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Neuer VW ID.4 (2020): Erste Testfahrt Der ID.4 soll die Welt erobern

von Caspar Winkelmann 07.09.2020
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen VW ID.4 (2020)
  2. Hohes Komfortniveau und agiles Handling
  3. Neuer VW ID.4 (2020) wird zum Weltauto

Bei VW geht es Schlag auf Schlag: Nach dem kompakten ID.3 kommt mit dem neuen VW ID.4 (2020) ein vollelektrisches SUV, das in Europa, China und den USA für Furore sorgen soll. Erste Testfahrt im seriennahen Prototypen.

Der neue VW ID.4 (2020), der uns als seriennaher Prototyp zur ersten Testfahrt bereitstand, ist der wichtigste Baustein der Wolfsburger Elektro-Offensive. Zwar dürfte der kleinere und günstigere ID.3 hierzulande für noch bessere Absatzzahlen sorgen, doch weltweit nimmt der ID.4 die Rolle des Zugpferds ein: Der rund 4,58 Meter lange Stromer geht schließlich im boomenden SUV-Segment auf Kundenfang und wird im Gegensatz zum ID.3 auch in China und Nordamerika angeboten. VW-Markenchef Ralf Brandstätter nennt den ID.4 deshalb "Welt-Auto" und plant mit rund zwei Millionen Einheiten. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen, als wir auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien für eine erste Testfahrt nun erstmals selbst hinter das Steuer dürfen. Fast 2,80 Meter Radstand, kurze Überhänge und eine leicht abfallende Dachlinie lassen den neuen VW ID.4 (2020) sehr dynamisch dastehen – der hauseigene Verbrenner-Konkurrent VW Tiguan ist deutlich konservativer und eckiger gestaltet. Unter der Tarnfolie an Scheinwerfern und Rückleuchten lässt sich eine auffällige LED-Signatur erahnen und das dank weit ausgestellten Radhäusern sehr bullig wirkende Heck geht locker als Schokoladenseite des Kompakt-SUV durch. Mehr zum Thema: Das ist der VW ID. Buzz

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Der VW ID.3 im Fahrbericht (Video):

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen VW ID.4 (2020)

Im Interieur des neuen VW ID.4 (2020) kommen wie beim ID.3 ein bis zu zwölf Zoll großes Touchdisplay mit darunter liegenden Slidern für Klima-Temperatur und Audiolautstärke, ein reduzierter Digitaltacho sowie ein optionales Head-up-Display mit Augmented Reality zum Einsatz. Die Materialien wirken jedoch eine ganze Ecke hochwertiger als im doch arg einfach anmutenden ID.3. Und dennoch: Bei der Haptik kann auch das E-SUV nicht mit den "alten" VW vom Schlage eines Tiguan oder Passat mithalten. Und das neue Bedienkonzept der Wolfsburger erfordert nach wie vor Eingewöhnung. Das Touchen und Wischen auf dem Zentralbildschirm oder den berührungssensitiven Lenkradflächen lenken vom Verkehrsgeschehen ab. Direkt überzeugen kann dagegen das luftige Raumangebot auf allen Sitzplätzen: Gerade im Fond stellt der neue VW ID.4 (2020) eine üppige Beinfreiheit zur Verfügung und bietet zudem mehr Luft über dem Scheitel als der ID.3. Das Standard-Kofferraumvolumen beträgt 543 Liter. Verwunderlich ist, dass die im Testwagen installierten ergoActive-Sitze samt Massagefunktion weicher gepolstert sind und weniger Seitenhalt bieten als vergleichbare Sitze in einem Tiguan. Mehr zum Thema: Der VW ID.3 im Fahrbericht

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Hohes Komfortniveau und agiles Handling

Aus dem Funkgerät dröhnt blechern die Stimme des VW-Instruktors und der Konvoi aus vier neuen VW ID.4 82020) setzt sich zur Testfahrt in Bewegung. Wir lassen es zunächst gemächlich angehen und registrieren den guten Federungskomfort: Satt rollt das rund 2,2 Tonnen schwere SUV über Frostaufbrüche. Selbst einen rumpeligen Feldweg nimmt der ID.4 mit stoischer Ruhe, ohne das unangenehme Stöße zu den Passagieren durchdringen. Maßgeblich zum hohen Komfortniveau trägt zudem die wirkungsvolle Abschottung gegen Wind- und Abrollgeräusche vor. Die 204 PS (150 kW) starke E-Maschine treibt die Hinterräder – eine Allradversion wird es später geben – an, mobilisiert ein maximales Drehmoment von 310 Newtonmetern und wuchtet das Elektro-SUV in 8,5 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Wichtiger als Fahrleistungen ist beim E-Auto jedoch die Reichweite: Im Unterboden unseres ID.4 sitzt ein Akkupaket mit 82 kWh Kapazität (Netto: 77 kWh), das eine WLTP-Reichweite von über 500 Kilometern realisieren soll. Die leistungsschwächeren Versionen fahren übrigens mit einer 58-kWh-Batterie (Netto: 52 kWh) und rund 360 Kilometern Reichweite vor. An Schnellladestationen lädt der neue VW ID.4 (2020) mit maximal 125 kW, sodass bei optimalen Bedingungen nach 30 Minuten Ladezeit wieder gut 300 Kilometer Reichweite zur Verfügung stehen. Der direkte Konkurrent Tesla Model Y zapft den Strom jedoch doppelt so schnell mit bis zu 250 kW. Mehr zum Thema: Das ist der VW ID.1

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Neuer VW ID.4 (2020) wird zum Weltauto

Auf einem verwinkelten Streckenabschnitt stellt der neue VW ID.4 (2020) bei unserer ersten Testfahrt sein querdynamisches Talent zur Schau: Ambitioniert wirft sich das SUV in eine Kurvenkombination und weiß dabei sein hohes Gewicht sehr gut zu kaschieren. Dank niedrigem Schwerpunkt fällt die Seitenneigung gering aus und der ID.4 lässt sich sehr präzise dirigieren. Dabei bringt das SUV so schnell nichts aus der Ruhe und bei zu ambitionierter Fahrweise bremsen die Regelsysteme den neuen VW ID.4 (2020) sanft ein. Objektiv kann man dem fahrsicheren VW also nichts vorwerfen, insgesamt pflegt er aber eine eher distanzierte Kommunikation zu seinem Fahrer. Die Rückmeldung von der Vorderachse – etwa, wenn der ID.4 ins Untersteuern geht – könnte durchaus präziser ausfallen. Mehr zum Thema: Das ist der VW ID. Vizzion

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von Caspar Winkelmann von Caspar Winkelmann
Unser Fazit

Wie ernst VW das Thema Elektromobilität nimmt, beweist der neue VW ID.4 (2020) bei unserer ersten Testfahrt: Das üppige Raumangebot geht einher mit ausgeprägten Komforteigenschaften und über 500 Kilometer Reichweite. Auch in puncto Vernetzung und Assistenzsysteme fährt das SUV alles auf, was die Wolfsburger gerade zu bieten haben. Die staatliche Förderung macht den neuen VW ID.4 (2020) hierzulande preislich sehr attraktiv und dürfte so manchen Tiguan-Besitzer zum Umsteigen bewegen. Verbesserungswürdig ist die teils komplexe Bedienung und die Ladeleistung. Hier hat Tesla bereits deutlich mehr zu bieten.  

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