Fahrbericht

Geiz ist geil: Testfahrt im sparsamen Audi A2 e-tron

Um die Jahrtausendwende sorgte Audi mit dem revolutionären A2 für Furore. Ein Vierteljahrhundert später soll die Neuauflage die Innovationskraft des Originals ins Zeitalter der E-Mobilität transportieren. Wir durften schon mitfahren, das sind unsere Eindrücke!

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Blick von schräg vorne auf den fahrenden Audi A2 e-tron (2026).
Auf ersten Testfahrten setzte der neue Audi A2 e-tron sein Effizienz-versprechen eindrucks-voll in die Praxis um. Foto: Audi
Blick von schräg hinten auf den fahrenden Audi A2 e-tron (2026).
Der Heckspoiler schränkt die Übersichtlichkeit ebenso ein wie die vom Fahrersitz nur zu erahnende Front. Foto: Audi
Blick von der Rücksitzbank aus in das noch getarnte Cockpit des Audi A2 e-tron (2026).
Die Instrumente im getarnten Innenraum wurden nur fürs Foto verhüllt, während der Fahrt waren sie gut ablesbar. Foto: Audi
Blick von der Seite auf den Audi A2 e-tron (2026).
In der Seitenansicht ähnelt der Audi A2 e-tron seinem Original am stärksten. Foto: Audi
Blick von schräg vorne auf den Audi A2 e-tron (2026).
Für Audi-Chef Gernot Döllner macht der A2 e-tron „den Einstieg in die elektrische Audi-Welt einfacher und relevanter denn je“. Foto: Audi
Blick von schräg vorne und hinten auf zwei  Audi A2 e-tron (2026).
Die quer statt hochkant ausgeführten Rückleuchten lassen den A2 e-tron optisch breiter erscheinen. Foto: Audi

Testfahrt im Erlkönig: Unser Eindruck vom Audi A2 e-tron

Mit ungewöhnlichem Design, konsequentem Leichtbau samt einer komplett aus Aluminium gefertigten Karosserie und einem nicht nur bei der spartanischen Drei-Liter-Version (für drei Liter Kraftstoffverbrauch auf 100 km) starkem Fokus auf Effizienz brach der auf der IAA 1999 vorgestellte Audi A2 mit Konventionen. Uneingeschränkte Zuneigung schlug ihm seinerzeit nicht entgegen. Daran hatte zweifellos auch die selbstbewusste Preisgestaltung einen nicht unerheblichen Anteil. Insgesamt aber war der schmale und hoch bauende Kompakte aus Ingolstadt wohl einfach konzeptionell seiner Zeit etwas zu sehr voraus. In knapp sechs Jahren Bauzeit liefen nur 176.377 Exemplare vom Band.

27 Jahre später soll es der Neuauflage besser ergehen. Mit dem Audi A2 e-tron präsentiert die Marke mit den vier Ringen ihr neues Einstiegsmodell in die Elektromobilität. Die Weltpremiere ist für den 7. September 2026 geplant. Vier Antriebe (125 kW / 170 PS, 140 kW / 190 PS, 170 kW / 231 PS und 240 kW / 326 PS) werden zur Wahl stehen, der Grundpreis soll 38.200 Euro betragen. Zum Vergleich: Der nächstgrößere Audi Q4 e-tron kostet mindestens 47.500 Euro, und der mit dem A2 e-tron technisch eng verwandte VW ID.3 Neo startet bei 33.995 Euro.

Laut Audi handelt es sich beim A2 e-tron um das bislang effizienteste Modell der Unternehmensgeschichte. Bis zu 649 km Reichweite sollen möglich sein. Um das Spar-Potenzial seiner Neuvorstellung in der Praxis zu demonstrieren, lud Audi Ende Juli zum „Efficiency Drive“ ein – einer Fahrt über südschwedische Straßen mit CEO Gernot Döllner in nur noch rudimentär getarnten Modellen in der 140-kW-Variante.

Der Audi Q9 (2026) im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Retro-Design: Quasi zwangsläufig aerodynamisch

Die größte Ähnlichkeit mit dem Original weist der neue Audi A2 e-tron in der Seitenansicht auf. Dabei war man ursprünglich gar nicht darauf aus, eine Neuauflage des ikonischen Modells auf die Räder zu stellen, betonen Döllner und die anwesenden Ingenieure unisono. Aber auf der Suche nach einer aerodynamisch maximal effizienten Karosserie für ein mehrsitziges Fahrzeug mit praxistauglichem Raumangebot lande man geradezu zwangsläufig bei der charakteristischen A2-Form – inklusive der Abrisskante mit quer über der Heckscheibe verlaufendem Spoiler.

