Peugeot 3008/Seat Ateca/Toyota C-HR: Test

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Peugeot 3008/Seat Ateca/Toyota C-HR
Peugeot 3008/Seat Ateca/Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Die drei Testkandidaten bringen sowohl optisch als auch in Sachen Effizienz und Ausstattung frischen Wind ins Segment der Kompakt-SUV, und das zu fairen Preisen.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Der Toyota C-HR wird Dritter, was er unter anderem seiner aufwendigen Antriebstechnik zu verdanken hat, die ihn wenig dynamisch macht.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Der Japaner ist teuer und eng, die Bremsleistung ist allerdings top.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Knackiges Heck mit weit hervorstehenden Rückleuchten und großem Dachspoiler.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Der Toyota C-HR ist als Hybrid der sparsamste Testwagen im Feld und unterbietet noch die ohnehin schon guten Werte der beiden Konkurrenten.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Verspieltes Design, sauberes Finish. Der C-Hr ist enger als seine Rivalen.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Die hohe Ladekante und die Stufe zur umgeklappten Rückbank stören.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Sehr hohe Fensterkanten, tiefe Dachlinie.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Visualisiert: Funktion des Hybridsystems.

Toyota C-HR
Toyota C-HR Foto: Zbigniew Mazar

Der Touchscreen-Monitor an Bord des Toyota misst acht Zoll und gefällt mit klarer Darstellung. Allerdings reagiert er mitunter träge auf Eingaben, und die Schaltflächen sind teilweise zu klein. Das Touch&Go-System beinhaltet serienmäßig Apps, daB, eine Bluetooth-Schnittstelle und die Rückfahrkamera. Optional gibt’s Onlinedienste, Rearseat-Entertainment sowie WLan-Hotspot und Navigation.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Auf Platz zwei schafft es der Peugeot 3008. Seine Vorzüge: Variabilität, Sicherheit und Temperament.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Das markante Styling des aktuellen 3008 lässt den Franzosen ...

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

... bullig und solide wirken. Auch die Heckansicht unterstützt diesen Eindruck.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Der PureTech-Motor hat eine Anfahrschwäche. Ist diese aber überwunden, gefällt er mit kraftvollem Anzug.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Unkonventionelles Cockpit mit kleinem Lenkrad. Auffällige Mittelkonsole.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Viel Platz im Fond, aber kurze Beinauflage.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Geräumiger Kofferraum, umlegbare Rückbank, klappbarer Beifahrersitz.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Vielfältig konfigurierbares Armaturen-Display.

Peugeot 3008
Peugeot 3008 Foto: Zbigniew Mazar

Der acht Zoll große Touchscreen ist ab der Ausstattung Active serienmäßig und erlaubt den Zugriff auf vielfältige Funktionen, wie etwa die Einbindung des Smartphones via Apple CarPlay und Android Auto. Aufpreis kosten zudem DAB-Tuner (450 Euro) und Nnavigation (1400 Euro). zu den Besonderheiten des Systems gehören eine induktive Ladeschale (150 Euro) sowie ein Notrufassistent.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Auf Platz eins landet der Seat Ateca. Er bietet unterm Strich den besten Gegenwert ...

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

... zum geforderten Preis: Er ist geräumig und bietet guten Fahrkomfort.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Trotz der relativ kleinen Bereifung des Testwagens fährt sich der Ateca am agilsten.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Der nur einen Liter große TSI des Ateca tritt schon bei niedrigen Drehzahlen entschlossen an.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Die Grafik der LED-Leuchten ist sehr prägnant.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Seat-Cockpit mit sachlich klarem Layout und tadelloser Bedienbarkeit.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Seine geradlinige Form erlaubt das größte Maximalvolumen: 1604 liter.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Der Seat Ateca hat das geräumigste Fondabteil im Test.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Zbigniew Mazar

Serienmäßig verfügt der Seat Ateca über einen fünf Zoll großen Touchscreen. Optional gibt es zudem ein acht Zoll großes Farbdisplay samt Bluetooth-Schnittstelle für Telefonie und Audio-Streaming. Navi (ab 840 Euro), DAB (215 Euro) und kabelloses Aufladen (220 Euro) werden optional angeboten. Zudem erlaubt Full Link (195 Euro) die Smartphone-Einbindung mittels Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link.

