Ex-Audi-Chef Rupert Stadler aus Haft entlassen Bram Schot wird neuer Audi-Chef

von Alexander Koch 12.12.2018

Nachdem der Ex-Audi-Chef Rupert Stadtler im Juni 2018 verhaftet wurde, führte Bram Schot den Autobauer kommissarisch. Nun wurde er zum Audi-Vorstandsvorsitzenden ernannt und in den Vorstand des VW-Konzerns berufen. Dieser Artikel wurde am 12.12.2018 aktualisiert!​

Bram Schot ersetzt den mittlerweile gegen Auflagen aus der Haft entlassenen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler dauerhaft. Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat den 57-Jährigen zum künftigen Vorstandsvorsitzenden der VW-Tochter ernannt. Zusätzlich wurde Bram Schot in den VW-Konzernvorstand berufen. Beide Ämter wird der Niederländer zum 1. Januar 2019 antreten. Ursprünglich sollte der ehemaligen BMW-Einkaufsvorstands Markus Duesmann die Position den Chefsessel in Ingolstadt besetzen. Allerdings weigert sich BMW offenbar, Duesmann vorzeitig aus dem Vertrag zu entlassen, der eine Wettbewerbsklausel enthält. Diese verbietet ihm bis 2020, für einen direkten Konkurrenten zu arbeiten. Audi-Betriebsratschef Peter Mosch betonte, dass Bram Schot bereits gezeigt hat, "dass er unserem geforderten und eingeleiteten Neustart viel Schwung verleihen kann". Mosch vertraut darauf, dass Schot diesen Weg ab dem 1. Januar 2019 als frisch gebackener Audi-Vorstandsvorsitzender weiterverfolgt und Audi zurück an die Spitze führt. Mehr zum Thema: Audi arbeitet Dieselskandal auf

Audi-Modellpalette im Video:

 
 

Bram Schot ersetzt Ex-Audi-Chef Rupert Stadler

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler wurde Ende Oktober 2018 gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Da das Oberlandesgericht auch weiterhin von einem dringenden Tatverdacht und einer Verdunkelungsgefahr ausgeht, muss Stadler jeden Kontakt "zu allen für das Ermittlungsverfahren relevanten Personen" vermeiden. Stadler soll bei einem abgehörten Telefonat erwogen haben, einen Zeugen im Ermittlungsverfahren der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen Porsche zu beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft legt Stadler "Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last". Er soll nach der Aufdeckung der Manipulationen in den USA von den falschen Abgaswerten auch in Europa gewusst haben, aber anders als in den USA keinen Vertriebsstopp angeordnet haben. Die Ermittler stützten sich auf die Auswertung von Korrespondenz, verlautete aus Ermittlerkreisen. Audi soll in den USA und Europa von 2009 an rund 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben.

News Kein TÜV bei Nicht-Umrüstung
Rückruf VW-Skandal: Kein TÜV ohne Umrüstung (Update!)  

Keine Umrüstung, keine TÜV-Plakette

 

BMW verweigert Markus Duesmann die Freigabe

Audi beziehungsweise der Volkswagen Konzern trennt sich Anfang Oktober 2018 von Rupert Stadler. Die Trennung erfolge einem dpa-Bericht zufolge einvernehmlich, es sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden. Mit ihr schließt Audi theoretische Zahlungsansprüche Stadlers in zweistelliger Millionenhöhe aus. Dafür bekomme er als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro. Künftige Ansprüche aus der verbleibenden Vertragsdauer würden dann ausgezahlt, wenn das Strafverfahren in Deutschland gegen Rupert Stadler ohne Verurteilung beendet seien.

Tags:
Copyright 2018 autozeitung.de. All rights reserved.