Ex-Audi-Chef Rupert Stadler: Haft & Anklage Anklage gegen Ex-Audi-Chef erhoben

von AUTO ZEITUNG 16.09.2019

Die Staatsanwaltschaft München II hat Anklage gegen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler erhoben. Zuvor ist der Ex-Manager mit einer Verfassungsbeschwerde gegen seinen Haftbefehl gescheitert. Dieser Artikel wurde am 31.07.2019 aktualisiert.

Gegen den Ex-Audi-Chef Rupert Stadler hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage wegen Betrugs, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbarer Werbung erhoben. Neben dem Ex-Manager müssen sich drei weitere Personen vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, Motoren der Marken Audi, VW und Porsche mit unzulässigen Softwarefunktionen ausgerüstet zu haben, die die Abgaswerte verfälschen. Dem Ex-Audi-Chef Rupert Stadler wirft die Ermittlungsbehörde vor, die betroffenen Fahrzeuge verkauft zu haben, obwohl ihm die Manipulation seit September 2015 bekannt gewesen sein soll. Laut Anklage sollen 250.712 Fahrzeuge der Marke Audi, 71.577 Autos von VW und 112.131 Porsche-PKW mit der unzulässigen Software ausgestattet gewesen sein. Ob es tatsächlich zu einem Prozess gegen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler kommt, entscheidet das Landgericht München II. Stadler hatte nach seiner Verhaftung am 18. Juni 2018 vier Monate in Haft gesessen. Im Herbst 2018 wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Mehr zum Thema: Audi arbeitet Dieselskandal auf

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Anklage gegen den Ex-Audi-Chef Rupert Stadler erhoben

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler ist zuvor mit seiner Verfassungsbeschwerde gegen seinen Haftbefehl gescheitert. Wie das Bundesverfassungsgericht am 13. Mai 2019 mitteilte, habe es die Beschwerde zur Entscheidung nicht angenommen. Die Richter erklärten, die Beschwerde gegen die Untersuchungshaft sei prozessual überholt. Zudem seien die Ausführungen des Landgericht schlüssig gewesen. Auch das Kontaktverbot wegen Verdunkelungsgefahr halten die Verfassungsrichter für verhältnismäßig. Der Haftbefehl gegen Stadler war im Oktober 2018 vom Oberlandesgericht München außer Vollzug gesetzt worden. Gleichzeitig wurde ein strenges Kontaktverbot verhängt: Daher darf Stadler ohne Zustímmung der Staatsanwaltschaft weiterhin keinen Kontakt zu Mitbeschuldigten und möglichen Zeugen aufnehmen. Der Ex-Audi-Chef soll bei einem abgehörten Telefonat erwogen haben, einen Zeugen im Ermittlungsverfahren der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen Porsche zu beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft legt Stadler "Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last". Er soll nach der Aufdeckung der Manipulationen in den USA von den falschen Abgaswerten auch in Europa gewusst haben, aber anders als in den USA keinen Vertriebsstopp angeordnet haben. Die Ermittler stützten sich auf die Auswertung von Korrespondenz, verlautete aus Ermittlerkreisen. Audi soll in den USA und Europa von 2009 an über 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben. 

 

Ex-Audi-Chef Rupert Stadler aus Haft entlassen

Audi beziehungsweise der Volkswagen Konzern trennte sich Anfang Oktober 2018 von Rupert Stadler. Die Trennung erfolge einem dpa-Bericht zufolge einvernehmlich, es sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden. Mit ihr schließt Audi theoretische Zahlungsansprüche Stadlers in zweistelliger Millionenhöhe aus. Dafür bekomme er als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro. Künftige Ansprüche aus der verbleibenden Vertragsdauer würden dann ausgezahlt, wenn das Strafverfahren in Deutschland gegen Rupert Stadler ohne Verurteilung beendet sei.

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