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Neuer Renault Clio (2019): Erste Testfahrt Wir sind den neuen Clio gefahren

von Sven Kötter 25.06.2019

Der neue Renault Clio (2019) tritt in große Fußstapfen: Der Vorgänger verkaufte sich in ganz Europa blendend und steht bis heute an der Spitze seines Segments. Die erste Testfahrt soll zeigen, ob der französische Kleinwagen auch in Zukunft daran anknüpfen kann.

Die erste Testfahrt im neuen Renault Clio (2019) beweist es eindrucksvoll: Der kleine Franzose ist spätestens jetzt erwachsen geworden. Unter der optisch nur behutsam modernisierten Karosserie steckt ein reiferes Auto als jemals zuvor. Die neue CMF-B-Plattform (Common Modular Family) ermöglicht eine bessere Raumausnutzung, obwohl der Wagen 1,2 Zentimeter kürzer als der Vorgänger ist. Nicht nur die Fond-Passagiere freuen sich über ein paar Zentimeter mehr Beinfreiheit. Ffür das Gepäck steht unter Berücksichtigung des Fachs im Kofferraumboden mit bis zu 391 Liter Ladevolumen mehr Platz als in jedem anderen Kleinwagen bereit. Dass die Gepäckstücke über eine höhere Ladekante befördert werden müssen, hat man in Kauf genommen. Wichtiger war den Entwicklern eine günstigere Versicherungseinstufung, die der Clio dank des voluminöseren Stoßfängers ergattert. Die besten Plätze im neuen Clio sind aber ganz vorne. Fahrer und Beifahrer blicken auf ein übersichtliches und hochwertiges Ambiente, das es so noch nie im französischen Dauerbrenner gab. In der von uns gefahrenen Intense-Ausstattung sind alle relevanten Oberflächen geschäumt und sorgsam eingepasst. Der Fahrer blickt auf gut ablesbare digitale Instrumente und steuert viele Funktionen über einen maximal 9,3 Zoll großen Bildschirm im Hochkant-Format. Das ihm zugewandte Display gefällt nicht nur mit seiner knackigen Auflösung und der guten Reaktionszeit, sondern auch mit der nun viel besseren Bedienlogik. Die allermeisten Funktionen sind endlich da, wo man sie vermutet und die Zwischenschritte wurden deutlich entschlackt. Das "Easy Link" getaufte System kann "over the Air" Updates empfangen und bindet Online-Funktionen wie aktuelle Kraftstoffpreise in die Navigation mit ein. Moderne Assistenzsysteme bis hin zum teilautonomen "Autobahn- und Stauassistenten" heben den neuen Renault Clio (2019) auf ein technisch höheres Niveau.

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Erste Testfahrt im neuen Renault Clio (2019)

Erstmals verfügt der neue Renault Clio (2019) über verschiedene Fahrprogramme, die unter anderem die Gasannahme und das Lenkgefühl beeinflussen. Dabei sind sie unnötiger denn je. Der Clio ist sehr harmonisch abgestimmt und gefällt mit einem gesunden Mix aus Fahrkomfort und -dynamik. Der ausgesprochen fahrsichere Franzose lässt sich auch durch schlechte Fahrbahnbeschaffenheiten nicht aus der Ruhe bringen und bügelt lässig das Gröbste weg. Die neuen Sitze sind trotz weniger Einstellmöglichkeiten und einer fummeligen Bedienung auch auf Dauer bequem und mit ausreichend Seitenhalt gesegnet. Im Testwagen sorgt ein 100 PS starker 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Fünfgang-Schaltgetriebe für Vortrieb. Was zunächst nach Magerkost klingt, stellt sich auf der ersten Testfahrt als passende Kombination heraus. Das, auch dank der guten Geräuschdämmung, akustisch zurückhaltende Aggregat kann seine Dreizylindrigkeit zwar nicht immer verbergen, lässt sich aber dank des gut abgestimmten Getriebes sehr schaltfaul und niedertourig fahren. Das kommt dem Verbrauch zugute: der Bordcomputer weist nach den ersten 150 Kilometern einen Durchschnittswert von 5,5 Litern auf 100 Kilometern aus. Das ist zwar nicht herausragend, aber angesichts des Gebotenen angemessen. Einen sechsten Gang haben wir im neuen Renault Clio (2019) bis zum maximal gefahrenen Tempo von 130 km/h tatsächlich nie vermisst.

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Neuer Renault Clio (2019) mit ausgewogener Abstimmung

Es sind maximal Kleinigkeiten, die auf der ersten Testfahrt im neuen Renault Clio (2019) stören. Die serienmäßige Schildererkennung hat sich auf ein dauerhaftes Tempolimit von 120 km/h eingeschossen – auch in Ortschaften. Bis zum Marktstart im Herbst 2019 sollte das behoben werden können. Was bleibt, ist die schlechte Übersichtlichkeit. Massive C-Säulen beschränken nicht nur das Raumgefühl in der zweiten Reihe, sondern auch das Sichtfeld nach schräg hinten. Das macht die nun verfügbare Option einer 360-Grad-Kamera schlagartig attraktiv. Leider ist deren Bild, das im Zentraldisplay erscheint, qualitativ nur mittelmäßig. Preise will Renault zeitnah nachreichen. Das Basismodell Life, das es nur mit 65 PS starkem Saugmotor gibt, soll unter 13.000 Euro starten. Dann unter anderem schon mit an Bord: ein Notbrems- sowie Spurhalteassistent und Voll-LED-Scheinwerfer. Anfang 2020 soll ein Clio Hybrid folgen, Diesel werden für den neuen Renault Clio (2019) in Deutschland nicht mehr angeboten. Vorläufiges Topmodell ist ein 130 PS starker 1,33-Liter-Vierzylinder mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Ottopartikelfilter.

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von Sven Kötter von Sven Kötter
Unser Fazit

Der neue Renault Clio (2019) gibt eine sehr überzeugende Vorstellung ab. Hochwertiger und umgänglicher war der kleine Franzose noch nie. Wenn Renault nun noch eine attraktive Preisgestaltung findet, ist der Clio jede Empfehlung wert.

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