Änderungen für Autofahrer 2019: Gesetze & Regeln Das ändert sich 2019 für Autofahrer

von Christina Finke 21.12.2018
Inhalt
  1. Änderungen/Gesetze für Autofahrer ab 2019: Fahrverbote 
  2. Gesetz ab September 2019: RDE-Test bei der Abgasmessung 
  3. Änderungen bei Kfz-Versicherung und Zulassung
  4. Gesetz: Akustisches Warnsystem AVAS ab Juli 2019 Pflicht
  5. Ab 2019 Steuervorteile für Elektro-Dienstwagen (Gesetz)
  6. Regeln 2019: Erhöhung der Lkw-Maut

Von A wie Abgasmessung bis Z wie Zulassung: Welche neuen Regelungen und Gesetze ab 2019 für Autofahrer im Straßenverkehr gelten, erklären wir hier!

 

Änderungen/Gesetze für Autofahrer ab 2019: Fahrverbote 

Zu den wohl weitreichsten Änderungen für Autofahrer 2019 zählen die Fahrverbote für Benzin- und Dieselautos. Los geht es bereits im Januar 2019 in Stuttgart: Hier gilt ab Jahresbeginn im gesamten Stadtgebiet ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge mit der Euronorm 4 oder schlechter. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro rechnen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Einsatz- und Hilfsfahrzeuge, Taxis, Reisebusse sowie Oldtimer mit entsprechendem Kennzeichen. Für Anwohner und Handwerksbetriebe gilt immerhin eine Schonfrist bis April 2019 – danach müssen sich aber auch die Stuttgarter selbst an das Fahrverbot halten. Verbessert sich die Luftqualität in Stuttgart bis September 2019 nicht nennenswert, werden auch Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 mit Fahrverboten belegt. Auch in vielen weiteren Städten drohen Fahrverbote, darunter Bonn, Darmstadt, Essen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln und Limburg. Mehr zum Thema: Das muss man zu Diesel-Fahrverboten wissen

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Automatisierte Kennzeichenerfassung im Video:

 
 

Gesetz ab September 2019: RDE-Test bei der Abgasmessung 

Ab September 2019 wird der sogenannte RDE-Test (Real Driving Emissions) für alle neu zugelassenen Fahrzeuge Pflicht und ergänzt damit das im September 2018 eingeführte WLTP-Prüfverfahren bei der Abgasmessung. Während WLTP auf dem Prüfstand gefahren wird, kommen beim RDE-Test sogenannte PEMS-Geräte (Portable Emission Measurement System) zum Einsatz. So soll vor allem der Ausstoß von Stickoxiden unter realistischen Fahrbedingungen gemessen werden. Prüfer dürfen dann quasi jede beliebige Strecke fahren, müssen keinen bestimmten Fahrzyklus einhalten. Parameter wie Wind, Verkehr oder Außentemperatur sind dann mehr oder weniger dem Zufall überlassen – wie im "echten" Straßenverkehr eben. Mehr zum Thema: WLTP und RDE ersetzen den NEFZ

 

Änderungen bei Kfz-Versicherung und Zulassung

Für rund elf Millionen Fahrzeughalter ändert sich 2019 die Typklasse bei der Kfz-Versicherung, die mit darüber entscheidet, wie hoch die Kosten ausfallen. Etwa 5,7 Millionen Autobesitzer müssen deshalb mit höheren Beiträgen bei der Haftpflichtversicherung rechnen, rund 5,4 Millionen Fahrzeughalter dürfen sich hingegen über eine Geldersparnis freuen. Außerdem könnte der Weg zur Zulassungsstelle für Fahrzeughalter bald schon der Vergangenheit angehören: Im Laufe des Jahres 2019 soll es möglich sein, Zulassungen, Umschreibungen und Adressänderungen online zu erledigen. Halter müssen sich hierzu mit dem neuen Personalausweis mit eingeschalteter Online-Funktion identifizieren. Bisher war unter bestimmten Voraussetzungen schon die Abmeldung und Wiederzulassung über das Internet möglich. Mehr zum Thema: Änderungen in den Regionalklassen 2019

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Gesetz: Akustisches Warnsystem AVAS ab Juli 2019 Pflicht

Ab Juli 2019 müssen alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge in der EU mit dem akustischen Warnsystem AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) ausgestattet sein. Grundlage hierfür ist eine Verordnung aus 2014 vom Europäischen Rat und dem EU-Parlament. Das manuell nicht abschaltbare System gibt bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h ein an Verbrennungsmotoren angelehntes Warngeräusch ab, um die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern, älteren Menschen und Menschen mit Sehbehinderung zu gewährleisten. Auch Brems- und Beschleunigungsvorgänge sollen so akustisch erkennbar sein.

Nissan Leaf (2018) mit akustischem Warnsystem im Video:

 
 

Ab 2019 Steuervorteile für Elektro-Dienstwagen (Gesetz)

Auch für Fahrer von Hybrid- und Elektroautos stehen 2019 einige Änderungen an. So können sich Arbeitnehmer, die privat ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug nutzen, über ein Steuerprivileg freuen. Aktuell muss ein Arbeitnehmer, der seinen Dienstfahrzeug privat nutzt, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Ab Januar 2019 halbiert sich der Prozentsatz auf 0,5 %. Die Regelung gilt für alle Fahrzeuge, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 angeschafft werden. 

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Regeln 2019: Erhöhung der Lkw-Maut

Ab Januar 2019 gelten auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen die Mautsätze für Lkw auf Basis von drei Gewichtsklassen. Ab einer zulässigen Gesamtmasse von 18 Tonnen wird außerdem nach Anzahl der Achsen differenziert. Neben dem Gewicht und der damit einhergehenden Straßenbelastung, wird ab 2019 auch die Lärmbelästigung der Lkw mit in den Tarif aufgenommen. Elektrische oder gasbetriebene Lastwagen sind von dieser Regelung ausgenommen. Der Bund verspricht sich von der Erhöhung der Lkw-Mautsätze Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Mehr zum Thema: Bundestag erhöht Kosten für Lkw-Maut

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