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Geht auch ganz einfach:

100-km/h-Zulassung für Anhänger: Voraussetzung & Kosten

Fabian Hoberg Freier Mitarbeiter

Mit einem Anhänger Tempo 100 auf der Autobahn fahren – ist das erlaubt? Wir erklären die Regeln zur Geschwindigkeitsbegrenzung und nennen die Voraussetzungen und Kosten für die 100-km/h-Zulassung!

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Mit einer 100-km/h-Zulassung dürfen Anhänger auf Autobahnen und Kraftstraßen in Deutschland bis zu 100 km/h schnell fahren.
Mit einer 100-km/h-Zulassung dürfen Anhänger auf Autobahnen und Kraftstraßen in Deutschland bis zu 100 km/h schnell gezogen werden. Foto: Imago
Inhalt
  1. Wie schnell dürfen Autos mit Anhänger fahren?
  2. Was ist eine 100-km/h-Zulassung für Anhänger?
  3. Wann darf man 100 km/h mit Anhänger fahren?
  4. Wo und wie bekommt der Anhänger eine 100-km/h-Zulassung?
  5. Kosten für die Zulassung eines 100-km/h-Anhängers
  6. Gilt die 100-km/h-Zulassung auch im Ausland?
 

Wie schnell dürfen Autos mit Anhänger fahren?

Für Autos mit Anhänger, sogenannte Gespanne, gelten in Deutschland nach § 3 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) folgende Tempolimits:

  • innerorts maximal 50 km/h

  • außerorts maximal 80 km/h

  • auf Kraftfahrstraßen maximal 80 km/h

  • auf Autobahnen maximal 80 km/h

  • mit 100-km/h-Zulassung auf Kraftfahrstraßen maximal 100 km/h

  • mit 100-km/h-Zulassung auf Autobahnen maximal 100 km/h

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Darum haben deutsche Autobahnen kein Tempolimit (Video):

 
 

Was ist eine 100-km/h-Zulassung für Anhänger?

Mit einer 100-km/h-Zulassung dürfen Anhänger wie Wohnwagen oder Kühlwagen auf Autobahnen und Kraftstraßen in Deutschland bis zu 100 km/h schnell fahren. Für Landstraßen gilt das allerdings nicht. Die Tempo-Genehmigung wird gesondert erteilt und muss aktiv beantragt werden. Es sei denn, der Anhänger oder Wohnwagen verfügt ab Werk über eine entsprechende Genehmigung, wie es bei neueren Modellen häufig der Fall ist.

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

 

Wann darf man 100 km/h mit Anhänger fahren?

Nach der deutschen Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und der 9. Ausnahmeverordnung können Autos mit Anhänger und einer zulässigen Gesamtmasse von insgesamt bis zu 3,5 t (also Auto plus Anhänger) ihre Höchstgeschwindigkeit auf Autobahn auf bis zu 100 km/h erhöhen, wenn Auto und Anhänger dafür ausgelegt sind.

Voraussetzungen

  • das Auto muss ABS besitzen

  • die Reifen des Anhängers müssen für mindestens 120 km/h ausgelegt sein, also einen Geschwindigkeitsindex von mindestens L aufweisen

  • die Reifen des Anhängers müssen jünger als sechs Jahre alt sein

  • gebremste Anhänger müssen über hydraulische Stoßdämpfer verfügen

  • der Anhänger muss eine 100-km/h-Plakette auf der Rückseite tragen

  • die 100-km/h-Freigabe muss in den Papieren des Hängers eingetragen sein

  • passendes Masseverhältnis zwischen Zugfahrzeug und Anhänger muss gegeben sein

Das bestimmte Masseverhältnis zwischen Anhänger und Zugfahrzeug hängt vom Leergewicht des Zugfahrzeugs und von der Art des Anhängers ab. Die zulässige Gesamtmasse des 100er-Anhängers errechnet sich mit dem Leergewicht des Zugfahrzeugs. Also: X mal Leergewicht

Anhänger:

  • X = 0,3 ungebremst und ohne hydraulische Stoßdämpfer

  • X = 1,1 gebremst und mit hydraulischen Stoßdämpfern

  • X = 1,2 gebremst, mit hydraulischen Stoßdämpfern und Stabilisierungseinrichtung (Antischlingerkupplung oder andere Systeme zur fahrdynamischen Stabilisierung bei Hänger oder Zugfahrzeug – siehe Zulassungsbescheinigung)