Der Audi A2 3L glänzte seinerzeit mit einem sehr guten Luftwiderstandsbeiwert von 0,25. Der A2 e-tron markiert mit nur 0,24 einen neuen Bestwert für Kompaktklassen-Modelle der Marke. Möglich machen dies umfangreiche Detailmaßnahmen zur Optimierung des Luftstroms. Dazu zählen Air Curtains und sogenannte Gap Reducer zur Reduzierung von Turbulenzen und Verwirbelungen an der Vorderachse ebenso wie ein aktiver Kühllufteinlass, der verkleidete Unterboden mit spezifischer Diffusorgeometrie sowie aerodynamisch optimierte Räder. 

Effizienzsteigerungen bei Antrieb und Batterie

Auch der Antriebstechnologie schenkten die Audi-Ingenieure viel Aufmerksamkeit. Zur Reduzierung der Schaltverluste ersetzen Siliziumkarbid-Halbleiter die bisherige Silizium-Technologie in der Leistungselektronik – mit gutem Ergebnis besonders im Teillastbereich. Dünnere Lamellen (0,2 statt 0,3 mm) in der permanenterregten Synchronmaschine senken die sogenannten Eisenverluste. Für ein Arbeiten in effizienteren Drehzahlbereichen wechselte die Statorwicklung von Stern- auf Dreieckschaltung. Zudem reduziert ein neues Leichtlauföl mit im Schnitt viermal niedrigerer Viskosität die Reibungsverluste im Getriebe.

In der Praxis überzeugt der 140 kW (190 PS) starke Antrieb mit einer harmonischen Kraftentfaltung. Die über Wippen am Lenkrad in vier Stufen einstellbare Rekuperation ermöglicht in ihrer höchsten Stufe ein vorhersehbares und damit intuitives One-Pedal-Fahren. Im geführten Konvoi über Autobahn und Landstraßen inklusive Ortsdurchfahrten erzielten wir auf rund 130 km einen Verbrauch von lediglich 11,2 kWh pro 100 km laut Bordcomputer. Auf der etwas zügigeren Rückfahrt hauptsächlich über Schnellstraßen und Autobahnen stieg der Verbrauch auf einen immer noch sehr guten Wert von 14,9 kWh. Im Durchschnitt ergaben sich so 12,8 kWh auf 100 km.

Die netto 58 kWh große Batterie lässt sich mit bis zu 105 kW Gleichstrom laden. Dies ist heutzutage längst kein herausragender Wert mehr. Wichtiger als die maximale Ladeleistung sei bei der Entwicklung aber gewesen, mit ausgeklügeltem Thermomanagement die Ladeeffizienz insgesamt zu steigern. Das Wiederauffüllen des LFP-Energiespeichers von zehn auf 80 Prozent soll so in 26 min möglich sein.

Dank optionaler Akustikverglasung auch der vorderen Seitenscheiben verwöhnt der Audi A2 e-tron zudem mit einem sehr hohen Akustikkomfort. Das Fahrwerk präsentiert sich sportlich-straff, aber nicht unkomfortabel. Das Raumangebot des Ingolstädters fällt klassenüblich aus, und auch im Fond sitzt man trotz der abfallenden Dachlinie ziemlich bequem.

Fazit

Der neue Audi A2 e-tron wird die Meinungen sicher nicht annähernd so spalten wie sein historisches Vorbild. Dafür präsentiert er sich in puncto Effizienz einfach zu überzeugend. Karosseriebedingte Nachteile wie die eingeschränkte Übersichtlichkeit mögen einem aufstoßen – oder man weiß sie als typische A2-Eigenarten zu schätzen.

Technische Daten des Audi A2 e-tron

AUTO ZEITUNG 17/2026

Audi A2 e-tron

Technische Daten

Motor

Permanenterregte Synchronmaschine

Antrieb

Konstantübersetzung; Hinterrad

Leistung

140 kW / 190 PS

Kapazität / Spannung

58 kWh (netto) / 332,8 V

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

k.A.

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h

Verbrauch auf 100 km

k.A.

Reichweite

649 km

Kaufinformationen

Grundpreis

38.200 €

Marktstart

September 2026

Alle Daten Werksangaben