlichen Alleinherrscher im Toyota-Portfolio werden. Aber auch sonst ist der wilde Kleine ein ziemlich einzigartiger Typ, der Rallye-Gene inklusive Technik-Anleihen aus dem Rennsport in sich trägt.
Dagegen mutet der aktuelle Topsportler der 1er-Reihe, der BMW M135 xDrive, schon fast konventionell an. Wer auf der Strecke und im Alltag den besseren Eindruck hinterlässt, wird am Ende des Vergleichstests aufgelöst.
Der Toyota GR Yaris (2024) im Fahrbericht (Video)

Karosserie: Der BMW ist das komplettere Auto
Was Kompaktsportler vom Schlag eines BMW M135 oder auch Toyota GR Yaris von reinrassigen Sportwagen unterscheidet, ist heutzutage gar nicht mal so sehr das schiere Leistungsvermögen, sondern vielmehr die gebotene Praktikabilität. In dieser Hinsicht erweist sich der BMW als das deutlich komplettere Auto im Vergleichstest. Er bietet auf allen Plätzen erheblich mehr Raum als der Toyota, dank viertüriger Karosserie den bequemeren Zustieg zum Fond und einen Kofferraum, der diese Bezeichnung auch verdient.
Während das Staufach unter der Heckklappe des GR Yaris mit 141 l Fassungsvermögen im Prinzip nur für eine große Sporttasche genügt, schluckt das des M135 immerhin 380 l. Das reicht für einen Wochenend-Trip zu viert vollkommen aus. Weitere Vorteile des Bajuwaren sind die mit 557 zu 338 kg erheblich üppigere Zuladung, eine ungleich umfangreichere Sicherheitsausstattung mit aktuellsten Assistenzsystemen sowie eine sicht- und spürbar hochwertigere Materialanmutung.

Fahrkomfort: Beide Sportler sind recht hart abgestimmt
Und auch im Fahrkomfort hat der Toyota seinem Rivalen nur wenig entgegenzusetzen. Das liegt vor allem an der während profaner Alltagsfahrten durchaus störenden Geräuschkulisse im Innenraum. Sei es der schon ab mäßigen Geschwindigkeiten tosende Wind, das stets prägnante Abrollgeräusch der Reifen oder der kernig trompetende Motor – für Migräne-Patienten ist der Toyota GR Yaris definitiv nichts. Nehmerqualitäten fordert des Weiteren das rigoros straff abgestimmte Fahrwerk ein, das nahezu jede noch so kleine Unebenheit an die Mitfahrenden weiterreicht.
Allerdings ist auch der BMW M135 alles andere als eine Sänfte. Der Fünftürer quittiert im Vergleichstest selbst kleinere Anregungen mit ausgeprägten Aufbaubewegungen, er plumpst geradezu in Senken hinein und reagiert auf einseitige Unebenheiten mit wankenden Bewegungen um die Längsachse.
Immerhin verwöhnt der Bajuware seine Fahrgäste vorn mit langstreckentauglichen Sportsitzen, die nicht nur viel Halt bis in den Schulterbereich, sondern auch eine bequeme Polsterung bieten. Die Sitze des Japaners stützen den Körper seitlich ebenfalls wirkungsvoll ab, verfügen allerdings nur über eine recht kurze Sitzfläche, die sich im Gegensatz zu jener der BMW-Fauteuils nicht ausziehen lässt.
Motor/Getriebe: Der Toyota explodiert regelrecht
Doch genug der spröden Alltagskriterien. Kommen wir nun zu den Dingen, welche die beiden Kompaktsportler wirklich ausmachen, etwa die Antriebseinheiten.
Toyota geht auch hier einen eigenwilligen Weg und pflanzt einen testosterongeschwängerten Dreizylinder-Turbo mit 1,6 l Hubraum unter die knuffige Haube des GR Yaris. Die Leistungsausbeute des bereits im Stand ungeduldig röhrenden Triebwerks: 280 PS (206 kW) bei 6500 Touren und ein maximales Drehmoment von 390 Nm, das zwischen 3250 und 4600 Umdrehungen anliegt.Damit schafft der Japaner Fahrleistungen, von denen alle anderen Kleinwagen nur träumen können: Den Standardsprint schüttelt der Toyota GR Yaris in 5,1 s aus dem Ärmel, Tempo 200 erreicht er im Vergleichstest nach 20,2 s. Erst bei 230 Sachen ist Schluss mit dem Vorwärtsdrang.