Test: Die aktuellen SUV-Modelle von Peugeot, Seat und Toyota bringen nicht nur optisch frischen Wind ins Segment der kompakten Crossover-Konzepte. Sie locken auch mit effizienten Antrieben und umfangreichen Assistenzsystemen – zu fairen Preisen.

Seat setzt beim Ateca auf schnörkelloses Design und großen Nutzwert zu bezahlbaren Tarifen. Ein Rezept, das offensichtlich gut ankommt, denn die Nachfrage nach dem ersten SUV der spanischen VW-Tochter boomt. Peugeot hat den 3008 vom einst hässlichen Entlein zum stolzen Schwan herangezüchtet, der – nun in zweiter Generation – mit gefällig-avantgardistischem Styling auftritt. Und auch Toyota zeigt Kante und polarisiert mit den betont dynamisch anmutenden Coupé-Linien des C-HR. Zudem fordert der Japaner die Konkurrenz mit einem ambitionierten Hybrid-Antrieb heraus, dem die Europäer ihrerseits mit modernen Dreizylinder-Benzinern begegnen. Welches Konzept ist das überzeugendste? Unser Test liefert die Antwort.

Der  Peugeot 3008 im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Test: Seat Ateca trifft den Peugeot 3008 & den Toyota C-HR

Ob das Design nun gefällt oder nicht, mag ein jeder für sich selbst bewerten. Doch das jeweilige Styling beeinflusst natürlich auch Dinge wie Raumangebot und Übersichtlichkeit. Hier zeigt der Seat Ateca im Test, das weniger mehr ist: Obwohl er den Toyota in der Außenlänge lediglich um drei Millimeter überragt, offeriert er ein erheblich großzügigeres Raumangebot. Im C-HR limitieren die weit eingezogenen Dachholme sowie der vor allem im Fond empfindlich niedrig verlaufende Dachhimmel und die geringere Innenbreite die Bewegungsfreiheit. Das schräg abfallende Heck bedingt ferner einen unbequemeren Einstieg hinten und begrenzt das Ladevolumen auf 377 bis 1160 Liter. Der Seat überzeugt dank seiner geradlinigen Formen und der steilen Heckklappe rundum mit viel Freiraum und einem Stauraum von 510 bis 1604 Litern. Da muss sich selbst der rund acht Zentimeter längere Peugeot 3008 strecken. Auch er offeriert ein gutes Raumangebot, wenngleich etwas knapper als im Seat. Sein Kofferraum fasst 520 bis 1482 Liter. Darüber hinaus ist der Ladeboden des Peugeot fast vollkommen eben, und für den Transport besonders sperriger Gepäckstücke klappt sogar der Beifahrersitz um. Dass der Seat um über 100 Kilo leichter ist als seine beiden Widersacher, beschert ihm die höchste Zuladung im Test, was der Peugeot mit einer etwas höheren Zuglast (1400 zu 1300 kg) wieder wettmacht. Die Hybrid-Technik des Toyota bedingt zwar keine Kompromisse im Raumangebot, reduziert die Anhängelast gegenüber dem konventionellen Benziner (1.2 T, 116 PS) jedoch von 1,3 Tonnen auf nur noch magere 725 kg (gebremst). Bei der Sicherheitsausstattung hingegen trumpft der C-HR auf und bietet bereits serienmäßig jede Menge Assistenzsysteme: Kollisionswarnung, autonome Notbremsung, Personenerkennung, Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistenten, Verkehrszeichenerkennung sowie Rückfahrkamera – alles Standard. Noch umfangreicher präsentiert sich nur der 3008, der serienmäßig mit Isofix-Aufnahmen im Beifahrersitz aufwartet und optional einen automatischen Notruf absetzen kann. Der Ateca lässt sich ebenfalls mit allen wesentlichen Assistenten ausrüsten, jedoch müssen für die meisten Features Aufpreise bezahlt werden.

