Porträt

Sophia Flörsch: Opels neue Formel-E-Pilotin im Porträt

Für nicht wenige Rennfahrer endete die Karriere durch einen Crash. Bei Sophia Flörsch fing sie mit dem 2018er-Unfall in Macau erst so richtig an. Es folgten vielbeachtete Einsätze in der DTM, in Le Mans und in der Formel 3. Ab 2026 ist die 25-Jährige als Testfahrerin für Opel in der Formel E tätig. Das sollte man sonst noch über die Münchnerin wissen!

Sophia Flörsch stehend zwischen Opel-Rennwagen.
Foto: Opel
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Wenn Sophia Flörsch den Rennhelm aufsetzt, hat sie die höchsten Motorsportklassen im Visier, allen voran die Formel 1. Ihre nächste Station: Eine Testfahrer-Rolle bei Opel in der Formel E. Ihren Weg auf die Rennstrecke hat sie schon sehr früh in ihrem Leben angetreten.

Am 1. Dezember 2000 in München geboren, war sie dem Rausch der Geschwindigkeit schnell verfallen: Ihr Vater, seines Zeichens selbst Hobby-Rennfahrer, setzte die junge Sophia bereits mit vier Jahren in ein Kart. Aus der anfänglichen Leidenschaft wuchs mit den Jahren der Drang, bis in die Königsklasse des Motorsports aufzusteigen. Und das nicht nur für sich selbst, sondern stellvertretend für die weibliche Minderheit im Rennzirkus. Zuletzt gelang das der Italienerin Lella Lombardi im Jahr 1976 – also verdammt lang her.

Der Weg an die Spitze ist im Motorsport ein randsteiniger, was insbesondere für Frauen gilt. Nach ihrer Kart-Zeit wechselte sie mit 14 Jahren nach England zur Sportwagen-Serie Ginetta Junior Championship, wo sie sogar zwei Rennen gewinnen konnte. Dann begann ihre Monoposto-Karriere mit der deutschen Formel 4, wo sie als erste Frau überhaupt Punkte und einen Podiumsplatz einfuhr.

Am 18. November 2018 folgte das einschneidende Erlebnis ihres Lebens: Beim Großen Preis von Macau, einer Art Formel 3-Alternative des Monaco Grand Prix, kollidierte sie auf den engen Straßen bei einem Speed von knapp 280 km/h mit einem langsam fahrenden Vordermann, hob ab und krachte mit der Oberseite voraus in einen Kameraturm. Die Bilder gingen um die Welt und Sophia in ärztliche Behandlung. Wegen einer Wirbelsäulenfraktur musste sie anschließend elf Stunden lang operiert werden.

Das Opel Astra Facelift im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Der Crash in Macau katapultierte Sophia Flörsch in die Öffentlichkeit

Ausgerechnet jetzt, wo sie monatelang verletzungsbedingt pausieren musste und nicht fahren durfte, stand Sophia Flörsch im Rampenlicht wie nie zuvor. Deutschland hatte seine neue Motorsport-Hoffnung entdeckt. Doch als sie wieder ins Cockpit stieg, war das Momentum nicht mehr auf ihrer Seite. In der Formel 3 im Corona-Jahr 2020 konnte sie keine Akzente setzen. Auch mit dem 18. Gesamtrang in der DTM 2021 blieb sie hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück.

2023 ging es wieder aufwärts, als die Münchnerin mit einem siebten Platz in Spa (Belgien) ihre ersten Formel-3-Punkte holte. Dennoch kam sie am Ende nicht über einen 23. Rang in der Meisterschaft hinaus. Der Einstieg in die Nachwuchsklasse der amerikanischen Indycar-Serie namens Indy NXT ging 2025 nach hinten los: Nach nur einem Rennwochenende verabschiedete sich Flörsch schon wieder aus den USA.

Seit 2026 hat Sophia Flörsch bei Opel eine neue Heimat gefunden. Die Marke mit dem Blitz steigt pünktlich zum Start des Gen4-Reglements Ende 2026 in die Formel E ein und hat die 25-Jährige als Test- und Entwicklungsfahrerin engagiert. Rennen fahren wird sie in der vollelektrischen Serie also vorerst nicht, sondern das neue Auto maßgeblich hinter den Kulissen mitentwickeln.

Apropos hinter den Kulissen: Obwohl Flörsch auch dank ihrer Moderationsrolle bei „Grip – das Motormagazin“ und ihrer regen Aktivitäten auf Social Media längst einem breiten Publikum bekannt ist, hält sie ihr Privatleben aus der Öffentlichkeit heraus. Sie lebt mit ihrer Familie in Grünwald bei München.