BMW 3er Touring/Mercedes C-Klasse T: Vergleich Kombi-Rivalen von BMW und Mercedes

von Caspar Winkelmann 24.01.2020
Inhalt
  1. BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell im Vergleich
  2. BMW 3er Touring im Vergleich agiler als Mercedes C-Klasse T-Modell
  3. Technische Daten BMW 330d xDrive Touring & Mercedes C 220 d T-Modell

Exklusives Vergleich zwischen BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell: Denn trotz des SUV-Booms erfreuen sich Mittelklasse-Kombis bei Geschäftsleuten und Familien nach wie vor großer Beliebtheit. So schlägt sich der neue 3er gegen die kürzlich überarbeitete C-Klasse!

SUV dominieren inzwischen die Produktpaletten vieler Automobilhersteller und sind aus dem Straßenbild längst nicht mehr wegzudenken. Vor allem Käufer mit erhöhtem Platzbedarf stellt sich immer häufiger die Frage, ob es noch ein klassischer Kombi oder doch lieber ein trendiges SUV sein soll. Natürlich haben BMW und Mercedes inzwischen eine ganze Armada an SUV im Portfolio, die absatzstärksten Modelle heißen aber nach wie vor BMW 3er und Mercedes C-Klasse. Im Kombi-Vergleich zwischen BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell liefern sich die beiden Bestseller traditionell heiße Gefechte um die Pole Position in der Mittelklasse. Mehr zum Thema: Kommt so der BMW M3?

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BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell im Vergleich

Mit einer Außenlänge von 4,71 Metern überragt der BMW 3er Touring seinen Vorgänger um ganze acht Zentimeter. Und wie bereits die Limousine der siebten Generation gibt sich der Touring optisch dank dominanter Kühlerniere und strengem LED-Scheinwerfer-Blick angriffslustig. Das 4,70 Meter lange Mercedes C-Klasse T-Modell schaut etwas freundlicher drein, bietet jedoch genau die optische Präsenz, die man von einem Mercedes erwartet. Zudem geht es im Benz-Interieur dank diverser Aluminium-Oberflächen und des großzügigen Einsatzes von aufpreispflichtigem Designo-Leder ausgesprochen edel zu. Die Materialien des BMW fassen sich ebenfalls gut an, und in puncto Verarbeitungsgüte hat der Münchner sogar leicht die Nase vorn. Selbiges gilt für die Bedienung: Zwar ist das neue Operatingsystem 7.0 genannte iDrive wegen seiner immensen Funktionsfülle nicht mehr ganz so intuitiv zu bedienen wie noch beim Vorgängermodell, die Handhabung der Fahrzeug- und Multimediafunktionen gelingt jedoch einfacher als beim Mercedes – auch weil die C-Klasse noch nicht über das aus anderen Modellen bekannte MBUX-Multimediasystem verfügt. Die Sprachsteuerung des Testwagens etwa hat teilweise erhebliche Verständnisprobleme. Der 3er hört dagegen aufs Wort und setzt selbst anspruchsvolle und frei heraus gesprochene Kommandos um – da erübrigt sich häufig der Griff zum praktischen Dreh-Drück Steller oder das Touchen auf dem Zentralbildschirm. Wie es sich für Premium-Kombis gehört, können Raumangebot und Sitzkomfort für Fahrer und Beifahrer beim Vergleich zwischen BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell hier wie dort überzeugen. Der BMW offeriert jedoch noch mehr seitliche Bewegungsfreiheit, und seine optionalen Sportsitze (550 Euro) lassen sich vielfältiger einstellen. Fondpassgiere reisen im etwas luftiger geschnittenen 3er ebenfalls bequemer, besonders weil sich die Schenkelauflage der Rückbank deutlich besser nutzen lässt. Die kurze Sitzfläche in der C-Klasse stellt wesentlich weniger Abstützung zur Verfügung. Und wie ist es um die wichtigen Kombi-Kriterien Laderaumvolumen und Variabilität bestellt? Mit 500 bis 1510 Litern fällt das mit feinem Teppich ausgeschlagene Gepäckabteil des BMW größer aus als das edel verkleidete Pendant des Mercedes (460 bis 1480 Liter). Die Rücksitze klappen bei beiden Kombis stets dreiteilig um. Zudem bietet der 3er eine Reihe von cleveren Details: Seine Heckklappe öffnet sich serienmäßig elektrisch (Mercedes: 476 Euro), das Heckfenster kann man separat öffnen, und unter dem Ladeboden lassen sich Laderaumrollo sowie Netztrennwand bei Nichtgebrauch verstauen. Der Stuttgarter Rivale kontert mit einer standardmäßigen Fernentriegelung für die Rücksitzlehnen. Dieses Feature kostet bei BMW 300 Euro, dafür beinhaltet sein Gepäckraumpaket zusätzlich gummierte Laderaumschienen, die bei geschlossener Heckklappe automatisch etwas hochfahren und das Verrutschen von Gepäckstücken verhindern.

