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Neues BMW 2er Coupé (2021): Erste Testfahrt Verheißungsvolle 2er-Testfahrt

von Sven Kötter 13.07.2021

Das neue BMW 2er Coupé (2021) schickt sich auf der ersten Testfahrt als Prototyp an, BMW-Fans mit klassischen Tugenden der Marke zu versöhnen, die beim 1er vernachlässigt wurden.

Eigentlich wäre das Design ein toller Einstieg für die erste Testfahrt im neuen BMW 2er Coupé (2021) – doch der kompakte Zweitürer tut mit seiner umfassenden Tarnung alles dafür, dass wir uns nicht von seinen Linien ablenken lassen können. Ein weiterer Effekt der Folierung: Im direkten Vergleich zum ebenfalls anwesenden M2 der noch aktuellen Generation wirkt der Prototyp kleiner als er tatsächlich ist. Radstand, Spurweite vorne und hinten, Felgen- und Reifendimensionen – alles wächst um mehrere Millimeter. Die intern als G42 bezeichnete Neuauflage basiert auf der CLAR-Plattform (Cluster Architecture), was nicht weniger als Hinterradantrieb und Sechszylinder verspricht. Spätestens jetzt dürften sämtliche BMW-Fans hellhörig werden. Wir dürfen beides ausprobieren: Im 245 PS starken 230i (Vierzylinder) den Hinterradantrieb und im vorläufigen Topmodell M240i xDrive mit 374 PS starkem Sechszylinder den Allradantrieb – beide mit der bekannten Achtstufen-Automatik von ZF ausgerüstet. Wir beginnen mit dem 230i auf abgesperrter und regennasser Handlingstrecke, was sich bereits nach wenigen Metern als sehr spaßige Kombination herausstellt. Die 245 PS sind nicht nur hellwach, sondern auch sehr fein mit dem Gaspedal dosierbar. Dazu trägt auch die Automatik bei, die ihre Schaltvorgänge passend und unmerklich einstreut. Da wir in einem Vorserienauto sitzen, müssen wir allerdings auf Schaltpaddel am Lenkrad verzichten. Es soll einer der wenigen Wermutstropfen bei der ersten Testfahrt mit dem neuen BMW 2er Coupé (2021) bleiben, so viel sei schon verraten.

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Erste Testfahrt im neuen BMW 2er Coupé (2021): 230i

Stellenweise steht das Wasser auf der Teststrecke – ein schlecht abgestimmter Hinterradantrieb und wir würden pausenlos um Haftung ringen. Dass dies nicht so ist verdankt der neue BMW 2er Coupé (2021) seiner sehr guten Balance und – das gehört zur Wahrheit dazu – auch seinen fein abgestimmten elektronischen Helfern. Das DSC (ESP) lässt sich stufenweise anpassen und auch komplett deaktivieren. Im Traction-Modus sind kontrollierte Heckschwenks beispielsweise schon problemlos möglich. Unabhängig davon lassen sich andere Parameter über die Fahrmodi einstellen, sodass der 2er eine enorme fahrdynamische Bandbreite abdecken kann. Ein für den 230i empfehlenswertes Extra ist das elektronisch gesteuerte Hinterachs-Sperrdifferential mit einer Sperrwirkung von null bis 100 Prozent. Es macht den Vierzylinder-2er zur erstaunlich runden Fahrmaschine, der bei unserer ersten Testfahrt erst auf langen Geraden ein wenig die Puste ausgeht. Wer damit leben kann und in den Kurven sein Glück sucht, der kann die gesparten Euro im Vergleich zum M240i xDrive in Sprit investieren. Bemerkenswert: Auf Hybridisierung verzichten die Münchener:innen beim neuen BMW 2er Coupé (2021) fast durchweg. Einzig der Diesel soll mild-hybridisert werden, das war's.

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So fährt das neue BMW 2er Coupé (2021) als M240i xDrive

Der Höhepunkt der ersten Testfahrt im neuen BMW 2er Coupé (2021) heißt M240i xDrive. Seinen Reihensechszylinder der B58-Baureihe kennen wir bereits aus dem 3er. Und Überraschung: Auch im kleineren 2er darf der 3,0-Liter-Turbomotor seine vollen 374 PS und ein Drehmoment von 500 Newtonmetern entfalten. Diese schickt er an alle vier Räder, wenn auch heckbetont. Dass dies kein reines Marketing-Versprechen ist, soll der M240i auf der Teststrecke im Schlepptau des aktuellen M2 beweisen. Immer den M2 im Blick, wähnt man sich schnell auch am Steuer eines M2. Der Sechszylinder des M240i klingt fantastisch und entwickelt das Mehr an Kraft, das dem Vierzylinder zuvor abging. Die zusätzliche Antriebsachse merkt man in der Lenkung kaum, hier wird einmal mehr die Reife deutlich, die der 2er schon jetzt hat. Das adaptive M-Sportfahrwerk ist spürbar straffer, ohne den Komfort gänzlich zu vernachlässigen. So gerüstet, wirft sich der Allradler mit Vehemenz in Kurven. Das Heck drückt, die Vorderachse folgt stabil den Lenkbefehlen und die hier serienmäßige Hinterachs-Sperre verteilt das Drehmoment perfekt zwischen den hinteren Rädern. Da kann dem M2 schon angst und bange werden. Und endlich haben wir Schaltpaddel zwischen den Fingern, die uns zusätzlich ins Fahrgeschehen einbinden. Was nach der ersten Testfahrt zum vollendeten Glück fehlt, ist nicht viel. Das neue BMW 2er Coupé (2021) sitzt zwar wie ein Maßanzug, doch besonders im stets zweisitzigen Fond wird es rasch eng. Und so charismatisch der ungetarnte 2er aussieht, der Innenraum teilt er sich fast 1:1 mit dem 3er. Zu guter Letzt bleiben die Kosten: Die ganze fahrdynamische Perfektion wird ihren Preis haben. Los gehen soll es zwar bei unter 40.000 Euro – dann allerdings als noch nicht näher spezifizierter 220i.

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von Sven Kötter von Sven Kötter
Unser Fazit

Die erste Testfahrt mit dem neuen BMW 2er Coupé (2021) belegt eindrucksvoll, dass BMW ganz genau weiß, was die Fans der Marke wollen: emotionale, dynamisch versierte Fahrzeuge mit Hinterradantrieb oder mindestens heckbetonter Auslegung und längs eingebauten Reihensechszylindern. Doch Interessenten brauchen nicht nur Geld, sondern auch Geduld: Der in Mexiko vom Band laufende 2er kommt erst Anfang 2022 nach Europa.

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