Seat Ateca mit höchstem Fahrkomfort im Test

Mit ganz pragmatischen Tugenden wie angenehmer Polsterhärte, aufrechter Sitzposition sowie einer sauber abgestimmten Federung und geräumigen Ablagen sichert sich der Spanier indes das Komfortkapitel im Test. Der Franzose gibt sich diesbezüglich keine Blöße und bleibt dem Seat dicht auf den Fersen. Zudem ist er laut Messgerät etwas leiser, offenbart jedoch ein vernehmliches Fahrtwindrauschen um die A-Säulen. Etwas zwiespältig fällt die Komfort-Wertung des Japaners aus: Die vorderen Sitze gewähren guten Seitenhalt, doch die Beinauflage dürfte länger ausfallen und sich stärker neigen lassen. Im Fond sitzt man selbst auf langen Etappen bequem – sofern man das höhlenartige Raumgefühl als behaglich empfindet und nicht mehr als zwei Personen auf der Rückbank Platz nehmen. Zu dritt ist es dort schlicht zu eng. Das Hybrid-Konzept reduziert prinzipiell die Antriebsgeräusche, lässt den Verbrenner jedoch schon bei moderaten Beschleunigungen oder an Steigungen ungewöhnlich hoch drehen, was mit einem enervierend plärrenden Ton des leicht angestrengt wirkenden Motors einhergeht.

Motor/Getriebe: Peugeot 3008 mit größter Laufruhe

Andererseits optimiert diese Regelung die Effizienz des Antriebs, was sich in den Verbrauchswerten niederschlägt: Bei allen drei Messzyklen (Sparfuchs, Test, Maximal) schneidet der Toyota am sparsamsten ab und unterbietet die an sich guten Werte der Rivalen, die jeweils auf moderne Dreizylinder-Benziner mit Turboaufladung setzen. Allerdings agiert der Hybrid weniger souverän, als man angesichts des größeren Hubraums (1,8 Liter) und der Boost-Funktion des E-Motors erwarten könnte. Trotz der 163 Nm, mit denen allein der E-Motor aus dem Stand heraus anschiebt, spurtet der C-HR zudem verhaltener als die konventionellen Verbrenner-Rivalen. Nicht einmal hinsichtlich der Laufruhe kann er sich im Test spürbar von den Dreizylindern distanzieren. Dazu laufen die Downsizing- Aggregate von Peugeot und Seat einfach zu ruhig. Im Stand ist speziell an Bord des 3008 kaum auszumachen, ob der 1,2-Liter im Leerlauf rotiert oder ausgeschaltet ist. Hat der PureTech-Motor seine Anfahrschwäche überwunden, gefällt er mit kraftvollem Anzug und erstaunlicher Drehfreude. Der sogar nur einen Liter große TSI im Bug des Ateca tritt zwar bei ganz niedrigen Drehzahlen entschlossener an, wirkt ab 4800 Touren jedoch unwillig. Lokal emissionsfrei und nahezu geräuschlos lässt sich allerdings naturgemäß nur der Hybrid-Toyota bewegen. Die Kapazität seines Nickel-Metallhydrid-Akkus genügt ihm dabei für maximal 1,5 km und etwa 50 km/h – darüber schaltet sich der Benziner automatisch wieder zu. Andererseits kann der C-HR in der Ebene sogar bei Landstraßentempo rein elektrisch dahingleiten, ohne jedoch weiter zu beschleunigen.