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BMW 3er Touring im Vergleich agiler als Mercedes C-Klasse T-Modell

Doch genug Sitze geklappt und Staufächer begutachtet, jetzt geht’s auf die Straße mit dem Vergleich zwischen BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell: Unter der Haube des BMW 330d xDrive Touring arbeitet ein Dreiliter-Turbodiesel, der 265 PS mobilisiert, maximal 580 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt und dem 3er zu sportwagenähnlichen Fahrleistungen verhilft. Auch querdynamisch hat der Bajuware einiges zu bieten: Mit Extras wie variabler Sportlenkung, adaptivem M-Sportfahrwerk und Sperrdifferenzial an der Hinterachse (zusammen 3200 Euro) wirft sich der Touring voller Inbrunst in anspruchsvolle Kurvenkombinationen. Wie bei der Limousine gilt: Je verwinkelter die Straße, desto wohler fühlt sich der 3er – und desto größer ist die Freude des Fahrers. Auch die C-Klasse hat inzwischen den Sport für sich entdeckt und absolviert die ambitionierte Kurvenhatz leichtfüßig und mit stoischer Ruhe, wirkt dabei allerdings weniger animierend als der BMW. Und weil der Benz zum Vergleich nur als 220 d mit 194 PS verfügbar war, hat er in puncto Fahrleistungen und Kraftentfaltung gegenüber dem potenteren BMW das Nachsehen. Mit 245 PS rückt der 300 d als stärkster Turbodiesel des Mercedes C-Klasse T-Modells zwar leistungsmäßig näher an den 3er heran, allerdings erreicht der Zweiliter-Vierzylinder nicht die Souveränität und die Laufruhe des BMW-Aggregats. Beim Federungskomfort verbucht der Stuttgarter dagegen Vorteile für sich, nicht zuletzt weil der Testwagen mit Luftfederung (1666 Euro) ausgerüstet war. Selbst grobe aufeinanderfolgende Straßenschäden hält die C-Klasse ausgesprochen wirkungsvoll von ihren Passagieren fern. Einzelne Unebenheiten dringen aber teils trocken durch. Der BMW ist generell straffer abgestimmt, wirkt jedoch nie unnötig hart – im Gegensatz zur 3er Limousine: Der Touring ist nicht so radikal auf Sportlichkeit getrimmt, und speziell die Hinterachse haben die Münchener eine ganze Ecke weicher ausgelegt. Als Einstiegsdiesel 318d mit Sechsgang-Schaltung kostet der 3er Touring ab 39.400 Euro.

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Technische Daten BMW 330d xDrive Touring & Mercedes C 220 d T-Modell

AUTO ZEITUNG 18/2019BMW 330d xDrive TouringMercedes C 220 d T-Modell
Zylinder/Ventile pro Zylin.6/4; Turbodiesel4/4; Turbodiesel
Hubraum2993 cm³1950 cm³
Leistung195 kW/265 PS143 kW/194 PS
Max. Gesamtdrehmoment580 Nm400 Nm
Getriebe/Antrieb8-Stufen-Automatik/Allrad9-Stufen-Automatik/
Hinterrad
Leergewicht (Werk)1745 kg1540 kg
0 - 100 km/h (Werk)5,4 s7,0 s
Verbrauch (Werk)5,4 l D/100 km4,5 l D/100 km
CO2-Ausstoß (Werk)140 g/km119 g/km
Preise
Grundpreis53.250 Euro44.333 Euro

von Caspar Winkelmann von Caspar Winkelmann
Unser Fazit

Auch der BMW 3er Touring überzeugt auf Anhieb mit gesteigerter Qualität, moderner Connectivity und famoser Dynamik. Zudem fällt sein Gepäckabteil etwas größer aus als das des Mercedes C-Klasse T-Modells. Der Schwabe spielt zwar die Komfort-Karte aus, gibt sich dennoch sehr agil und ist ebenfalls edel gemacht.

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