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Audi A4 Avant/Audi Q5: Vergleichstest A4 oder Q5? Audis Praktiker im Vergleichstest

Markus Schönfeld 21.02.2022
Inhalt
  1. Audi A4 Avant 40 TDI quattro & Audi Q5 40 TDI quattro im Vergleichstest
  2. Fahrkomfort: Der Audi A4 Avant rollt geschmeidiger ab
  3. Motor/Getriebe: Audi Q5 40 TDI quattro – mehr Gewicht, höherer Verbrauch
  4. Fahrdynamik: Spritzigere Sprints und stärkere Bremsen beim Audi A4 Avant
  5. Umwelt/Kosten: Geringerer Wertverlust spricht für Audi Q5
  6. Messwerte & technische Daten Audi A4 Avant 40 TDI quattro & Audi Q5 40 TDI quattro
  7. Ergebnis nach Punkten

Audi Q5 und Audi A4 Avant gehören zu Recht zu den Verkaufsschlagern aus Ingolstadt. Weil beide in der gleichen Preisklasse rangieren, geht es für SUV und Kombi zum Vergleichstest – jeweils als 204 PS (150 kW) starker 40 TDI quattro. 

Im Vergleichstest zwischen Audi A4 Avant und Audi Q5 treffen zwei etablierte Schlachtrösser der Marke, jeweils als 40 TDI quattro, aufeinander. Auch wenn die Marketingspezialist:innen von Audi, wie übrigens bei fast allen anderen Herstellern auch, vor allem die neuesten Modellkreationen rund um die Elektromobilität anpreisen – das Geld wird derzeit noch mit Modellen wie diesen verdient. Im Vierring-Kader gehören der seit 2015 gebaute Audi A4 (B9) sowie der Audi Q5 der zweiten Generation von 2017 (Baureihe: FY) zu den dienstältesten Zugpferden der Marke. Sensibel gepflegt und über die Jahre sanft geliftet, verkaufen sich beide Mittelklässler in ihren Segmenten zuverlässig und lasten sowohl das Stammwerk in Ingolstadt (A4) als auch die noch relativ neue Fertigung in San José Chiapa in Mexiko (Q5) aus. Wer rund 50.000 Euro investiert, hat die Wahl: souveräner Kombi oder edles SUV. Und am Ende steht ein nicht unbedingt vorhersehbarer Sieger auf dem Podest. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

Das Audi Q5 Facelift im Video:

 
 

Audi A4 Avant 40 TDI quattro & Audi Q5 40 TDI quattro im Vergleichstest

Schon die erste Sitzprobe schafft relativ klare Verhältnisse in diesem Vergleichstest. Mehr Bewegungsfreiheit genießt man im Audi Q5, auch wenn er mit 4,68 Metern genau acht Zentimeter kürzer ist als ein Audi A4 Avant. Doch der höhere Aufbau und der ein paar Finger breitere Karosseriekörper schaffen eben genau diese SUV-typische Großzügigkeit, die sich viele Kunden wünschen. Obendrein gibt es eine bessere Übersicht über das Verkehrsgeschehen rundum. Im Avant sitzt man dagegen tiefer im Auto und fühlt sich gleichzeitig direkter mit ihm verbunden. Der Unterschied beim Kofferraumvolumen fällt dagegen gering aus. Rund 500 bis 1500 Liter sind es hier wie dort. Das SUV Q5 verträgt allerdings deutlich mehr Anhängelast. Den 2400 Kilogramm stehen die 1800 Kilogramm des Audi A4 Avant 40 TDI quattro gegenüber. Schwerere Pferdeanhänger oder gar Autotrailer lassen sich also nur mit dem Audi Q5 40 TDI quattro ziehen. Im Detail wirkt der A4 Avant dafür aber etwas edler. Türverkleidungen, Griffe und Kunststoffe hinterlassen einen höherwertigen Eindruck. Die Verarbeitungsqualität bietet bei beiden keinen Grund zur Kritik.

