Renault 17 Electric Restomod (2024): Elektrisches Comeback

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Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Frontansicht schräg
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Die ursprünglichen Proportionen und die Verglasung des R17 bleiben erhalten, doch die Restomod-Studie von Ora Ïto geht 17 cm in die Breite.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto: Heckansicht schräg
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Die eckigen Heckleuchten des Originals müssen einer durchgängigen Lichtleiste weichen. Wann hört dieser Trend denn wieder auf?

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto: Seitenansicht
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Im Gegensatz zum schwächer motorisierten R15 versteckte der R17 seine hinteren Seitenscheiben hinter Lamellen. Auch der Restomod von Ora Ïto zitiert dieses seltene Designelement.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Ansicht von oben
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Die Felgen und das Dach kleiden sich in Schwarz, als ob sie aus Vinyl wären. Den R17 gab es auch mit einem elektrisch faltbaren Dach.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Frontansicht
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Statt vier runder Scheinwerfer hat der Restomod schmale LED-Leuchten. Diese leuchten aber gelb, so wie in Frankreich bis in die 1980er-Jahre üblich.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Vordersitze
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Den Innenraum hat Ora Ïto buchstäblich wieder aufgemöbelt, und zwar mit wolligen Stoffen, die teils wie Auslegeware aussehen. Das poppige, minimalistische Design des R17 bleibt dabei erhalten.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Cockpit
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Das Lenkrad ist "carond", eine Designer-Wortschöpfung aus carré (viereckig) und rond (rund).

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Instrumente
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Die vier Rundinstrumente weichen quadratischen Displays, die mit ihrer Umrandung daherkommen wie kleine Röhrenfernseher aus schwarz-weißer Vorzeit.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: R17 Schräg von hinten
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Der R17 verkaufte sich zwischen 1971 und 1979 nur in 92.000 Exemplaren. Weit entfernt von den damaligen Renault-Bestsellern R5 und R4.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: R17 Schräg von hinten
Renault 17 Electric Restomod X Ora Ïto Foto: Renault

Die meisten Exemplare des kleinen Coupés hat der Rost dahingerafft. Selbst sein Nachfolger, der Fuego, ist mittlerweile sehr selten geworden.

Renault haucht einem seiner exotischsten Modelle, dem R17 aus den 1970er Jahren, mit einem elektrischen Restomod neues Leben ein. Die Studie mit dem vollständigen Namen Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito dürfte allerdings ein Einzelstück bleiben.

Unter dem Chef Luca de Meo ist Renault auf dem Retro-Trip. Der gebürtige Italiener, früher in Diensten des Volkswagen-Konzerns, Toyotas und Fiats, hat seine Karriere bei der französischen Ex-Staatsfirma begonnen. Eine Epoche, die de Meo geprägt hat, sonst würde er nicht bei jeder Gelegenheit den Firmenfundus durchwühlen, um Neuheiten mit historischem Bezug zu finden. Als Ergebnis darf der polyglotte Patron schon die nahenden, elektrischen R5 und R4 herzeigen, die beim Autosalon Paris 2024 (14. bis 20. Oktober) den Renault-Stand dominieren werden.

Jetzt hat sich Renault einer weniger kultigen Kiste aus dem Modellprogramm der 1970er Jahre zugewandt, dem R17. Und das ist mutig. Coupés sind ziemlich out, kleine Autos akut vom Aussterben bedroht. Zumindest für Baguette-und-Butter-Marken wie Renault geht es im Alltag eher um CO2-Reduktion als um sportliche Eleganz. Womit aus der Wahl des R17 beinah ein Schuh wird: Schon das Original aus den Siebzigern galt mit maximal 108 PS (79 kW) nicht gerade als Überflieger. Und die Restomod-Studie baut zwar auf der Bodengruppe des R17 auf, setzt aber nicht mehr auf einen rachitischen Vierzylinder, der die Vorderräder antreibt, sondern auf eine drehmomentstarke E-Maschine mit 270 PS (199 kW), welche die Hinterräder vor Freude durchdrehen lässt. Mit dem Makeover wurde der externe Designer Ora Ïto beauftragt, daher auch der langatmige Studienname Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito.