Testkapitel Fahrdynamik: C-HR mit mäßigem Handling

Dass die japanischen Ingenieure stärker auf die Wünsche der europäischen Kunden eingehen wollen, zeigt der C-HR, der auf der neu entwickelten TNGA-Plattform basiert, mit einer soliden Vorstellung im Kapitel Fahrdynamik. Auch wenn sich die Lenkung um die Mittellage etwas synthetisch anfühlt und sehr leichtgängig agiert, erlaubt sie in Wechselkurven erfreulich präzise Manöver. Das tendenziell straff abgestimmte Fahrwerk mit Doppelquerlenkern an der Hinterachse zeigt nur eine moderate Seitenneigung, und die standfesten Bremsen packen fest zu. Selbst die nicht abschaltbare Fahrdynamikregelung VSC+ schreitet nicht mehr unnötig früh ein wie bei anderen Fahrzeugen der Marke. Dass der C-HR im Handling dennoch hinterherfährt, liegt an der mäßigen Seitenführung der Reifen und dem schlappen Antrieb. Der Peugeot-Testwagen trat auf 19 Zoll großen Zubehör-Rädern zum Test an. Damit lenkt er durchaus sportlich ein, doch sein ESP erstickt aufkeimenden Übereifer rigoros. Das ungewöhnlich kleine Lenkrad verhilft dem 3008 zu entsprechend kleinen Lenkwinkeln und lässt ihn so agiler erscheinen, als er tatsächlich ist. Ernsthaft Anlass zu Kritik bietet er nicht. Dennoch ist es der auf dem modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns basierende Seat Ateca, der im Test Dynamik und Sicherheit am überzeugendsten kombinieren kann und die größten Reserven in der aktiven Fahrsicherheit bietet. Seine Lenkung vermittelt die deutlichste Rückmeldung, und sein Fahrwerk setzt Richtungswechsel am zuverlässigsten um.

Umwelt/Kosten: Ateca am günstigsten

Und das zu einem Grundpreis von weniger als 20.000 Euro. Mit 19.990 Euro unterbietet der Seat den Toyota um stattliche 7400 Euro. Dessen aufwendige Hybrid-Technik macht ihn zwar sparsam, aber teuer, sodass sich der teilelektrifizierte C-HR wohl nur in den seltensten Fällen amortisiert. Dass er jedoch die niedrigsten Schadstoff-Mengen der Testkandidaten ausstößt, ist für manche Kunden unbezahlbar.

Technische DatenPeugeot 3008 1.2 PureTech 130Toyota C-HR 1.8 VVT-i Hybrid
Motor3/4, Turbo4/4, E-Motor
Hubraum1199 ccm1798 ccm
Leistung130 PS98 PS
Max. Drehmoment230 Nm142 Nm
Getriebe6-Gang, manuellAutomatik, stufenlos (Planeten)
AntriebVorderradVorderrad
0-100 km/h9,9 s11,5 s
Höchstgeschwindigkeit188 km/h170 km/h
Leergewicht1250 kg1305 kg
Kofferraum520-1482 l377-1160 l
L/B/H in mm4447/1906/16244360/1795/1565
Testverbrauch7,2 l S/100 km5,5 l S/100 km
Grundpreis23.250 Euro27.390 Euro
Bewerteter Preis25.249 Euro29.390 Euro
Technische DatenSeat Ateca 1.0 TSI Ecomotive
Motor3/4, Turbo
Hubraum999 ccm
Leistung115 PS
Max. Drehmoment200 Nm
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
0-100 km/h10,6 s
Höchstgeschwindigkeit183 km/h
Leergewicht1205 kg
Kofferraum510-1604 l
L/B/H in mm4363/1841/1611
Testverbrauch7,2 l S/100 km
Grundpreis19.990 Euro
Bewerteter Preis23.430 Euro

Fazit

Sicherlich spielt bei der Kaufentscheidung zwischen diesen drei Autos das Design eine wichtige Rolle. Doch losgelöst von allen Geschmacksfragen ist es der Seat Ateca 1.0 TSI Ecomotive, der unterm Strich den besten Gegenwert fürs Geld offeriert: Er ist geräumig und bietet einen guten Fahrkomfort. Schon der 115 PS starke, genügsame Einliter-Dreizylinder erlaubt muntere Fahrleistungen, die Fahrdynamik passt. Mit dem Peugeot 3008 PureTech 130 rangiert ein starker Konkurrent auf Platz zwei. Seine Vorzüge: Variabilität, Sicherheit und Temperament. Dritter wird der Toyota C-HR Hybrid. Seine aufwendige Antriebstechnik macht ihn konkurrenzlos sparsam und erlaubt lokal emissionsfreies Fahren. Doch der Japaner ist teuer, eng und wenig dynamisch. Top: Bremsleistung und Qualität.