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Polestar 1: Test Der Polestar 1 im Test

von Michael Godde 13.08.2020
Inhalt
  1. Der Polestar 1 im Test
  2. Connectivity-Check beim Polestar 1
  3. Messwerte und technische Daten des Polestar 1

Der Plug-in-Hybrid Polestar 1 präsentiert sich im Test als dynamischer Gran Turismo und zeigt, dass die nicht nur Verzicht, sondern auch Spaß bedeutet.

PositivNiedriger Verbrauch, tolles Handling, praxisgerechte E-Reichweite
NegativKleines Kofferraumvolumen, teuer, wenig Platz auf den Fondsitzen

Volvo und Polestar lassen sich nicht trennen. Schon beim Design sprechen beide Marken die gleiche Sprache. Der getestete Polestar 1 zitiert sogar mit den perfekt geformten hinteren Kotflügeln die Volvo-Ikone P1800 wie kein anderes Modell der Schweden. Warum auch nicht? Volvo hat es geschafft, das beliebte, kantige Design früherer Epochen in die Zukunft zu transformieren und die Marke damit premiumreif gemacht. Und es gibt noch Luft nach oben. Die E-Mobilität verlangt nach neuen Ansätzen, die die Skandinavier mit Polestar bieten. Die Elektrifizierung kennt viele Wege. Beim Polestar 1 entschied sich die Volvo Car Group für einen Super-Plug-in-Hybrid. Der 309 PS starke Vierzylinder mit Turbound Kompressor-Aufladung bekommt nicht nur einen Riemen-Starter-Generator mit 68 PS an die Seite gestellt, sondern kann sich zudem auf die Unterstützung von zwei E-Maschinen an der Hinterachse verlassen, die je 116 PS freisetzen. Das bedeutet als Systemleistung: 609 PS und 1000 Newtonmeter. Daten, die eines Supersportwagens würdig sind. Und das alles hat Polestar in eine Karosserie aus Kohlefaser gepackt. Das erste Modell muss allerdings auch direkt sitzen, selbst wenn es nur in einer begrenzten Stückzahl von 1500 Einheiten gebaut werden soll. Und der schicke GT passt – die limitierte Auflage wird wohl schnell vergriffen sein, denn der Polestar 1 ist mehr als nur ein Hingucker. Während die meisten anderen Plug-in-Hybriden mit mageren Reichweiten und langen Ladezeiten nur eine unmotivierte Antwort auf die Fragen der E-Mobilität geben, denkt man beim schwedischen Autobauer deutlich ernster.

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Der Polestar 1 im Fahrbericht (Video):

 
 

Der Polestar 1 im Test

Der Polestar 1 absolviert im Test dank seiner 34 kWh großen Akku- Kapazität problemlos 110 Kilometer rein elektrisch (bis maximal 60 km/h) und lädt, wenn der Radius einmal größer wird, mit bis zu 50 kW wie ein Vollzeitstromer auch an der Schnellladesäule – Ladezeit: rund eine Stunde. Damit lassen sich fast alle alltäglichen Distanzen lokal emissionsfrei über die beiden E-Maschinen an der Hinterachse absolvieren. Auf längeren Strecken schaltet sich die vordere Antriebseinheit kultiviert hinzu. Auf unserer Verbrauchsrunde, die wir mit Plugin-Hybriden einmal mit vollem und einmal mit leerem Akku fahren, ergibt sich mit 4,4 Liter Benzin und 17,0 kWh auf 100 Kilometern ein für Plug-in-Hybride sehr guter Verbrauch. Die Werksangaben, die nach wenig alltagsnahen Zyklen ermittelt werden, kann man dagegen nur mit Zurückhaltung, konsequenter Nutzung der E-Motoren und von außen zugeführter Energie erreichen. Volllastfahrten auf der Autobahn bewirken das Gegenteil. Kommen wir zurück zu den 609 PS und 1000 Newtonmetern: Der Polestart 1 schießt im Test zwar nicht so fulminant von null auf 100 km/h wie der Porsche Taycan oder das Tesla Model S – der Schwede gönnt sich 3,9 Sekunden für den Sprint. Aber einmal in Fahrt hält ihn nichts auf. Arbeiten alle Systeme zusammen, packt der Polestar ohne Ansatz zu. Der gefühlvoll zu dosierenden Leistung steht ein mit Öhlins entwickeltes Fahrwerk mit manuell einstellbaren Dämpfern gegenüber, das die 2361 Kilogramm Leergewicht gekonnt kaschiert. Der Polestar 1 bewegt sich im Test überraschend leichtfüßig durch jeden Radius, bleibt im Grenzbereich spielerisch beherrschbar und vermittelt über seine präzise Lenkung ein informatives Feedback von der Vorderachse. Sein Motto: je schneller, desto besser. Das gilt auch für den Komfort. Während die Dämpfung bei langsamer Fahrt Unebenheiten noch etwas trocken weiterreicht, gefällt das Set-up bei steigendem Tempo mit sensiblem Ansprechverhalten– die Feinabstimmung findet per Rändelrad am Federbein statt. Günstig ist der Polestar 1 mit 155.000 Euro natürlich nicht. Die Kleinserie soll aber auch nur der Appetitanreger für die spannende neue Marke sein. Dafür ist der Schwede komplett ausgestattet und bietet als limitierte Auflage den Reiz des Exklusiven.

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Connectivity-Check beim Polestar 1

Beim Polestar 1 stehen nur Winterräder und matte Außenlackierungen in der Aufpreisliste. Das komplette Multimedia- Sortiment mit 12,3-Zoll-Monitor, Navigationssystem, Apple CarPlay, Android Auto, Polestar Connected Services und dem hochwertigen Bowers & Wilkins-Soundssystem samt exzellentem Klang sind neben dem kompletten Sicherheitsarsenal serienmäßig an Bord des Plug-in-Hybrids.

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Messwerte und technische Daten des Polestar 1

AUTO ZEITUNG 13/2020Polestar 1
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4-Zyl., 4-Ventiler, Kompressor, Turbo
Hubraum1969 cm³
Systemleistung609 PS
Max. Systemdrehmoment1000 Nm
Getriebe/Antrieb8-Stufen-Autom.; Allradantrieb
Messwerte
Leergewicht/Zuladung2361 kg/k.A.
0 - 100 km/h3,9 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
33,3/31,9 m
Verbrauch (Test/WLTP)4,4 l S + 17,0 kWh/0,7 l + 25,5 kWh
CO2-Ausstoß (Werk)15 g/km
Preise
Grundpreis155.000 €

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von Michael Godde von Michael Godde
Unser Fazit

Der Polestar 1 ist mit einer elektrischen Reichweite von 110 Kilometern der absolute Super-Plug-in-Hybrid. Dass er im Test zudem auch noch eine großartige Fahrdynamik auf Sportwagenniveau bietet, macht ihn umso begehrenswerter und zu einem der interessantesten Neuerscheinungen in diesem Jahr. Schade, dass er nur 1500 Mal gebaut werden soll und stolze 155.000 Euro kostet. Wir sind gespannt auf die Nummer 2.

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