Neuer Mercedes Citan (2022): Erste Testfahrt Citan-Prototyp im Fahr-Check

von Thomas Geiger 21.04.2021

Der neue Mercedes Citan (2022) soll vieles besser machen als sein Vorgänger – vor allem aber verstärkt das Mercedes-Gefühl ausströmen. Erste Testfahrt mit dem Prototyp, der auch die Pkw-Variante Mercedes T-Klasse vorwegnimmt.

"Lessons learned" lautet das Motto des neuen Mercedes Citan (2022), den wir als Prototyp zur ersten Testfahrt ausführen dürfen. Schließlich hatte Mercedes für den ersten Citan viel Kritik einstecken müssen. Zu wenig haben die Ingenieur:innen am Plattformspender Renault Kangoo geändert, um daraus echte Mercedes-Modelle zu machen. Die Neuauflage basiert zwar erneut auf dem französischen Kastenwagen, steht diesmal aber unter deutlich besseren Vorzeichen. Das verspricht Nicola Crimi aus der Entwicklung: "Statt ein fertiges Fahrzeug zum Mercedes umzubauen, waren wir diesmal vom ersten Tag an mit im Boot und haben bei Design, beim Interieur, bei Ausstattung und Abstimmung unsere Wünsche und Vorstellungen einbringen können“", sagt der Ingenieur. Deshalb sei der Citan nicht nur sicherer, sehe besser aus und fahre komfortabler, er fühle sich auch mehr nach Mercedes an: "Was man innen sehen und anfassen kann, das kommt dem Fahrer vertraut vor", sagt Crimi und beschwört jenes "Willkommen Zuhause"-Gefühl herauf, das einen auch in der A- oder E-Klasse gleich beim ersten Einsteigen überkommt: "Der Citan ist einer von uns", umschreibt er den neuen Familiensinn, der sich auch in der Modellplanung manifestiert: Den neuen Mercedes Citan (2022) soll es nicht nur Transporter und Tourer für Familien, sondern auch als rein elektrische Variante geben. Zudem adelt die Van-Division den kleinen Kasten erstmalig zum Pkw und verkauft ihn analog zur V-Klasse auch als Mercedes T-Klasse (2022)Mehr zum Thema: Das ist der Mercedes eCitan & Das ist der Mercedes EQT

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Erste Testfahrt mit dem neuen Mercedes Citan (2022)

Dem Mercedes-Komfort kann man schon beim Prototyp des neuen Mercedes Citan (2022) spüren, wenn er erstaunlich weich und unaufgeregt über die schlechten Straßen rund um das Testgelände in Immendingen kreuzt: Die variabel unterstützte Servolenkung nimmt bei der ersten Testfahrt auch scharfen Kurven den Schrecken und lässt den Mercedes T-Klasse-Pendant erstaunlich handlich wirken. Das Fahrwerk wird selbst von den vielen Bodenwellen und Frostaufbrüchen kaum aus der Reserve gelockt. Und sieht man von der an Spiegel und Hauben flatternden Tarnfolie ab, reist man im Citan in Ruhe – da fehlt zu einer B-Klasse nicht mehr viel. Das gilt auch für das Ambiente, soweit das die schwarzen Tarnmatten über dem Armaturenbrett schon erkennen lassen. Wenn man die Tarnung kurz lupft, ist reichlich Chrom und Klavierlack zu sehen. Das Cockpit hat ein klassisches Layout und nicht den durchgehenden Cinemascope-Bildschirm wie A-Klasse und Co., Tacho und Drehzahlmesser neuen Mercedes Citan (2022) sind weiterhin analog. Zumindest gibt es aber ein großes Display dazwischen und einen Touchscreen daneben. Das Lenkrad ist das gleiche wie in der A-Klasse, die Sitze haben neben den Mercedes-eigenen Bezügen auch eine andere Polsterung als bei Renault und wer "Hey Mercedes" sagt, dem antwortet Siris schwäbische Schwester. Mehr zum Thema: Das Mercedes V-Klasse Facelift im Test

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Citan-Schwestermodell heißt Mercedes T-Klasse (2022)

Mit der nächsten Generation hält beim neuen Mercedes Citan (2022) und seinem Schwestermodell Mercedes T-Klasse das Infotainmentsystem MBUX samt Sprachsteuerung und Online-Navigation Einzug. Zum neuen Ambiente gibt es auch neue Abmessungen: "Wir sind in jeder Dimension gewachsen", sagt Nicola Crimi, obwohl er bei unserer ersten Testfahrt noch keine konkreten Zahlen nennen mag. Doch 4,50 Meter für die Länge sind eine vernünftige Schätzung und 2,70 Meter für den Radstand auch. Dabei soll es nicht bleiben: "Wie bisher werden wir zwei Radstände und zwei Längen anbieten", stellt der Entwickler in Aussicht und verspricht dann auch wieder eine dritte Sitzreihe. Neu sind zahlreiche Ablagen wie das Hochregal über der ersten Reihe, bei denen Mercedes auf die Erfahrung von Renault baut – schließlich war der Kangoo einer der Wegbereiter für dieses Segment. Auch beim Antrieb gibt sich Crimi verrät nicht viel mehr als die friedliche Koexistenz von Benzinern, Dieseln und einer rein elektrischen Variante, während er der Hybridisierung eine Absage erteilt. Doch ein Blick in den Renault-Baukasten hilft bei der Einordnung: Bei den Benzinern wird es für den neuen Mercedes Citan (2022) wohl auf den 1,3 Liter großen Vierzylinder-Turbo hinauslaufen, den es bei Renault in unterschiedlichen Modellen und Leistungsstufen von etwa 100 bis 160 PS gibt. Und bei den Dieseln kommt vermutlich das 1,5-Liter-Aggregat mit etwa 75 bis 115 PS zum Einsatz. Mehr zum Thema: Der Mercedes EQV im Fahrbericht

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