Vorstellung

BMW 1er im M3-Look: Doppelnieren-Desaster für 3700 Euro

Ein BMW M3 für nicht einmal 4000 Euro? Das klingt nach einem verlockenden Angebot. Ist es aber nicht. Denn dahinter steckt ein auf dem Altar des Tunings geopferter BMW 1er. Alle Infos!

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BMW 1er Tuning mit Riesengrill Ansicht vorne von rechts.
Der Versuch, einen 1er der frühen 2000er-Jahre in einen BMW M3 der Generation G80 zu verwandeln, darf als gescheitert gewertet werden. Foto: cartanzania.com
Zwischen der Frontmaske und der Motorhaube des getunten BMW 1er Tuning klaffen große Lücken.
Das Design der Frontmaske ist fragwürdig. Gleiches gilt für die handwerkliche Qualität der Umbauarbeiten. Foto: cartanzania.com
Ansicht der Heckklappe des getunten BMW 1er, die nicht sauber eingepasst ist.
Die Heckklappe des getunten BMW 1er mit Riesengrill ist nicht sauber eingepasst. Foto: cartanzania.com
Das Heck des BMW 1er mit geöffneter Heckklappe.
Das Heck des BMW 1er blieb ansonsten unangetastet. Foto: cartanzania.com
Der rechtsgelenkte BMW 1er verfügt nicht nur über einen Riesengrill, sondern hat auch ein Automatikgetriebe.
Der rechtsgelenkte BMW 1er verfügt über ein Automatikgetriebe. Foto: cartanzania.com

Man kann den Kühlschlund des BMW M3 der Generation G80 mögen oder nicht. Fest steht: Hinter der gigantischen Doppelniere steckt ein überaus potenter Reihensechszylinder, der das ganze Maulaufgereiße eigentlich nicht nötig hat. Fürs Überholprestige ist es natürlich trotzdem gut. So gut, dass es einen Nachahmer dazu inspiriert hat, seinen bescheidenen BMW 116i der ersten Generation, E87 genannt, mit einem dem aktuellen M3 entliehenen Design "aufzuwerten".

Dahinter steckt ein BMW-Besitzer aus Tansania, der sich von seinem Gefährt trennen will. Deswegen hat der Copy-Kater namens Jaco den 1er auf cartanzania.com inseriert. Trotz Tuning und (hoffentlich) Einzelstück-Status für weniger als elf Millionen Tansania-Schillinge, umgerechnet knapp 3700 Euro. Ein wahres Schnäppchen! Das einen allerdings das Augenlicht kosten kann ...

Der BMW M2 CS im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Das hausgemachte E87-Facelift veredelt den 1er keineswegs

Denn das Ergebnis des hausgemachten Facelifts ist erschütternd. Im Verbund mit den großen Serienscheinwerfern des 116i ergibt sich ein trauriger, triefnasiger Blick. Der entstellte BMW schnüffelt lustlos am Asphalt, als hätte ihm das viele Plastik den Appetit auf Frischluft verdorben. Alles wirkt windschief, auch dem Nummernschild fehlt es eindeutig an Haltung.

Wer saubere Karosseriefugen mag, wird beim frech in BMW 2000 C/CS umbenannten 116i fremdverschämt die Fühlerlehre einpacken. Zwischen der Frontmaske und der Motorhaube klaffen Lücken, in Postbot:innen leicht eine Wurfsendung stecken könnten. Design oder nicht sein, das ist hier nicht die Frage. Der verbastelte 1er beweist eigentlich nur, dass man einen E87 nicht ungestraft mit ein paar Handgriffen zum G80 adelt.

Ein 116i mit Automatik hat es bei Fans ohnehin schwer

Die schwarz lackierten Felgen aus dem Zubehörhandel reißen diese Ursünde am Industriedesign auch nicht raus, selbst wenn sich die Bremssättel in feuriges Rot kleiden. Auch die serienbelassene Heckklappe ist alles andere als sauber eingepasst und lässt den Verdacht keimen, dass es sich um einen halbseiden aufbereiteten Unfallwagen handelt.

Zumindest die technischen Angaben zum Inserat sind nachweisbar falsch und unvollständig. Dieser fünftürige, rechtsgelenkte BMW 116i kann nicht aus dem Jahr 2020 stammen, sondern dürfte noch vor dem ersten Facelift des 1ers, also zwischen 2004 und 2007, das Werk verlassen haben. Und die Laufleistung von 80.000 km erscheint angesichts dieses Alters wohlwollend untertrieben.

Mit seinem umstrittenen Design hat der erste 1er ohnehin polarisiert. Und das sollte der kleine Hecktriebler wohl auch. Seine Fangemeinde konzentriert sich vor allem auf die sechszylindrigen Exemplare. Das damalige Topmodell 135i und natürlich das 1er M Coupé genießen mittlerweile Kultstatus und erzielen stattliche Verkaufspreise.

Ein fünftüriger 116i mit Automatik stünde in der Gunst der Sammler:innen sowieso ganz unten. Aber selbst mit viel gutem Willen gibt es für das Ungetüm aus Tansania nur zwei Lösungen: entweder rückrüsten oder ab in die Schrottpresse!