Opel Corsa Sprint: Gruppe-B-Granate mit Irmscher-Genen

Einen Opel Corsa in der Gruppe B? Den gab es tatsächlich – naja, zumindest fast. 1983 zeigte Rüsselsheim gemeinsam mit Tuner Irmscher, wie der Opel Corsa Sprint die Wertungsprüfungen unsicher machen könnte. Das ist seine Geschichte!

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Der Opel Corsa Sprint fahrend von vorne.
Opel Corsa Sprint Foto: Opel

Ein bisschen Manta 400, ein bisschen Renault 5 Turbo: Im Opel Corsa Sprint steckte das Potenzial zum Gruppe B-Herausforderer.

Der Opel Corsa Sprint stehend von vorne.
Opel Corsa Sprint Foto: Opel

Statt turboaufgeladener Mittelmotor-Eskalationen setzte Irmscher auf einen 1,3-l-Vierzylinder mit sensationeller Literleistung.

Der Opel Corsa Sprint stehend von schräg vorne.
Opel Corsa Sprint Foto: Opel

Dazu gabs breite Backen und eine Front im Flutlicht-Design.

Der Opel Corsa Sprint stehend von schräg hinten.
Opel Corsa Sprint Foto: Opel

Hinten sorgten die gerippten Scheinwerfer und die zerfurchte Heckschürze für Aufsehen.

Der Opel Corsa Sprint stehend von schräg vorne.
Opel Corsa Sprint Foto: Opel

Die 200 Exemplare fassende Homologationsserie wurde am Ende doch nicht realisiert.

Das Cockpit des Opel Corsa Sprint.
Opel Corsa Sprint Foto: Opel

Das Cockpit strahlt maximale Rennatmosphäre aus. Die Instrumente waren über Schnellverschlüsse am Armaturenbrett befestigt.

Sie handelt von fliegenden Finnen, röhrenden Turbo-Motoren, brennenden Wracks und Walter Röhrl, der Menschenmengen teilte wie einst Moses das Meer: Die Geschichte der berüchtigten Gruppe B ist tausendmal erzählt worden und auch Opel mischte mit in der wildesten Rallye-Ära aller Zeiten. Die Zeitzeugen heißen Ascona 400 und Manta 400. Aber ein Corsa? Der hatte bis auf seinen sportlichen Namen – "Corsa" ist italienisch für "Wettrennen" – eigentlich so viel mit den Allradmonstern gemein wie ein Fiat 500 mit einem Ferrari. Dabei kam Rüsselsheims Kleinster den Staubpisten direkt zu Beginn seines Lebens überraschend nahe.

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Im September 1983, knapp ein Jahr nach der Präsentation des Opel Corsa A, parkte die Marke mit dem Blitz auf dem IAA-Messestand einen Kleinwagen, der mit Breitbau, Käfig und Flutlicht-Front voll auf die Materialschlacht der Wertungsprüfungen abzielte. Die Studie hörte auf den Namen Opel Corsa Sprint und sollte bei ausreichendem Interesse tatsächlich für die Gruppe B homologiert werden. Für die technische Ausarbeitung wandte sich die GM-Tochter an Haustuner Irmscher, der den 1,3-l-Vierzylinder in ein Hochleistungstriebwerk verwandelte.
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Der Opel Frontera (2024) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Unglaublich, aber wahr: Der Opel Corsa Sprint wollte in die Gruppe B

Aus dem Performance-Arsenal in Remshalden wanderten geschmiedete Kolben, ein leichteres Kurbeltriebwerk, vergrößerte Ventile, polierte Kanäle, ein Renn-Nockenwelle, Fächerkrümmer, zwei Doppelvergaser (So funktioniert ein Vergaser) und eine Rennauspuffanlage in den einst braven Corsa. Statt serienmäßiger 70 PS (52 kW) wüteten nun 126 PS (93 kW) im Sprint, die erst bei schwindelerregenden 7600 Touren anlagen. Das bedeutete übrigens auch eine Literleistung von nahezu 100 PS (74 kW). So etwas gelang seinerzeit nicht einmal Audi Quattro oder Porsche 911 Turbo. Dementsprechend beeindruckend fiel auch die Sprintzeit von 8,2 s für 0 auf 100 km/h aus. Fahrwerksseitig gabs ein Bilstein-Fahrwerk samt härtere Federn und 30 mm Tieferlegung.

Der Opel Corsa Sprint stehend von schräg hinten.
Foto: Opel

Während also Irmscher den 1,3er zum Kraftmeier aufplusterte, kümmerte sich Opel um den passenden Trainingsanzug. Die Frontmaske wurde um ihren Kühlergrill beraubt. Stattdessen sollte der Giftzwerg durch bündig eingelassene Zusatzscheinwerfer und Nebelleuchten in die langen Nächte der winterlichen Seealpen glubschen. Wie auch das weiße Farbschema mit den schwarzen, grauen und gelben Details waren auch die dreieckigen Luftschlitze in der Motorhaube vom Rallye-erprobten Manta 400 inspiriert. Dazu installierte Opel breite Kotflügel und einen Dachkantenspoiler, der nahezu das gesamte Heckfenster umrahmte. Der Spoiler endete unten in den beiden Jalousien-verkleideten Heckleuchten. Stilistisch ihrer Zeit voraus war die Heckschürze, die mit ihren vier Luftschlitzen an einen modernen Diffusor (So funktioniert ein Diffusor) erinnert. 

Bei Irmscher gabs später einen Sprint "light"

Im Innenraum riss Opel so ziemlich alles raus, was nach Corsa aussah und installierte nur die nötigste Rennmontur. Sämtliche Instrumente waren über Schnellverschlüsse an das befestigt, was einst mal ein Armaturenbrett war. Das gelochte Opel-Lenkrad gehörte natürlich genauso zum guten Ton wie die schraubstockartigen Rennschalensitze. Der Handschalter dazwischen berichtete an ein Viergang-Getriebe, dass die Motorleistung auf die Vorderräder portionierte. Hinter den Personen an Bord befand sich statt einer Rückbank ein 80 l großer Tank, in den zwei Aussparungen für die Helme der Besatzung geformt wurden.

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Opel und Irmscher meinten es also durchaus ernst mit dem Opel Corsa Sprint. Aus den anvisierten 200 Exemplaren wurde dann aber doch nichts. Der erste Corsa durfte als GSi maximal 100 PS (74 kW) aus seinem 1,6-l-Vierzylinder holen. Und das auch erst ab 1988. Wer sich in die Sprint-Optik verliebt hatte, konnte bei Irmscher aber immerhin Teile des Bodykits bestellen. Schätzungsweise sollen 50 Exemplare des Irmscher Corsa Sprint C entstanden sein. Allerdings nur mit 83 PS (61 kW) und ohne die potente Gruppe-B-Front.