Der BMW M135 xDrive ist mit seinem 300 PS (221 kW) starken Vierzylinder-Turbo zwar etwas, aber nicht unbedingt überlegen flotter unterwegs. Landstraßentempo erreicht der Münchner in 4,8 s, 200 km/h in glatten 19. Für die theoretische Endgeschwindigkeit von 250 km/h braucht es allerdings Zeit – und die gibt es auf unseren chronisch überfüllten Autobahnen bekanntlich eher selten..
Dennoch hat der Antrieb des M135 auch nicht wegzudiskutierende Vorzüge, etwa die spontanere Gasannahme und die linearere Leistungsabgabe. Während der Toyota immer eine kleine Gedenksekunde benötigt und dann fast schon explosionsartig voranstürmt, zieht der Münchner gleichmäßig druckvoll durch. Darüber hinaus läuft das weiß-blaue Zweiliter-Herz erheblich vibrationsärmer und akustisch besser gekapselt.
Der Dreizylinder fällt hingegen zunächst mit seinem eher unruhigen Leerlauf auf und entwickelt beim Ausdrehen teils unschöne Dröhnfrequenzen. Der größte Pluspunkt des BMW M135 bleibt indes der geringere Verbrauch. Während sich der Toyota GR Yaris auf unserer Testrunde durchschnittlich 9,1 l Super Plus munden lässt, benötigt der M135 auf 100 km 0,9 l weniger Kraftstoff

Fahrdynamik: Der BMW ist jederzeit gutmütig
Auf der Sprintstrecke des Nürburgrings müssen die beiden Sportler nun endgültig beweisen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Das anspruchsvolle Kurvengeschlängel in der Eifel meistert der Toyota GR Yaris in einer respektablen Zeit von 1:46,7 min. Dabei offenbart der Renn-Zwerg ein sehr erwachsenes Fahrverhalten, das zudem frei von jedweder Tücke ist. Nicht einmal das grobe Überfahren der Randsteine bringt den Japaner aus der Fassung.
Dirigiert über eine zielgenaue, wenngleich etwas indirekte Lenkung zeigt er ein leichtfüßiges Einlenkverhalten. Bei spontaner Gaswegnahme dreht sich das Heck sanft in die Kurve ein, sodass sich der Winzling ganz hervorragend auch mit dem rechten Pedal auf der Strecke platzieren lässt. Beim Überschreiten des Grenzbereichs schiebt der GR Yaris dann sanft über alle vier Räder nach außen.
Verlass ist ferner stets auf seine Bremsanlage, die selbst hohe Geschwindigkeiten zuverlässig und vehement reduziert. Allerdings wird das Heck des Asiaten bei vollem Ankern aus hohen Geschwindigkeiten ziemlich unruhig, sodass teilweise leichte Lenkkorrekturen nötig sind.
Derlei Eskapaden leistet sich der absolut gutmütige BMW bei aller Agilität zu keinem Zeitpunkt im Vergleichstest. Zwar lässt sich auch das Heck des BMW M135 xDrive gezielt mit dem Gasfuß in Kurven dirigieren, doch grundsätzlich ist sein Fahrverhalten leicht untersteuernd ausgelegt. Die variable Sportlenkung spricht besonders um die Mittellage zackiger an als die Toyota-Lenkung und ist auch über den Anlenkpunkt hinaus direkter übersetzt. Wie der GR Yaris kennt der M135 Traktionsprobleme ebenfalls nur vom Hörensagen. Hier wie dort sorgt eine serienmäßige Differentialsperre dafür, dass die Motorkräfte effektiv verteilt werden.
Die Bremsanlage des Bajuwaren erweist sich derweil als absolut stressresistent und brilliert warm mit 32,1 m Bremsweg aus Tempo 100. Mit diesen Eigenschaften nimmt der M135 seinem Widersacher 1,3 s auf einer Runde ab. Allerdings tritt der BMW mit viel Grip bietender Michelin-Cup-Bereifung an – also Semi-Slicks –, während es Toyota beim GR Yaris bei den alltagstauglicheren Pilot Sport-Pneus desselben Herstellers bewenden lässt.
