Tesla Supercharger: Laden, Kosten, Taxi-Verbot Supercharger nicht für Taxi-Fahrer

von Alexander Koch 22.12.2017

Tesla verbietet, kommerziell genutzte Elektroautos, etwa Taxen, an Superchargern aufzuladen. Kostenfrei können das nur noch Privatkunden, die ihr Auto bis zum 20. Mai 2017 erworben haben. Alle anderen Erhalten einen Gutschein von 400 kWh im Jahr. Außerdem: Tesla erhebt Parkgebühren an den Superchargern.

Als Reaktionen auf diverse Beschwerden von Privatkunden verbietet Tesla, kommerziell genutzte Elektroautos, etwa Taxen, an den Superchargern aufzuladen. Das Verbot gilt bereits seit dem 15. Dezember 2017 und auch für Fahrer von Mitfahrdiensten wie Uber oder des öffentlichen Diensts. "In einigen Bereichen haben die gewerblichen Fahrer die Schnelllader blockiert und das Laden privater Autos fast unmöglich gemacht", begründet Tesla den Schritt. Sollte das Verbot alleine nicht ausreichen, sei das Unternehmen auch bereit, das Laden der betroffenen Elektroautos durch technische Veränderungen zu begrenzen oder ganz zu verhindern. In Europa zählt Tesla derzeit 1043 Stationen mit insgesamt 7496 Superchargern. Die bis dato kostenlose Nutzung der Supercharger ist für Autos, die nach dem 20. Mai 2017 bestellt wurden, auf 400 kWh pro Jahr begrenzt. Die darüberhinausgehende Nutzung müssen die Kunden selbst zahlen. Für alle Kunden, die ihren Stromer zuvor bestellt haben, ist das Aufladen am Supercharger auch über die 400 kWh hinaus kostenlos. Tesla-Fahrer, die ihren Wagen zwischen dem 15. Januar und dem 20. Mai 2017 gekauft haben, profitieren nur solange vom kostenlosen Laden am Supercharger, wie sie Besitzer des Autos sind. Zuvor galten die Vorteile für das ganze Fahrzeug-Leben.

Tesla-Autopilot im Video:

 
 

Tesla Supercharger nicht für Taxi

In der Folge muss alles, was über über 400 Kilowattstunden hinausgeht, was etwa für eine Strecke von rund 1600 Kilometern ausreicht, zu mehr oder weniger marktüblichen Preisen bezahlt werden. Zusätzlich erhebt Tesla Parkgebühren: Für alle Autos, deren Ladevorgang bereits abgeschlossen ist, aber trotzdem noch einen Supercharger blockieren, wird eine Gebühr von 35 Cent pro Minute fällig – und zwar schon fünf Minuten nach dem Ladevorgang. In einer Stunde kommen so 21 Euro zusammen. Gezahlt wird beim Besuch des Service-Centers. Das Unternehmen möchte damit eigenen Aussagen zufolge kein Geld in die Kassen spülen, sondern lediglich die Kunden zufriedenstellen und dafür sorgen, dass die Schnellladestationen nicht von Dauerparkern blockiert werden.

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Kosten beim Laden am Tesla Supercharger

Auch durch den Stromverkauf möchte Tesla keine Gewinne erwirtschaften, was aber für viele Kunden dennoch einen faden Beigeschmack haben dürfte – schließlich war der kostenlose Supercharger stets ein wichtiges Kaufargument. Allerdings argumentieren die Amerikaner, dass es nie die Idee des Superchargers gewesen sei, allen Kunden ganzjährig kostenlose Mobilität zu liefern. Der Ansatz sei vielmehr gewesen, das Tesla Model S mit Hilfe der Schnelllade-Stationen langstreckentauglich zu machen. Denn ohne ein Netz von Superchargern wäre das Überbrücken langer Distanzen trotz des großen Akkus erheblich schwieriger als es die Kunden heute erleben. Und für derartige Langstreckeneinsätze sind 400 kWh pro Jahr aus Teslas Sicht ausreichend – zumindest, wenn das Auto mit vollem Akku zu Hause startet, nur bei Bedarf unterwegs geladen wird und bei der Ankunft wieder geladen werden kann.

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