Dieselskandal: Audi-Bußgeld & "Story im Ersten" Vier Abschalteinrichtungen bei Audi?

von Christina Finke 01.07.2019

Die "Story im Ersten" beleuchtet Audi im Dieselskandal. Und: Audi hat ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro am 16. Oktober 2018 akzeptiert und bestätigt. Dieser Artikel wurde am 01.07.2019 aktualisiert!

Mit dem Dieselskandal und dessen Folgen bei Audi beschäftigt sich am 1. Juli 2019 um 22.45 Uhr die "Story im Ersten". Wie Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) und des Handelsblatts ergeben haben sollen, soll der Ingolstädter Autobauer offenbar umfassender manipuliert haben als bislang bekannt. Neben verschiedenen Audi-Modellen mit 3,0- und 4,2-Liter-Motoren sollen auch Fahrzeuge von VW und Porsche betroffen sein. Die Investigativ-Journalisten werteten eigenen Angaben zufolge Tausende von Dokumenten aus, die ihnen von Informanten zugespielt worden waren. Demnach sollen Audi-Diesel der Abgasnorm Euro-6 noch bis Anfang 2018 verkauft worden sein. Der ARD-Doku zufolge wurde dabei nicht nur eine Abschalteinrichtung in die Motoren eingebaut, sondern meist vier unterschiedliche. Dadurch seien die Fahrzeuge auf dem Prüfstand sauberer als im realen Betrieb auf der Straße. Doch: Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) stuft nur eine der Abschalteinrichtungen – die sogenannte Aufwärmstrategie" – als "unzulässig" ein. Die anderen Strategien könne Audi demnach freiwillig entfernen. Das KBA habe dies bei den meisten Modellen allerdings nicht selbst technisch geprüft, sondern nach Aktenlage entschieden, wie laut BR aus einem nicht öffentlichen Bescheid hervorgehe. Und: Die Staatsanwaltschaft München II, die im Dieselskandal bei Audi aktuell gegen 27 Beschuldigte ermittelt und noch im Sommer 2019 Anklage erheben will, soll ihre Arbeit zwischenzeitlich sogar durch das KBA behindert gesehen haben und habe daher sogar harte Sanktionen in Aussicht gestellt. Konkret habe ein Staatsanwalt das KBA dazu aufgefordert, bei Erkenntnissen über illegale Abschalteinrichtungen unmittelbar informiert zu werden – noch vor den betroffenen Herstellern. Später soll er jedoch aus den Medien erfahren haben, dass das KBA wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung den Rückruf von Audi-Dieselmodellen veranlasst hatte. Außerdem gibt die "Story im Ersten" am 1. Juli 2019 anhand interner Dokumente Einblick, wie die Manipulationen im Dieselskandal bei Audi begannen und welche Rolle die Unternehmenskultur des Ingolstädter Autobauer dabei gespielt hat. Unter anderem berichtet ein Insider, der anonym bleiben will, von großen Druck, der im VW-Konzern herrschte: "Scheitern ist nicht vorgesehen. Das ist keine Option. Und wenen es passiert, sieht jeder zu, dass er es nicht gewesen ist, weil man weiß, was die Konsequenzen für einen persönlich sind."  Mehr zum Thema: Die Chronologie des VW-Skandals

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Audi-Bußgeld & "Story im Ersten" zum Dieselskandal

Ein Bußgeldbescheid über 800 Millionen Euro hat das Ordnungswidrigkeitsverfahren im Dieselskandal gegen Audi, das von der Staatsanwaltschaft München II angestrengt wurde, im Oktober 2018 beendet. Die Summe setzt sich aus fünf Millionen Euro für fahrlässige Ordnungswidrigkeiten und 795 Millionen Euro als Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile zusammen. Der bayerische Autobauer verzichtet auf Rechtsmittel, akzeptiert die Strafe und hat das Verfahren damit beendet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es zu Aufsichtsverletzungen in der Organisationseinheit "Abgas Service / Zulassung Aggregate" bei der Prüfung auf regulatorische Konformität von Fahrzeugen gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine der Ursachen, dass von 2004 an bis 2018 bestimmte von Audi entwickelte V6- und V8-Dieselmotoren nicht den regulatorischen Vorgaben entsprachen. Darüber hinaus habe man nicht erkannt, dass die von VW entwickelten Diesel der Typen EA 288 Gen3 in Nordamerika und der EA 189 weltweit mit einer unzulässigen Software ausgestattet waren. Das Audi-Bußgeld im Dieselskandal wird sich auf das Ergebnis des VW-Konzerns auswirken, wie der Autobauer mitteilte. In welcher Höhe, ist aktuell unklar. Auch die Porsche-Holding als Mehrheitseignerin von Volkswagen rechnet mit weniger Gewinn. Nach Steuern wird das Konzernergebnis nun zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro liegen. Die Spanne reduziert sich damit laut Porsche SE um 900 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft München merkt allerdings an, dass trotz des akzeptierten Audi-Bußgeldes das Ermittlungsverfahren gegen 20 Beschuldigte Audi-Mitarbeiter weiterlaufe. Diese geht dem Verdacht des illegalen Verkaufs von Fahrzeugen mit gefälschten Abgaswerten nach.

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