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Neuer Mini JCW GP (2020): Erste Testfahrt Kleine Rakete Mini JCW GP

von Michael Godde 02.07.2020

Der neue Mini John Cooper Works GP (2020) macht bei der ersten Testfahrt vor allem auf der Rennstrecke Spaß. Schade, dass der extravagante Brite schon ausverkauft ist!

Die schlechte Nachricht zuerst: Der neue Mini John Cooper Works GP (2020), der uns hier zur ersten Testfahrt bereit steht, ist schon nicht mehr zu haben – und jetzt die gute für alle, die einen der auf 3000 Stück limitierten Serie ergattert haben: Die Investition der 45.000 Euro zuzüglich Steuern hat sich gelohnt. Zumindest für diejenigen, die am Wochenende gern auf die Rennstrecke abbiegen. Der schnellste Mini, den es bisher je gab – immerhin sprintet er in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 und schafft ungezügelte 265 km/h – wirkt nämlich auf der öffentlichen Straße irgendwie deplatziert. Er verzichtet auf Komfort. Kompromisse? Nicht der GP. Er ist hart, laut und bietet nur Platz für zwei. Mini hat die Dämmung reduziert, dem Fahrwerk eine kernige Note verpasst, in die Achslager härtere Gummis eingepresst und – wie außen an der Hinterachse – spielfreie Metall-Kugelhülsengelenke verwendet. Der neue Mini John Cooper Works GP (2020) hat mit seinen normalen Brüdern nicht mehr viel gemein – bis auf den Fahrspaß, der bei ihm auf die Spitze getrieben wurde. Die montierten Hankook Ventus TD Semi-Slicks und die erhöhten Sturzwerte an beiden Achsen zeigen auch optisch, wo sich der Mini am wohlsten fühlt: in der Kurve. Und das Versprechen löst der Brite ein. Schon beim ersten Einlenken vermittelt das über zahlreiche Komponenten intensiver mit der Karosserie verbundene Fahrwerk ultimatives Rennwagen-Feeling.

Neuheiten Mini John Cooper Works GP (2020)
Mini John Cooper Works GP (2020): Motor/Ausstattung Der John Cooper Works GP rockt

Der neue Mini John Cooper Works GP (2020) im Video:

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Erste Testfahrt im neuen Mini John Cooper Works GP (2020)

Beim neuen Mini John Cooper Works GP (2020) kommt alles zu 100 Prozent beim Fahrer an. Keine Information versickert in wabbeligen  Gummilagern. Auch die Lenkung verzichtet auf unnötigen Komfort und sagt einem beim Herausbeschleunigen genau, wie viel Leistung die Vorderachse auf die Straße bringen kann. Und das ist eine Menge. Die mechanische Sperre macht bei unserer ersten Testfahrt einen fantastischen Job. Immerhin muss sie 306 PS, aber vor allem 450 Newtonmeter in Vortrieb umwandeln – selbst ein Porsche 911 Carrera hat nicht mehr Drehmoment zu bieten. Respekt, kleiner Mini! Damit ist der GP extrem zackig unterwegs. Schon aus niedrigen Drehzahlen drückt er mit heiserkehligem Ansaugschnorcheln und voller Wucht nach vorn. Hohe Drehzahlen bis rauf auf fast 7000 Touren gehen ihm aber genauso locker von der Kurbelwelle. Die Dosierbarkeit über das Gaspedal ist dabei auch dank der eigens für den neuen Mini John Cooper Works GP (2020) neu entwickelten Motor- und Getriebe-Lagerung und der damit strafferen Anbindung an die Karosserie extrem feinfühlig.

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Mini John Cooper Works Facelift (2019): Motor Mini zeigt das JCW Facelift

 

Neuer Mini John Cooper Works GP (2020) schon ausverkauft

Das volle Potenzial des Antriebs und der mechanischen Sperre erlebt man aber nur mit komplett deaktiviertem Stabilitätsprogramm (DSC). Die kurzen Regelintervalle stören mit ihren kleinen Bremseingriffe zu sehr den Rhythmus bei der Kurvenhatz. Selbst im GP-Modus drücken sie den Mini beim Herausbeschleunigen immer etwas von der Ideallinie. Einziger Ausweg: Tempo wegnehmen oder die elektrischen Helferlein abschalten. Dann kratzt sich der neue Mini John Cooper Works GP (2020) energisch in jeden noch so engen Radius. So muss ein auf Performance ausgelegter Frontantrieb funktionieren. Ob die Hinterachse bei abgeschaltetem DSC nervös wird? Nein, nur etwas lebendiger. Und das steht dem Mini wirklich gut. Sein Grenzbereich wird dadurch nicht unkontrollierbar oder unsicher, sondern intensiver und leichtfüßiger. Aber wie gesagt, es sind nicht genug John Cooper Works GP für alle da. Auch die Möglichkeit, alle Mini JCW mit einem deutlich dezenteren GP-Paket ohne große Spoiler oder das feine Fahrwerks-Set-up auszustatten, ist keine Alternative. Da bleibt nach unserer ersten Testfahrt nur die Hoffnung auf eine weitere Steigerung der GP-Idee in limitierter Auflage.

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von Michael Godde von Michael Godde
Unser Fazit

Der neue Mini John Cooper Works GP (2020) ist das perfekte Track-Tool fürs Wochenende, wie unsere erste Testfahrt eindrucksvoll untermauert. Das, was er auf der Rennstrecke bietet, entschädigt für die raue Seite im Alltag. Es gibt derzeit kein anderes Auto in der Kompaktklasse, das die Fahrdynamik so intensiv erlebbar macht wie der wildeste und schnellste Mini aller Zeiten. Glückwunsch an alle, die einen Kaufvertrag in der Tasche haben!

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