Fahrbericht

Audi Q4 e-tron Facelift: Erste Testfahrt im geschärften E-SUV

Ingolstadt liftet den Audi Q4 e-tron. Wie sich das SUV mit überarbeiteter Antriebstechnik bewegt, konnten wir auf einer ersten Testfahrt erfahren.

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Audi Q4 e-tron fahrend von schräg vorne fotografiert.
Äußerlich bleibt Audi seiner Strategie treu: Evolution statt Revolution. Die Proportionen sind unverändert, dennoch wurde gezielt nachgeschärft. Foto: Audi
Audi Q4 e-tron fahrend von schräg hinten fotografiert.
Auf Wunsch erstrahlen die Heckleuchten nun mithilfe von OLED-Technik. Foto: Audi
Der Autor am Steuer des Audi Q4 e-tron sitzend fotografiert.
Komfortabel abgestimmt erledigt er seinen Job unauffällig gut, bietet als Quattro angenehm bullige Leistungsreserven. Foto: Audi
Das Cockpit des Audi Q4 e-tron.
Das Cockpit im Curved Design ist eines der Hauptmerkmale des Facelifts. Foto: Audi
Die Rückbank des Audi Q4 e-tron.
Ein großzügiges Platzangebot zeichnet den Fond aus. Foto: Audi
Der Kofferraum des Audi Q4 e-tron.
Zwischen 515 und 1487 l schluckt der Kofferraum. Foto: Audi

Audi Q4 e-tron: Erste Testfahrt mit dem Facelift

Fünf Jahre nach Premiere erhält der Audi Q4 e-tron eine umfangreiche Modellpflege. Äußerlich bleibt Audi seiner Strategie treu: Evolution statt Revolution. Die Proportionen sind unverändert, dennoch wurde gezielt nachgeschärft. Neue Farben, Raddesigns und eine überarbeitete Front mit in Wagenfarbe lackiertem Singleframe frischen das E-SUV auf. Die entscheidenden Veränderungen fanden jedoch im Innenraum und unter dem Blech statt.

Der Audi Q6 Sportback e-tron im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Überarbeitetes Cockpit im Curved Design

Kurz nach zehn Uhr morgens rollen wir aus einem Parkhaus am Münchner Flughafen am Steuer des Q4 SUV e-tron quattro los. Unsere Route führt uns durch das bayerische Voralpenland über das Sudelfeld zum Tegernsee. Auf den Landstraßen in Richtung Rosenheim darf der Q4 e-tron gleich seine Assistenz-Stärken im Kolonnenverkehr unter Beweis stellen: mit eingeschaltetem adaptivem Fahrassistent plus gleitet das Kompakt-SUV unauffällig spurhaltend dem Vordermann hinterher.

Der Blick wandert währenddessen über die zweite große Neuerung: das überarbeitete Cockpit. Audi setzt nun auf die bereits aus höherwertigen Modellen bekannte Bildschirmlandschaft, die sich aus dem 11,9 Zoll großen Kombiinstrument mit einem 12,8 Zoll großen, stärker zum:r Fahrer:in ausgerichteten Touchscreen zusammensetzt. Erstmals ist im Q4 e-tron zudem ein 12,0-Zoll-Beifahrerdisplay erhältlich.

Effizientere Antriebe für mehr Reichweite

Herzstück der technischen Überarbeitung ist eine neue Generation der permanent erregten Synchronmaschine an der Hinterachse. Optimierte Leistungselektronik, neue Softwarefunktionen und Siliziumkarbid-Halbleiter sollen die Effizienz steigern. Die von uns gefahrene quattro-Variante mit 77-kWh-Lithium-Ionen-Batterie soll laut Audi bis zu 468 km Reichweite nach WLTP bieten. Wir nutzen eine Lücke im Verkehr und setzen zum Überholvorgang an.

Dank einer Leistung von 220 kW (300 PS) gestaltet sich der Spurt nach vorn souverän und kraftvoll. Auch das Fahrwerk fällt positiv auf, bügelt Wellen und Dellen in der Fahrbahn kaum spürbar glatt. Wer übrigens auf das Bremsen verzichten möchte, kann das mit der Fahrstufe B durch One-Pedal-Driving und feine Gaspedal-Dosierung bis zum vollständigen Stillstand erreichen.

Auf den kurvigen Passagen der Tatzelwurm- und Sudelfeldstraße zeigt das SUV nun seine dynamische Seite. Die präzise Lenkung, der tiefe Schwerpunkt und die spontane Kraftentfaltung laden trotz des hohen Gewichts von knapp 2,2 t durchaus zum Kurvenscheuchen ein. Positiv fallen in diesem Moment die optionalen Sportsitze auf, die neben gutem Halt auch großzügige Verstellmöglichkeiten bieten.

Der Autor am Steuer des Audi Q4 e-tron sitzend fotografiert.
Foto: Audi

Womit wir beim Thema Komfort angekommen wären: Die große Stärke des Q4 e-tron bleibt das Raumangebot. Die MEB-Plattform ermöglicht viel Platz in beiden Sitzreihen, wobei das Kofferraumvolumen mit 515 bis zu 1487 l den Stauraum eines Audi A6 Avant sticht. Materialqualität und Verarbeitung wirken auf der ersten Testfahrt aufgewertet: weiche Oberflächen und der Verzicht auf Klavierlack heben die Qualitätsanmutung. Während der Fahrt fällt außerdem der angenehm niedrige Geräuschpegel auf, der nur durch die Abrollgeräusche der auf unserem Testwagen montierten 20 Zoll großen Alufelgen auf 235er-Pneus getrübt wird.

Nach rund 240 km Strecke aus Autobahn, Landstraßen und Bergpässen hat sich der Verbrauch des 55.900 Euro teuren Q4 e-tron quattro auf 15,1 kWh/100 km eingependelt, die Restreichweite liest 218 km. Wem 150 kW (204 PS) und eine WLTP-Reichweite von 375 – 440 km genügen, der bekommt den Q4 e-tron bereits ab 49.450 Euro.

Fazit

Auf der ersten Testfahrt durch das bayerische Voralpenland hinterlässt der überarbeitete Audi Q4 e-tron einen durchaus positiven Eindruck. Komfortabel abgestimmt erledigt er seinen Job unauffällig gut, bietet als Quattro angenehm bullige Leistungsreserven und fällt auch durch seinen Verbrauch nicht negativ auf.

Technische Daten des Audi Q4 e-tron SUV quattro

AUTO ZEITUNG 14/2026

Audi Q4 e-tron SUV quattro

Technische Daten

Motor

zwei Permanenterregte Synchronmaschinen

Antrieb

Konstantübersetzung; Allrad

Leistung

220 kW / 300 PS

Max. Drehmoment

484 Nm

Kapazität / Spannung

77 kWh (netto) / 400 V

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4602 / 1865 (2108)* / 1599 mm

Leergewicht / Zuladung

2165 / 2760 kg

Kofferraumvolumen

515 – 1487 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

6,2 s

Höchstgeschwindigkeit

180 km/h

Verbrauch auf 100 km

16,1 kWh

Reichweite

468 km

Kaufinformationen

Grundpreis

55.900 €

Marktstart

Sommer 2026

Alle Daten Werksangaben; *Breite inklusive Außenspiegel