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Fahrkomfort: Der Audi A4 Avant rollt geschmeidiger ab

In diesem Kapitel des Vergleichstests können die zwei Audi richtig punkten – besonders der Audi Q5 wegen der sehr bequemen, weil aufrechten Sitzposition. Speziell im Fond können Erwachsene wegen des größeren Kniewinkels einfach besser sitzen. Im Audi A4 Avant, dessen Sitze an sich keinen Deut schlechter, sondern nur etwas kleiner sind, gefällt dafür das Fahrwerk umso mehr. In beiden Testwagen ist das Komfortfahrwerk mit adaptiven Dämpfern für 1030 Euro installiert. Vor allem der A4 quattro glänzt mit ultrasoftem Anfedern, geschmeidigem Abrollen der 18-Zöller und schnellerer Beruhigung nach tiefen Schlaglöchern. Dazu reagieren Vorder- und Hinterachse sehr homogen auf schlechte Straßenoberflächen, sodass sich der Aufbau stets gleichmäßig bewegt. Einziges Manko: Auf groben Betonpisten drängt das Singen der Michelin-Reifen auffällig in den Innenraum. Der 180 Kilogramm schwerere Q5 gibt sich mit seiner gewaltigen 21-Zoll-Bereifung dagegen nicht ganz so souverän. Vor allem die Hinterachse leitet einseitige Impulse, wie sie beispielsweise beim Überfahren von Gullydeckeln auftauchen, spürbar in den Aufbau durch. Sehr sensible Fahrer:innen und Mitfahrer:innen nehmen so einen leicht schlingernden Eindruck von hinten wahr. Mit voller Beladung bessert sich dieses Gefühl aber. Und überhaupt jammern wir hier auf sehr hohem Niveau. Die meisten seiner SUV-Mitstreiter steckt der Audi Q5 40 beim Fahrkomfort in die Tasche. Nur den Audi A4 Avant eben nicht.

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Motor/Getriebe: Audi Q5 40 TDI quattro – mehr Gewicht, höherer Verbrauch

Seit Jahren gehört der Zweiliter-Diesel im gesamten VW-Konzern zu den beliebtesten Aggregaten – den Dieselskandal einmal ausgeklammert. Kein Wunder, liefert der solide Langhuber doch jede Menge Drehmoment und reichlich Leistung bei moderatem Verbrauch. Und dazu läuft er auch noch unauffällig kultiviert, wie der Vergleichstest zeigt. Auch in den hier getesteten Modellen Audi A4 Avant 40 TDI quattro und Audi Q5 40 TDI quattro kommt der intern als EA288evo bezeichnete Selbstzünder zum Einsatz. Als 40 TDI bringt er es auf 204 PS (150 kW) und 400 Newtonmeter Drehmoment – genug Dampf also für zügiges Vorankommen und standesgemäße Fahrleistungen. Weil beide Modelle auf dem Modularen Längsbaukasten (MLB evo) aufbauen, sitzt das Doppelkupplungsgetriebe direkt hinter dem längs eingebauten Vierzylinder und leitet die Kraft an alle vier Räder. Traktionsschwächen spürt man so nicht einmal bei nasser Strecke. Wohl merkt man aber den Gewichtsunterschied der beiden Audi: Der 1,7 Tonnen schwere A4 beschleunigt regelrecht leichtfüßig in 7,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der Audi Q5 hat etwas mehr Speck auf den Rippen und braucht für die gleiche Prüfung knapp eine Sekunde länger. Zudem bietet das SUV dem Fahrtwind mehr Angriffsfläche, was seine Höchstgeschwindigkeit auf immer noch beachtliche 222 km/h limitiert – beim A4 Avant sind es 236 km/h. Klar, dass auch der Verbrauch unter dem höheren Gewicht und der nachteiligen Aerodynamik leidet. Auf der Normrunde der AUTO ZEITUNG samt schnellem Autobahnanteil begnügt sich der Audi A4 Avant 40 TDI quattro mit mustergültigen 6,4 Liter Diesel je 100 Kilometer, beim Q5 sind es durchschnittlich 7,6 Liter.

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Fahrdynamik: Spritzigere Sprints und stärkere Bremsen beim Audi A4 Avant

Dass auch hier der Kombi im Vorteil ist, dürfte klar sein. Auf dem abgesperrten Dynamikkurs gefällt der Audi A4 Avant 40 TDI quattro mit großer Agilität, guter Rückmeldung und sehr hohen Kurvengeschwindigkeiten. Gegen so viel Spritzigkeit hat das etwas trägere SUV in diesem Vergleichstest wenig auszurichten. Zwar besticht auch der Audi Q5 40 TDI quattro am Kurvenausgang mit unerschütterlicher Traktion, doch allein bei den Sprints zwischen den Kehren lässt er viele Federn. Zudem bietet sein ESP weniger Spielraum für fahrdynamische Manöver. Sein Grenzbereich kündigt sich schon etwas früher durch leichtes Schieben über die Vorderräder an. Provozierte Lastwechsel bringen den Q5 übrigens genauso wenig aus der Ruhe wie den Kombi. Und bremsen können beide auf Sportwagenniveau. Dennoch gelingt das dem leichteren A4 mit seiner niedrigeren Schwerpunktlage erwartungsgemäß besser. Immerhin lässt sich der Audi Q5 im engen Stadtverkehr genauso handlich wenden wie der Audi A4 Avant.

