Sturmschaden am Auto: Dann zahlt die Versicherung Voll- und Teilkasko zahlen bei Schäden am Auto

von AUTO ZEITUNG 08.08.2018
Inhalt
  1. Zahlt Versicherung bei Sturmschaden am Auto?
  2. Welche Versicherung zahlt Sturmschäden?
  3. Zahlt die Hausrat oder Gebäudeversicherung?
  4. Ab wann zahlt die Versicherung den Sturmschaden?
  5. Welche Kosten übernimmt die Versicherung?
  6. Wird die SF-Klasse bei Sturmschäden zurückgestuft?
  7. Bei welchen Sturmschäden greift Versicherung nicht?

Das eigene Auto wurde während eines Sturms oder gar Orkans beschädigt? Die große Frage für Betroffene: Wer zahlt den Sturmschaden. Kommt die Kfz-Versicherung dafür auf?

Vor allem im Herbst und Winter zieht oft ein heftiges Unwetter auf, das mit Windböen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 Stundenkilometern einhergeht. Die orkanartigen Unwetter hinterlassen dabei oft einen heftigen Sturmschaden. Entwurzelte Bäume, abgeknickte Äste und umherfliegende Gegenstände werden nicht selten zu Zerstörern von geparkten Autos. Wer dann zu seinem Auto zurückkehrt, erlebt oft eine böse Überraschung und stellt sich die Frage: Wer zahlt für den Sturmschaden? Die unbefriedigende Antwort lautet: Das kommt darauf an. Und zwar auf die Stärke des Sturms, die Art des Sturmschadens und nicht zuletzt die Versicherung. Wichtig ist es, den Sturmschaden schnellstmöglich der Kfz-Versicherung zu melden. Wer sich damit zu lange Zeit lässt, weil es sich zum Beispiel nur um ein paar Dellen handelt und das Auto ja noch fährt, riskiert, dass die Versicherung die Regulierung des Schadens ablehnt. Bei den meisten Kfz-Versicherungen liegt die Frist dafür bei einer Woche. Die Meldung über den Sturmschaden am Auto kann per Telefon erfolgen. Wer ganz sicher gehen will, schickt ein Einschreiben mit Rückschein, um die Meldung zu dokumentieren. Mehr zum Thema: Hagelschaden am Auto reparieren

Zahlt die Kfz-Versicherung Schäden durch Herbstfrüchte? (Video):

 
 

Zahlt Versicherung bei Sturmschaden am Auto?

Der Sturmschaden am Auto sollte für die Versicherung umfassend dokumentiert werden. Dabei ist auch die genaue Uhrzeit der Feststellung des Schadens wichtig, damit der Versicherer die Sachlage anhand der Unwetter-Warnungen nachvollziehen kann. Oft ist es auch sinnvoll, die Schadensmeldung durch Angaben des Wetteramtes zu ergänzen, so der ADAC. Wenn es geht, macht man am besten noch vor Ort Fotos vom Auto und der Umgebung mit dem Handy. Dabei sind Detail-Aufnahmen der Schäden nicht zu vergessen, auch Zeugen können hilfreich sein. Damit die Kfz-Versicherung den Sturmschaden am Auto übernimmt, sollte man auf jeden Fall vorher mit dem Versicherer Rücksprache halten. Auf keinen Fall den Wagen auf eigene Faust reparieren lassen. In der Regel schickt die Versicherung vorab einen Gutachter zur Einschätzung des Schadens. Abgesichert sind jedoch nur direkt vom Sturm verursachte Beschädigungen. Darüber hinausgehende Kosten, zum Beispiel für einen Mietwagen, decken die Versicherungen nicht ab. Es sei denn es wurden entsprechende Zusatz-Leistungen abgeschlossen.

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Welche Versicherung zahlt Sturmschäden?

Haftpflicht-Versicherte haben bei einem Sturmschaden am Auto das Nachsehen: Einzig Voll- und Teilkasko-Versicherungen zahlen. Hier kommt es jedoch auch auf den individuellen Fall an. Wird das geparkte Auto von herumfliegenden Gegenständen beschädigt, sollten sich Autohalter in jedem Fall an ihre Teilkaskoversicherung wenden. Verursacht man durch den Sturm einen Unfall, zum Beispiel durch den Schreck verursacht von einer Windböe, springt nur die Vollkasko ein. Anders sieht es aus, wenn die Stärke des Sturms das Auto von der Straße drückt: Hier zahlt die Teilkasko. Entsteht der Schaden während der Fahrt, zahlt ebenfalls die Teilkasko – zumindest, wenn man als Fahrer nachweisen kann, dass die herumfliegenden Teile direkt vor das Auto geweht wurden. Liegen die Teile, zum Beispiel ein entwurzelter Baum, bereits auf der Straße, ersetzt nur die Vollkasko-Versicherung den Schaden. Der Kfz-Versicherungsschutz greift nicht, wenn der Fahrer fahrlässig gehandelt hat und das Auto zum Beispiel trotz Warnung vor Überflutung in einem Hochwasser-Gebiet abgestellt hat. Hier zahlen nur Versicherungen, die den Verweis auf "grobe Fahrlässigkeit" im Vertrag explizit ausschließen.

 

Zahlt die Hausrat oder Gebäudeversicherung?

Das Auto steht während eines Sturms in der eigenen Garage oder parkt auf dem öffentlichen Parkplatz eines Geschäfts. Zahlt eventuell die Gebäude- oder Hausratversicherung? Nein, ausschließlich die Kfz-Versicherung kommt für solche Schäden auf.

 

Ab wann zahlt die Versicherung den Sturmschaden?

Damit die Kfz-Versicherung einen Sturm als Sturm anerkennt, muss er mindestens mit Windstärke acht über das Land fegen. Dann zahlt die Teilkasko-Versicherung eventuelle Sturmschäden am Auto. Nur die Vollkasko springt schon bei niedrigeren Windstärken ein.

 

Welche Kosten übernimmt die Versicherung?

Die Teil- oder Vollkasko-Versicherung trägt die Kosten für die direkten Sturmschäden, das heißt die Reparaturen oder die Wiederbeschaffungskosten. Eine darüberhinausgehende Entschädigung für den Nutzungsausfall oder einen Mietwagen-Zuschuss gibt es nur, wenn eine entsprechende Zusatzleistung im Vertrag abgeschlossen wurde. Zudem trägt der Autofahrer die im Vertrag vereinbarte Selbstbeteiligung.

 

Wird die SF-Klasse bei Sturmschäden zurückgestuft?

Wer bei der Kfz-Versicherung einen Sturmschaden am Auto geltend macht, wird in der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) in der Regel nicht zurückgestuft. Eine Rückstufung erfolgt nur, wenn der Schaden selbstverursacht wurde.

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Bei welchen Sturmschäden greift Versicherung nicht?

Die Kfz-Versicherung zahlt den Sturmschaden am Auto nicht, wenn Dritte ihrer Sicherungspflicht nicht nachgekommen sind. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein morscher Baum von einem Privatgrundstück auf ein an der Straße geparktes Auto fällt oder ein Dachziegel von einem unzureichend gesicherten Dach auf das Auto kracht. In so einem Fall muss der Besitzer des Grundstücks bzw. des Hauses für den Schaden aufkommen.

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