Alle Tests zum Renault Arkana

Neuer Renault Arkana (2021): Erste Testfahrt So fährt der Hybrid-Arkana

von Jürgen Voigt 02.03.2021
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Renault Arkana (2021)
  2. Neuer Renault Arkana (2021) als Mild-Hybrid
  3. Straffes Fahrwerk im neuen Renault Arkana (2021)

SUV in Coupé-Form gelten wegen des volumeneinschränkenden flachen Dachlaufs eher als unpraktisch. Der großzügig geschnittene neue Renault Arkana (2021) bildet da eine Ausnahme. Und ein wenig exklusive Antriebstechnik, die wir bei der ersten Testfahrt auf die Probe stellen, gibt’s obendrein dazu.

Bevor wir mit dem neuen Renault Arkana (2021) die erste Testfahrt starten, blicken wir kurz zurück: Als 2019 der Arkana in Russland auf den Markt kam, beteuerten sämtliche Verantwortlichen, dass dies kein Auto für Westeuropa sei. Damit sollte Renault im Grunde auch Recht behalten, denn der nun auch in Deutschland anrollende Arkana hat mit der Russen-Version nicht sehr viel gemeinsam, obwohl beide fast gleich aussehen. Da die russische Kundschaft nun mal robuste Allradler bevorzugt, aber nicht unbedingt die komplette Ausrüstung mit allen möglichen Assistenz- und Infotainment-Systemen fordert, basiert der dort heimische Arkana zum Teil auf dem Dacia Duster. Unser Renault Arkana hingegen wird in Südkorea (Renault Samsung) gefertigt, ist aber ein 100-prozentiger Abkömmling der CMF-B-Plattform-Familie, zu der auch der Renault Clio und der Captur zählen. Wer den neuen Renault Arkana (2021) aber aufgrund der bekannten CMF-B Basis in Kombination mit dem eleganten flachen Dachverlauf als Captur Coupé tituliert, liegt auch nicht ganz richtig. Denn mit fast 4,57 Metern Länge überragt der Arkana den Captur um gut 34 Zentimeter. Und das liegt nicht nur an den Überhängen: Im Radstand machen wir einen Unterschied von acht Zentimetern aus. Damit lässt der Arkana sogar den an sich höher positionierten und auf der älteren CMF-C/D-Plattform basierenden Renault Kadjar hinter sich. Das betrifft im Übrigen auch den Gepäckraum, der beim neuen Renault Arkana (2021) mit einem Standardvolumen von 513 Litern (Captur: 422, Kadjar: 472 Liter) eindeutig am größten ausfällt. Mehr zum Thema: Das ist das Renault Captur Coupé

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Erste Testfahrt mit dem neuen Renault Arkana (2021)

Doch der Vergleich allein aufgrund der Datenlage bringt uns hier nicht weiter. Also verschaffen wir uns Klarheit an Bord des neuen Renault Arkana (2021), der für die erste Testfahrt bereitsteht: Dem Arkana TCe 140 EDC, der mit seinem 140 PS-Turbobenziner in Kombination mit dem automatischen Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe die Basismotorisierung verkörpert. Auf typisch erhöhter Sitzposition wähnen sich Fahrer:innen in einem Captur mit etwas weiter heruntergezogenem Dach, ohne dass es dabei aber zu irgendeiner Art von Raumverknappung kommt. Auch das elektronische Instrumentarium sowie das mittige superscharfe 9,3-Zoll-Touchdisplay des Easy Link-Infotainments – beides Bestandteil der Intens-Ausstattung – folgt weitgehend der Innenarchitektur eines Captur mit gehobener Ausstattung. Haben sich die Passagiere der zweiten Reihe, mehr oder minder mühselig unter der niedrig verlaufenden Dachlinie durch geduckt, finden sie durchaus großzügige Platzverhältnisse vor, was ausdrücklich auch für die zur Verfügung stehende Kopffreiheit gilt. Allerdings erfordert der ziemlich kurze Abstand zwischen Sitzfläche und Boden ein recht starkes Anwinkeln der Beine. Insgesamt gehen die Räumlichkeiten jedoch als durchaus familientauglich durch. Der höher positionierte Renault Kadjar dürfte hier im direkten Vergleich nicht wesentlich besser abschneiden, bietet vielleicht etwas mehr Innenbreite, allerdings bei umgelegter Rückbank mit 1478 Liter ein deutlich größeres Maximalvolumen des Laderaums als der neue Renault Arkana (2021) mit knapp 1300 Liter.

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Neuer Renault Arkana (2021) als Mild-Hybrid

Den 1,3-Liter-Turbo-Vierzylinder des neuen Renault Arkana (2021) mit 140 PS – eine 160 PS-Version wird später nachgereicht – kennen wir im Grunde bereits, aber nicht in der Ausführung wie hier im Arkana TCe 140 EDC. Denn das Aggregat arbeitet hier als Mild-Hybrid-Variante, also ergänzt um einen Riemen-Starter-Generator (12 Volt) und eine Lithium-Ionen-Batterie (1,2 kWh), die unter dem Beifahrersitz Platz findet. Das Zusammenspiel der Elektrokomponenten mit Verbrenner und Getriebe klappt bei der ersten Testfahrt reibungslos und hilft nicht nur beim Kraftstoff-Sparen (Normverbrauch nach NEFZ 5,3 l/100 km). Die Unterstützung durch die im Riementrieb integrierte E-Maschine spürt man bereits beim munteren Anfahren aus dem Stand. Zudem erlaubt die E-Unterstützung das antriebslose "Segeln" mit abgeschaltetem Motor, wenn der:die Fahrer:in länger vom Gas geht. Das erneute Starten des Verbrenners erfolgt zudem flüssig und ruckfrei durch die kräftige Elektromaschine. Rein elektrisches Fahren ist jedoch nicht möglich. Das bleibt dem Renault Arkana E-Tech 145 vorbehalten, mit dem 143 PS starken Vollhybridantrieb, bekannt aus dem Renault Clio.

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Straffes Fahrwerk im neuen Renault Arkana (2021)

Dennoch steigert die Mild-Hybridisierung im Arkana TCe 140 den Antriebskomfort, wenngleich das Doppelkupplungsgetriebe vor allem bei hoher Last manchmal etwas träge schaltet. Besser wird es im Sport-Modus der Multisense-Fahrprofilwahl, allerdings steigen dann auch das Drehzahlniveau und Verbrauch des neuen Renault Arkana (2021). Apropos Sport: Die Fahrwerksabstimmung des neuen Renault Arkana (2021) ist eher straff, sodass die 18-Zöller (Serie ab Intens-Ausstattung, als TCe 140 für 30.000 Euro) zumindest bei Stadttempo das Fahrbahnrelief etwas poltrig abtasten. Bei höherer Geschwindigkeit fährt sich der Arkana bei der ersten Testfahrt komfortabler und liegt ruhig sowie sicher, selbst in flott angegangenen Kurven. Die Seitenneigung hält sich dabei für ein SUV in Grenzen.

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Unser Fazit

Ganz so sportlich wie sein Look fährt sich der neue Renault Arkana (2021) bei der ersten Testfahrt zwar nicht, dafür müsste zum Beispiel die Lenkung etwas mehr Feedback geben. Jedoch bekommt man ab 27.850 Euro (ZEN-Ausstattung, unter anderem inklusive Klimaautomatik, Multimedia, DAB, Smartphone-Integration, Rückfahrkamera, Einparkhilfe, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Voll-LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Aluräder) (Stand: März 2021) ein geräumiges und schickes Alltagsauto, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

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