Vorstellung

Wolfswagen im Schafspelz: VW Tiguan mit R36, Turbo und 731 PS

Es liegt seit jeher ein besonderer Reiz darin, im dezenten Familienmobil sowohl Frau und Kinder, als auch die Power eines Lamborghini spazieren zu fahren. Ein Brite hat diesen Traum in Form eines VW Tiguan mit auf 731 PS geladenem R36-Motor verwirklicht.

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Der VW Tiguan R36 Turbo stehend von vorne.
Obwohl die erste Tiguan-Generation mit elf Jahren Bauzeit verhältnismäßig lange vom Band lief, durfte sie nie ernsthaft Sport betreiben. Das holt ein mit R36-Motor samt Turbo gedoptes SUV nun nach. Foto: Youtube/Twin Engine Corsa
Der VW Tiguan R36 Turbo stehend seitlich.
Äußerlich sieht der Tiguan R36 bestenfalls nach einem gründlich gepflegten Familien-Mobil aus. Mehr als 200 PS (147 kW) würde man ihm jedenfalls nicht zutrauen. Foto: Youtube/Twin Engine Corsa
Der VW Tiguan R36 Turbo stehend von hinten.
Nur der größere Doppelrohr-Auspuff sowie die Sportabzeichen auf der Heckklappe deuten darauf hin, dass hier ein VAG-Frankenstein steht. Foto: Youtube/Twin Engine Corsa
Der Motor des VW Tiguan R36 Turbo.
Erst der Blick auf den in die Spritzwand eskalierten Turbolader offenbart, was hier wirklich los ist. Foto: Youtube/Twin Engine Corsa

VAG-Cocktail der feinsten Sorte: VW Tiguan mit Passat R36- und Audi RS 4-Technik

Darf es etwas Hochprozentiges sein? Für heute hätten wir einen VAG-Cocktail der feinsten Sorte im Angebot, frisch eingetroffen aus Großbritannien. Sein Name: VW Tiguan R36 Turbo 4Motion. Seine Zutaten stammen aus den Benzin-Hochburgen Wolfsburg und Ingolstadt, während der Turbo-Schriftzug an eine gewisse Firma angelehnt ist, die in Stuttgart-Zuffenhausen Sportwagen produziert.

Den Kern des Tunings macht aber der VR6-Motor aus, der aus dem stärksten VW Passat aller Zeiten, dem R36, stammt. Das 3,6 l große Kraftwerk kommt in der Mittelklasse auf stramme 299 PS (220 kW), was dem Tiguan-Besitzer aber noch längst nicht reichte. Deshalb war es seine erste Amtshandlung beim Motorwechsel, einen Lader im Waschmaschinen-Format hinter den Block zu klemmen. Mit dem Ergebnis, dass die eigens dafür ausgeschnittene Spritzwand aussieht, als hätte ihr jemand einen Schlag in die Magengrube verpasst.

Zu den weiteren Verfeinerungen beziehungsweise Verstärkungen im Motorraum gehören unter anderem Nockenwellen von Schrick, ein großer Ladeluftkühler, ein aufgemöbelter Ölkühler, neue Einlass- und Auslasskrümmer, geschmiedete Innereien und Modifikationen an der Motorelektronik. Das Ergebnis laut Prüfstand: mächtige 731 PS (538 kW) und glatte 1000 Nm Drehmoment.

Die Kraftübertragung sichert ein manuelles Sechsgang-Getriebe aus einem Diesel-Tiguan, das an den 4Motion-Allradantrieb via Haldex-Kupplung gekoppelt ist. Das Verrückte: Auf Knopfdruck lässt sich die volle Kraft auf die Vorderachse konzentrieren, was zu denkwürdigen Fahrerlebnissen führen dürfte.

Der VW T-Roc im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

VR6-Grollen trifft Turbo-Gezwitscher

Das Fahrwerk wiederum bedient sich einiger R36-Komponenten, aber auch ein V3-Gewindefahrwerk von KW sowie H&R-Stabis sind verbaut. Die Bremsen leiht sich der Turbo-Tiguan hauptsächlich vom Audi RS 4 (B8). Abgasseitig wäre noch die größerer Doppelrohr-Anlage zu nennen, die den VW aber dennoch ebenso wenig von der Masse abhebt wie die Distanzscheiben vorne und hinten.

Ähnlich siehts im Innenraum aus, wo sich lediglich der Rennschalthebel und eine Zusatzanzeige über der Mittelkonsole wortwörtlich vom tristen Kunststoff-Einerlei abheben. Letztere ist nicht nur charmant mit R36- und Turbo-Logo verziert, sondern beinhaltet sogar den versteckten Knopf für das Umschalten zwischen Vorder- und Allradantrieb.

Der VW Tiguan R36 Turbo im Twin Engine Corsa-Video

Der VW Tiguan R36 Turbo ist also von vorne bis hinten und von innen nach außen gelebtes Understatement. Umso brachialer schiebt das SUV dann im Youtube-Video von Adam Beard alias Twin Engine Corsa voran. Gang? Egal. Power? Da! Dank des mächtigen Drehmoment-Bergs zieht der Umbau nicht nur die Wurst vom Teller, sondern gleich eine ganze Metzgerei vom Fundament.

Untermauert wird das Spektakel von einer unheimlich charmanten Mischung aus dem ikonischen VR6-Gegrummel und pfeifenden Tubolader-Sequenzen. Instinktiv hat man eine mächtig aufgepumpte Toyota Supra Mk4 vor Augen, doch stattdessen ist da nur ein schwarzer VW Tiguan, der mit weit mehr als der doppelten Serienleistung heftig im Saft steht. Der Umbau dürfte viele tausende Euros beziehungsweise Pfund verschlungen haben. Aber der Blick von anderen Verkehrsteilnehmenden bleibt unbezahlbar.