Leslie & Cars zeigt den Renault 5 E-Tech Electric (2024) im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Das Design des R17 ist noch immer minimalistisch

Der Stylist aus Marseille hat sich bisher vor allem mit minimalistischen Wohninterieurs hervorgetan. Und das sieht man dem Renault 17 Electric Restomod spontan an. Die Karosserie mag komplett aus Carbon sein, sie erstrahlt trotzdem in dunklem Braun, wie manche Stereoanlagen aus den Siebzigern, die heute unter Sammler:innen Mondpreise erzielen. Den Bezug zum Plattenspieler stellen auch die 19-Zoll-Felgen her, die aussehen wie Vinyl-LPs und die herzigen 13-Zoll-Röllchen des Originals ersetzen. In diesem Design ist Musik drin! Mit den aufgeblasenen Backen geht der Wagen satte 17 cm in die Breite. Trotzdem ist er sofort als R17 wiederzuerkennen, denn die charakteristische Verglasung ist original. Auch die hinteren Seitenscheiben, die der R17 im Gegensatz zum R15 hinter geschlitzten Lamellen verbarg, haben überlebt.

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Die vier runden Frontscheinwerfer des Originals wurden hingegen durch schmallippige LEDs ersetzt, die nostalgisch gelbes Licht abgeben. Hinten fügt sich eine durchgehende Lichtleiste dem Mainstream, die so auch von Audi, Kia oder einer beliebigen China-Marke stammen könnte. Sehr nett hingegen: Ïto zeigt Mut zur Kleinheit und dass schöne Autos keine überdimensionierten Logos benötigen. Das wiederbelebte Rombus-Logo, in den Siebzigern vom Op-Artisten Victor Vasarely entworfen und von de Meo aus der Versenkung hervorgeholt, schmiegt sich an Front und Heck wie ein Schmuckstück.

Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito: Cockpit
Foto: Renault

Im Innenraum geht es ausgesprochen wohnlich zu. Die Architektur von Armaturenbrett und poppigen Sitzen blieb weitgehend intakt. Doch mit einem Mix aus hautfreundlichen Stoffen, die teils wie rasierte Auslegeware daherkommen, beamt Ora Ïto den R17 direkt vom 20. ins 21. Jahrhundert. Wollig, ganz vegan und glutenfrei, natürlich. Die vier Rundinstrumente des Originals werden dabei von quadratischen Bildschirmen ersetzt, die mit ihrer Umrandung anmuten wie kleine Röhrenfernseher aus einer Zeit, in der Farb-TV als Luxus galt. Als Ergänzung darf ein taktiler Zentralschirm nicht fehlen. Der ist aber ganz undominant tief platziert und stört so nicht den Ausblick durch die kurze, steil stehende Windschutzscheibe des Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito.

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Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito weniger viersitzig als das Original

Die Platzverhältnisse an Bord sind eher noch eingeschränkter als beim Original, das hinten nicht die E-Maschine und eine raumgreifende Batterie unterbringen musste. Das ist aber ohnehin nicht von Serienrelevanz. Dier Renault 17 Electric Restomod X Ora Ito ist eher als Sympathieträger gedacht denn als Vorbote eines neuen Serien-Coupés. Als solcher wird er ein Einzelstück, aber nicht unbedingt ein Einzelgänger bleiben. Mit seinem feinen Sinn für Ironie macht der Renault-Designchef Gilles Vidal keinen Hehl daraus, dass er sogar den Fuego, der den R17 1979 ablöste, vergöttert. Man sollte also nicht ausschließen, dass die französische Marke irgendwann mit einem Revival des ultimativen Underdog-Coupés mit der mutmaßlich kleinsten Fangemeinde der Autowelt aufwartet.