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Range Rover Electric: Die Offroad-Ikone kraxelt mit dem Strom

Der Range Rover Electric krönt die Offroad-Ikone mit fulminanten 405 kW (550 PS) Leistung sowie einem exquisiten Komfort – und viel Gelassenheit.

Es gibt wenige Fahrzeuge, bei denen sich ein elektrischer Antrieb so logisch und sinnvoll in das Gesamtkonzept einfügt wie beim Range Rover. Zum einen gelingt die Integration der Technik ohne Zugeständnisse beim Raumangebot, da die aktuelle Baureihe (L460) von Anfang an auch als Stromer geplant war. Zum anderen punktet der elektrische Antrieb mit erlesenen Komforteigenschaften und müheloser Kraftentfaltung.

Je ein 260 kW (354 PS) starker, permanenterregter Synchronmotor an Vorder- und Hinterachse verhelfen dem Electric zu einer Systemleistung von 405 kW (550 PS) und einem maximalen Drehmoment von mächtigen 850 Nm. Damit soll das große Nobel-SUV in 4,5 s aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen und eine Spitze von 200 km/h erzielen. Dass der vollelektrische Range Rover weiter an Gewicht zulegt, spielt scheinbar nur eine untergeordnete Rolle.

Der Toyota Land Cruiser im Offroad-Park (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Über 300 Patente – Batterie und E-Motoren sind JLR-Entwicklungen

Mit 2810 kg Leergewicht ist der edle Brite zwar ein ziemlicher Brocken, doch gegenüber den Plug-in-Hybrid-Varianten legt der Electric nur um rund 100 kg zu. Komponenten wie Benzinmotor, Automatik samt Verteilergetriebe, Kardanwelle, Abgasanlage und Tank entfallen. Das kompensiert zumindest teilweise die Masse des Akkus, der gute 700 kg wiegt.

Dafür bietet die Batterie aber auch handfeste Vorteile: Ihre Konstruktion mit umschließendem Alu-Gehäuse ist vollständig wasserdicht und mit einer schützenden Stahlplatte auch für harten Geländebetrieb gerüstet. Ferner erhöht sie die Torsionssteifigkeit des ohnehin soliden Briten um 56 Prozent und senkt den Schwerpunkt um 88 mm. Ihre enorme Kapazität von 118,5 kWh (netto) speichert genug Energie, um eine WLTP-Reichweite von etwa 600 km zu ermöglichen. Die endgültigen Werte stehen aber noch nicht fest, und bei Jaguar Land Rover (JLR) spricht man ohnehin lieber über die „Real-Life Range“ als realistischere, praxisnahe Angabe, die mit rund 530 km beziffert wird.

Die Leistung ändert sich in den Fahrprogrammen

Zusammen mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW (AC: 22 kW) unterstreicht das die tadellose Langstrecken-Eignung des 800-V-Elektrikers. Die sprichwörtliche Geländegängigkeit soll ebenfalls vom E-Antrieb profitieren, weil die von JLR wie der Akku selbst entwickelten E-Maschinen von Wechselrichtern mit hochwertigen Silizium-Karbid-Halbleitern angesteuert werden. Sie sollen viel sensibler auf die herrschenden Traktionsverhältnisse reagieren können.

Binnen 50 ms kann die Elektronik das Antriebsmoment am Rad regulieren. Eine virtuelle Reduktionsstufe erlaubt auch weiterhin das langsame Befahren technisch anspruchsvoller Passagen. Um den Komfort selbst im Geländebetrieb weiter zu optimieren, fährt die Luftfederung mit neuen Zweikammer-Federn und adaptiven Dämpfern etwas weniger hochbeinig, was zusammen mit dem minimal nach unten überstehenden Akku-Block für insgesamt 29 mm weniger Bodenfreiheit sorgt.

Der Range Rover Electric seitlich stehend im Gelände
Foto: Land Rover

In der Praxis sollte das jedoch keinen nennenswerten Unterschied ausmachen, da der Electric immer noch 262 mm Abstand zum Boden hält. Außerdem gleitet er mit seinem glatten Unterboden leichter über eventuelle Hindernisse, anstatt mit hervorstehenden Bauteilen wie den Abgasrohren hängen bleiben zu können. Nur bei der Anhängelast muss man Abstriche in Kauf nehmen: Bei 2,5 t ist Schluss. Top: Das Ansprechverhalten des Antriebs auf die Pedalbefehle im Gelände-Modus ist anders abgestimmt, sodass sich die enorme Power optimal und feinfühlig abrufen lässt.

Die geballte Ladung von 405 kW (550 PS) gibt es ohnehin erst im Dynamic-Mode. Im Modus „Comfort“ stehen rund 368 kW (500 PS) zur Verfügung, in der Betriebsart „Eco“ ist die Leistung zugunsten der Effizienz auf etwa 206 kW (280 PS) limitiert. Für maximale Effizienz sorgen zudem minimale Aerodynamikoptimierungen wie der fast völlig geschlossene Kühlergrill, die Aero-Räder und die Unterbodenverkleidung.

Der Geräuschkomfort profitiert naturgemäß auch von der Umstellung auf E-Technik, wobei die JLR-Techniker:innen das aktive Noise-Cancelling-System weiter verfeinert haben und der Electric im Innenraum bis zu sieben dB(A) leiser sein soll als die Verbrenner-Varianten. Ein gewaltiger Unterschied! Wer möchte, kann einen eigens komponierten unaufdringlichen Fahr-Sound zuschalten oder das Auto im Single-Pedal-Drive bewegen. Dann rekuperiert der Antrieb in Schubphasen automatisch und verzögert dank „Chauffeur-Stop“ mit 0,2 g ganz sanft bis zum Stillstand, ohne die Bremse zu nutzen. Eine neuartige Legierung der Bremsscheiben soll diese besonders haltbar machen. Der Range Rover Electric ist ab sofort bestellbar und kostet ab 163.800 Euro (SWB)