Rollerführerschein ab 15 (Moped): Gesetzesänderung Regierung senkt Mindestalter für Rollerführerschein

von Christina Finke 21.05.2019

Die Bundesregierung hat im Mai 2019 eine Gesetztesänderung für einen Rollerführerschein ab 15 beschlossen. Die Länder können anschließend entscheiden, ob sie von der neuen Regelung Gebrauch machen und das Mindestalter für den Mopedführerschein dauerhaft senken. Verkehrsverbände haben allerdings Bedenken!

Zukünftig sollen Jugendliche bereits ab dem Alter von 15 Jahren – und nicht wie bislang ab 16 – einen Rollerführerschein machen können. Das hat das Bundeskabinett Mitte Mai 2019 beschlossen. Nach einer entsprechenden Änderung des Straßenverkehrsgesetzes können die einzelnen Bundesländer dann selbst entscheiden, ob sie das Mindestalter fürs Mopedfahren auch tatsächlich senken. Konkret geht es dabei um das Fahren von Kleinkrafträdern mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Entsprechende Zweiräder sind in Deutschland zulassungsfrei und benötigen auf öffentlichen Straßen eine Betriebserlaubnis sowie ein Versicherungszeichen. Um die Roller beziehungsweise Mopeds fahren zu dürfen, ist ein Führerschein der Klasse AM erforderlich. Bislang können 15-Jährige lediglich die Mofa-Prüfbescheinigung für Kleinkrafträder mit maximal 50 Kubikzentimeter Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h erwerben. Mehr zum Thema: Führerschein nochmal bestehen?

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Gesetzesänderung: Rollerführerschein ab 15 Jahren (Moped)

Von der Gesetztesänderung, nach der bereits 15-Jährige den Rollerführerschein machen können, sollen vor allem Jugendliche auf dem Land profitieren, da hier kaum Busse und Bahnen fahren. Seit 2013 laufen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bereits entsprechende Modellversuche, die aber bis Ende April 2020 befristet sind. Regierungsvertreter zogen hier bereits eine positive Bilanz: "Wir haben bisher sehr gute Erfahrungen mit dem Rollerführerschein mit 15 gemacht", sagte etwa Martin Dullig (SPD), Verkehrsminister von Sachsen, wo das Angebot von einer "überraschend großen Zahl" Jugendlicher angenommen worden sei. Verkehrverbände hingegen warnen davor, dass die Gefahr von Unfällen steige, wenn das Mindestalter zum Fahren von Rollern und Moped heruntergesetzt wird. "Der Verkehrssicherheitsrat findet es nicht gut, dass das Mindestalter für einen Moped-Führerschein gesenkt wird", so eine Sprecherin, die von "Anfängerrisiken" sprach. So hätten Jugendliche beispielsweise ein späteres Reaktionsvermögen. Zudem habe eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen zum Modellversuch zum Rollerführerschein ab 15 im Osten gezeigt, dass sich die Unfallzahlen verdoppelt hätten. Jugendliche müssten gerade auf dem Land mobiler werden. "Aber besser dann, wenn der Nahverkehr ausgebaut wird und Busse häufiger fahren. Auch die Deutsche Verkehrswacht sieht die Gesetzesänderung kritisch, auch wenn ein Rollerführerschein ab 15 die individuelle Mobilität von Jugendlichen vor allem in ländlichen Gebieten ergänzen und bereichern könne. Aber: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Jugendliche im Straßenverkehr durch fehlende Erfahrung und einer höheren Risikofreude auch besonders gefährdet sind." Der ADAC hingegen begrüßte die Pläne zur Gesetzesänderung für den Rollerführerschein ab 15. Allerdings sei es aus Sicht des Verkehrsclubs wünschenswert, eine bundeseinheitliche Regelung zu finden, um einen "unübersichtlichen Flickenteppich" zu verhindern. Mehr zum Thema: Führerscheinentzug statt Geldstrafe

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