Umwelt/Kosten: Toyota bietet eine Garantie über 15 Jahre oder 250.000 km
Bereits in den Basisvarianten trennen die beiden Sportskanonen 3710 Euro. Der Preisunterschied wächst sogar auf imposante 7660 Euro an, wenn wir die wertungsrelevante Ausstattung des BMW-Testwagens addieren – der Toyota GR Yaris beinhaltet keine Extras, die wir ihm anlasten müssen. Der BMW M135 verliert im Lauf von vier Jahren obendrein 33.046 Euro an Wert. Der GR Yaris dagegen büßt „lediglich“ 26.193 Euro seines Neupreises ein und ist außerdem etwas günstiger in der Versicherung. Der BMW hingegen punktet mit den niedrigeren Kraftstoff- und Werkstattkosten, der günstigeren Steuer sowie den geringeren Emissionen.
Allerdings hat Toyota noch einen letzten – und zumindest in diesem Kapitel ausschlaggebenden – Trumpf im Ärmel: die beispiellose Fahrzeuggarantie, die sich mit jeder Wartung in einer autorisierten Werkstatt über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren beziehungsweise einer Laufleistung von 250.000 km erstreckt. So holt der GR Yaris hier seinen ersten und einzigen Kapitelsieg. Dennoch zu wenig, um gegen den objektiv betrachtet übermächtigen Vergleichstest-Gegner zu bestehen …
Fazit
Vergnügliche Stunden auf der Rennstrecke und auf verwinkelten Landstraßen garantieren beide Kompaktsportler. Geht es jedoch um die spröden Alltagssituationen, verrichtet der BMW M135 xDrive seinen Job unaufgeregter und souverän. Er bietet mehr Komfort und aufgrund der ungleich geräumigeren Karosserie erheblich mehr Praktikabilität. Dem ungestümen Toyota GR Yaris wohnt dafür mehr noch als dem Rivalen der Reiz des Ungewöhnlichen inne. Ein vergleichbares Auto gibt es schließlich derzeit bei keinem anderen Hersteller. Dennoch sprechen die rationalen Aspekte für den Testsieger aus München.
Technische Daten & Messwerte von Toyota GR Yaris und BMW M135 xDrive
AUTO ZEITUNG 24/2025 | BMW M135 xDrive | Toyota GR Yaris |
|---|---|---|
Technik | ||
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler; Turbo; Partikelfilter | 3-Zylinder, 4-Ventiler; Turbo; Partikelfilter |
Hubraum | 1998 cm³ | 1618 cm³ |
Bohrung / Hub | 82,0 / 94,6 mm | 87,5 / 89,7 mm |
Leistung | 221 kW / 300 PS, 5750–6500 /min | 206 kW / 280 PS, 6500 /min |
Max. Drehmoment | 400 Nm bei 2000–4500 /min | 390 Nm bei 3250–4600 /min |
Kraftübertragung | ||
Getriebe | 7-Gang Doppelkupplung | 8-Stufen-Automatik |
Antrieb | Allrad, permanent | Allrad, permanent |
Fahrwerk | ||
Radaufhängung | v: McPherson, h: Mehrfachlenker, adapt. Dämpfer, Stabi, DSC (ESP) | v: McPherson, h: Mehrfachlenker, adapt. Dämpfer, Stabi, VSC+ (ESP) |
Lenkung | Zahnstange; Servo, elektr.; variable Sportlenkung | Zahnstange; Servo, elektrisch |
Bremsen | rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent | rundum: innenbelüftete Scheiben; ABS, Bremsassistent |
Serienbereifung | rundum: 225/45 R 18 | rundum: 225/40 ZR 18 |
Testbereifung | rundum: 235/40 ZR 19 Y XL | rundum: 225/40 ZR 18 Y XL |
