Ganz schwerer Brummer: Scania-Lkw-Langhaube am VW Käfer
Dieser Unsinns-Umbau ergibt bei näherer Betrachtung fast schon wieder Sinn: Das hat es mit dem „Fuscania“ auf sich, einem VW Käfer mit Scania-Front!
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Multinationales Mischwesen: VW Käfer mit Lkw-Front von Scania
Internationale Zusammenarbeit scheint dieser Tage immer mehr und mehr zu einem Fremdwort zu werden. Dabei lässt sich die Ideensuppe am besten anrühren, wenn Hirnschmalz verschiedener Nationen und Kulturen in ihr stecken. So geschehen beim hier gezeigten Fuscania, der leider ebenso wenig real ist wie der Weltfrieden. Aber träumen darf man ja wohl noch.
Den VW Käfer mit 80er-Jahre-Langhaube erträumt hat der brasilianische Instagram-Account „Garagem Master“, indem er die Begriffe „Fusca“ (portugiesisch für Käfer) und Scania verschmolz und seinem KI-Programm einen Prompt an die Hand gab, der vermutlich pedantischer formuliert ist als unsere Datenschutz-Bestimmungen.
Beim Anblick des Fuscania haben VW-Fans jedenfalls ordentlich was zu knabbern, dabei führt der brasilianische Beetle Dinge zusammen, die aus weiterer Entfernung betrachtet, durchaus zusammengehören. Und damit meinen wir nicht die Fuchs-Felgen unter den Käfer-Kotflügeln.
Nein, tatsächlich gehört der schwedische Lkw-Riese Scania seit 2015 zur VW-Familie wie beispielsweise auch Lamborghini oder Skoda. Und wer etwas tiefer schürft, findet sogar heraus, dass kein Geringerer als Giorgetto Giugiaro das 1980 erschienene Langhauber-Fahrerhaus des Scania 112 entworfen hat. Derselbe Italiener übrigens, der Wolfsburg in den 70ern stilistisch mit dem ersten Golf, Passat und Scirocco in die Neuzeit befördert hatte.
Der VW T-Roc im Fahrbericht (Video):

Trotz der Lkw-Haube und elf Litern Hubraum sitzt der Motor noch immer hinten
Auf dem Fuscania wirkt die Handschrift des Maestro ziemlich schwer, was bei einem Lkw-Leergewicht von mindestens zehn Tonnen aber nicht weiter verwundert. Dieser Effekt wird verstärkt von der tief in die Knie gehenden Vorderachse. Dennoch trägt der orange Krabbler die sauber aus dem Langhauber rausgeschnittene Front stolz vor sich her wie ein Gangster-Rapper mit US-Häftlingsmontur seine Dollar-Kette.
Blingbling gibts in Form von LED-Scheinwerfern. Dank Sonnenblende auf dem Dach bleibt der Käfer auch im brasilianischen Sommer oder im Kritik-Kreuzfeuer von Originalitäts-Fans cool. Hintenrum ist der Fuscania dann wieder ganz Fusca, nur die Elefantenfuß-Rückleuchten wurden ebenfalls LED-isiert.
Beim Blick in den Motorraum, der sich übrigens noch immer hinten befindet, scheint die KI über ihren eigenen Größenwahn gestolpert zu sein: Der riesige Sechszylinder-Turbodiesel ragt dermaßen weit aus seiner Höhle heraus, dass das Schließen der Klappe selbst mit einem Vorschlaghammer nicht gelingen würde.
Dafür kann man die verchromte Maschine rein theoretisch dabei betrachten, wie sie aus elf Litern Hubraum 305 PS (224 kW) schöpft und sich in Sachen Literleistung sogar einem phlegmatischen 1,6er-Käfer mit 50 PS (37 kW) unterordnen muss.
Auch der Innenraum versprüht Fernfahrer-Flair

So richtig seltsam wird es dann nochmal im Innenraum, wo nicht nur die Ledersitze samt „Fuscania“-Schriftzug in reibungsriskanten Regionen Nutzfahrzeug-Mief versprühen, sondern vor allem das recht moderne Scania-Vierspeichenvolant mit zahlreichen Bedienknöpfen ... ja, für was eigentlich? Von digitalen Instrumenten fehlt jede Spur und auch das CD-Radio macht nicht den Anschein, als stamme es aus dem konnektiven Zeitalter.
Der Weg dorthin ist für die Hände wegen des ellenlangen Lkw-Schalthebels auch nicht unbedingt ein leichter. Aber mit derlei Problemen müssen sich erst diejenigen rumschlagen, die den Fronthauber-VW am Ende vielleicht bauen. Im Sinne der internationalen Zusammenarbeit schlagen wir dafür Russland vor. Wenn das schon mit dem Weltfrieden nicht klappt, dann schraubt doch bitte wenigstens den Fuscania zusammen, ja?
