Wohnwagen:

  • X = 0,3 ungebremst und ohne hydraulische Stoßdämpfer

  • X = 0,8 gebremst und mit hydraulischen Stoßdämpfern

  • X = 1,0 gebremst, mit hydraulischen Stoßdämpfern und Stabilisierungseinrichtung (Antischlingerkupplung oder andere Systeme zur fahrdynamischen Stabilisierung bei Hänger oder Zugfahrzeug – siehe Zulassungsbescheinigung)

Beispiel:

Ein Fahrzeug mit einem Leergewicht von 2000 kg darf mit einem ungebremsten Anhänger ohne hydraulische Stoßdämpfer auf Autobahnen 100 km/h schnell fahren, wenn der Anhänger ein zulässiges Gesamtgewicht von 600 kg nicht übersteigt und eine 100-km/h-Zulassung besitzt. Hängt am Haken ein gebremster Anhänger mit hydraulischen Stoßdämpfern, läge laut Rechnung sein zulässige Gesamtgewicht bei 2200 kg. Bei einem gebremsten Anhänger mit Antischlingerkupplung errechnet man ein Limit von 2400 kg.

Aber Achtung: Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers oder Wohnwagens darf inklusive der Korrekturfaktoren die Leermasse des Zugfahrzeugs nicht überschreiten. Hier setzt also die Leermasse des Autos ein zusätzliches Limit. Bei Anhängern, die keine Wohnwagen sind, muss zudem die zulässige Gesamtmasse des Anhängers kleiner oder gleich der zulässigen Gesamtmasse des Zugfahrzeugs sein. Und die zulässige Gesamtmasse des Anhängers muss kleiner oder gleich der zulässigen Anhängelast des Zugfahrzeugs sein. Außerdem muss laut TÜV Nord die maximale Stützlast des Zugfahrzeugs annähernd erreicht, aber natürlich nicht überschritten werden.

Wichtig: Mit dem Autoführerschein der Klasse B dürfen Autofahrende lediglich Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 kg bewegen – oder mehr, wenn das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns 3500 kg nicht übersteigt. Für schwerere Pkw-Gespanne braucht man Klasse BE oder die B96-Erweiterung (bis 4,25 t).

 

Wo und wie bekommt der Anhänger eine 100-km/h-Zulassung?

Damit der Anhänger oder Wohnwagen eine 100er-Zulassung erhält, muss er entweder ab Werk über eine 100-km/h-Freigabe verfügen oder bei einem anerkannten Sachverständigenbüro oder einer technischen Prüferorganisation vorgeführt werden. Hier prüfen die Fachleute die technischen Voraussetzungen. Geben sie grünes Licht, können Eigentümer:innen mit dem Prüfbericht die 100er-Plakette bei der Kfz-Zulassungsstelle beantragen. Erfolgt die Freigabe, erhält man geänderte Fahrzeugpapiere des Anhängers und einen Aufkleber für die 100-km/h-Erlaubnis. Beim Betrieb ist anschließend wichtig, dass das Zugfahrzeug alle Anforderungen an die 100er-Zulassung des Anhängers erfüllt und ein 100er-Aufkleber am Anhänger klebt.

Auch interessant:

 

Kosten für die Zulassung eines 100-km/h-Anhängers

Je nach Prüforganisation rechnen sich die Kosten nach Aufwand der Prüfung ab. In der Regel kostet die Prüfung zwischen 60 und 80 Euro, dazu kommen noch Gebühren für die Umschreibung der Papiere je nach Stadt oder Landkreis von zehn bis 20 Euro hinzu (Alle Preise: Stand April 2025).

 

Gilt die 100-km/h-Zulassung auch im Ausland?

In Ländern außerhalb Deutschlands gelten andere Regeln. Die 100-km/h-Grenze für 100er-Anhänger gilt nur auf deutschen Autobahnen und ist nur in Deutschland gültig. Wer im Ausland mit Anhänger unterwegs ist, sollte sich vorab über die gültigen Gesetze und Geschwindigkeitsbegrenzungen für Gespanne informieren. In Österreich dürfen Gespanne je nach Anhänger auf Autobahnen bis zu 100 km/h schnell fahren, wie beispielsweise Zugfahrzeuge bis 3,5 t in Kombination mit leichten Anhängern bis 750 kg. 

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