Reifen | Michelin Pilot Sport Cup 2* | Michelin Pilot Sport 4 S |
Maße & Gewichte | ||
Außenmaße (L / B / H) | 4361 / 1800 / 1459 mm | 3995 / 1805 / 1455 mm |
Radstand | 267,0 cm | 256,0 cm |
Kofferraumvolumen | 380–1200 l | 141–768 l |
Leergewicht Werk / Test | 1550 / 1543 kg | 1293 / 1307 kg |
Zul. Gesamtgewicht* | 2100 kg | 1645 kg |
Effektive Zuladung | 557 kg | 338 kg |
Anhängelast* (gebr. / ungebr.) | 1300 / 750 kg | – / – |
Dachlast* / Stützlast* | 75 / 75 kg | – / – |
Wendekreis links / rechts | 11,6 / 11,7 m | 11,3 / 11,2 m |
Fahrleistungen | ||
0 – 50 km/h | 2,0 s | 2,1 s |
0 – 100 km/h | 4,8 s | 5,1 s |
0 – 200 km/h | 19,0 s | 20,2 s |
Höchstgeschwindigkeit* | 250 km/h | 230 km/h |
Handlingkurs | 1:45,4 min | 1:46,7 min |
Slalom (Pylonenabstand 18 m) | 70,7 km/h | 68,9 km/h |
Bremswege | ||
aus 100 km/h kalt / warm | 33,6 / 32,1 m | 33,8 / 33,8 m |
aus 50 / 150 km/h kalt | 8,8 / 71,8 m | 8,9 / 75,9 m |
Innengräusche | ||
Standgeräusch | 40 dB(A) | 49 dB(A) |
bei 50 km/h | 60 dB(A) | 65 dB(A) |
bei 100 / 130 km/h | 66 / 71 dB(A) | 71 / 75 dB(A) |
Verbräuche | ||
Testverbrauch | 8,2 l SP / 100 km | 9,1 l SP / 100 km |
WLTP-Verbrauch* | 7,6 l SP / 100 km | 9,5 l SP / 100 km |
CO2 Test / WLTP | 194 / 173 g/km | 216 / 215 g/km |
Tankinhalt* | 49 l | 50 l |
Reichweite | 598 km | 550 km |
*Werksangaben | ||
Ausstattung/Preise
BMW M135 xDrive | Toyota GR Yaris | |
|---|---|---|
Grundpreis | 56.200 € | 52.490 € |
Testwagen-Optionen | ||
Bremsen | 3950 € (im M Technik-Paket II) | – |
Reifen | M Technik-Paket II | – |
Sitze | M Technik-Paket II | – |
Aufpreis | 3950 € | 0 € |
Bewerteter Preis | 60.150 € | 52.490 € |
Ausstattung | ||
Alarmanlage | Serie | – |
Autonome Fahrfunktionen | 700 € | – |
Einparkassistent | Serie | – |
Head-up-Display | 3800 € (nur im Innovationspaket) | – |
Leder-/Kunstleder-Polsterung | 400 € | Serie |
Lenkradheizung | 250 € | Serie |
Metallic-Lackierung | 750 € | 550 € |
Navigationssystem | Serie | Serie |
Panorama-Glasdach | 1180 € | – |
Sitzheizung | Serie | Serie |
Wartung / Rabatt / Wertverlust | ||
Werkstattkosten* | 690 € | 964 € |
Rabatt** | 22,5 % / 12.645 € | – |
Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a. | 58,8 % / 33.046 € | 49,9 % / 26.193 € |
Versicherung / Steuern pro Jahr | ||
HP / VK / TK Typklassen | 13 / 28 / 25 | 15 / 27 / 24 |
HP / VK / TK Kosten | 595 / 1503 / 277 € | 690 / 1304 / 229 € |
Abgasnorm / Steuer | Euro 6e / 226 € | Euro 6e / 374 € |
* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC **Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten | ||
Gesamtbewertung
Punkte max. | BMW M135 xDrive | Toyota GR Yaris | |
|---|---|---|---|
Karosserie | 1000 | 624 | 480 |
Fahrkomfort | 1000 | 670 | 599 |
Motor / Getriebe | 1000 | 694 | 647 |
Fahrdynamik | 1000 | 803 | 754 |
Eigenschaftswertung | 4000 | 2791 | 2480 |
Kosten / Umwelt | 1000 | 289 | 314 |
Gesamtwertung | 5000 | 3080 | 2794 |
Platzierung | 1 | 2 | |






