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Umwelt/Kosten: Geringerer Wertverlust spricht für Audi Q5

Ein Audi A4 Avant ist schon für 36.900 Euro zu haben – dann mit dem 150 PS (110 kW) starken Zweiliter-Benziner und Sechsgang-Handschaltung. Die Dieselmodelle sind deutlich teurer, sie starten bei 42.300 Euro für das 136-PS-Modell. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gehört dann immerhin schon dazu. Den Allradantrieb gibt es aber erst für das Modell des Vergleichstests, den Audi A4 Avant 40 TDI quattro (ab 48.650 Euro). Beim Audi Q5 startet die Preisliste bei 47.450 Euro für den schwächeren Diesel mit Frontantrieb (163 PS). Der Audi Q5 40 TDI quattro durchbricht dagegen schon in der Basis-Ausstattung die 50.000-Euro-Marke. Allerdings ist der prognostizierte Wertverlust beim SUV geringer. Auch wenn die Grundbestückung hier wie dort üppig ist, bleibt in beiden Fällen reichlich Spielraum für Individualisierung und technische Aufrüstung. Abgesehen vom höheren Verbrauch, liegen die Unterhaltskosten von A4 und Q5 auf ähnlich hohem Niveau.

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Messwerte & technische Daten Audi A4 Avant 40 TDI quattro & Audi Q5 40 TDI quattro

AUTO ZEITUNG 02/2022Audi A4 Avant
40 TDI quattro
Audi Q5
40 TDI quattro
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbodiesel;
Riemen-Starter-Generator (12 Volt)
4/4; Turbodiesel;
Riemen-Starter-Generator (12 Volt)
Hubraum1968 cm³1968 cm³
Leistung150 kW/204 PS,
3800 - 4200 /min
150 kW/204 PS,
3800 - 4200 /min
Max. Drehmoment400 Nm,
1750 - 3250 /min
400 Nm,
1750 - 3250 /min
Getriebe/Antrieb7-Gang, Doppelkupplung /
Allrad, permanent
7-Gang, Doppelkupplung /
Allrad, permanent
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1625/1705 kg1805/1886 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)7,4 s8,2 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)236 km/h222 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
33,7/33,5 m34,7/33,8 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)6,4/5,6 l D7,6/6,6 l D
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)170/149 g/km201/174 g/km
Preise
Grundpreis48.650 €50.350 €
Testwagenpreis51.335 €54.840 €
 

Ergebnis nach Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Audi A4 Avant 40 TDI quattroAudi Q5 40 TDI quattro
Karosserie (1000)664714
Fahrkomfort (1000)756748
Motor/Getriebe (1000)704670
Fahrdynamik (1000)746706
Eigenschaftswertung (4000)28702838
Kosten/Umwelt (1000)325313
Gesamtwertung (5000)31953151
Platzierung12

Markus Schönfeld Markus Schönfeld
Unser Fazit

Markeninterne Vergleichstests sind vor allem deswegen spannend, weil sie die Vor- und Nachteile von einzelnen Segmenten bei ansonsten ähnlichen Voraussetzungen klar hervorheben. So hätten wir dem Audi Q5 40 TDI quattro wegen seiner großzügigen Raumausnutzung und der guten Variabilität durchaus einen Sieg über den eng verwandten Kombi zugetraut. Doch er verliert das Duell knapp – vor allem wegen seines höheren Gewichts. Daher kann der Audi A4 Avant 40 TDI quattro vor allem bei der Fahrdynamik richtig punkten. Auch die Kriterien Fahrkomfort, Verbrauch und Sprintvermögen entscheidet der Mittelklasse-Kombi für sich. Dass der Sieger hier im Detail noch mit etwas feineren Materialien glänzt, fällt in diesem Vergleichstest weniger ins Gewicht.

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