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Mercedes V-Klasse Facelift: Test Schöner reisen mit der V-Klasse

von Klaus Uckrow 27.09.2019

Das Mercedes V-Klasse Facelift tritt mit neuen Motoren an – der Top-Diesel bringt es nun auf 239 PS. Wird der Bus so zum optimalen Reisefahrzeug? Der Test mit dem V 300 d in der Langversion gibt die Antwort!

PositivAgiler Antrieb, sparsamer Turbodiesel, viel Platz, sicheres Fahrverhalten
NegativHoher Preis, teure Extras, teilweise billiges Material, zwei Jahre Garantie

Solche Stellenangebote finden sich heute an vielen Bussen im Reise- und Linienverkehr: "Fahrer gesucht!" Wären alle angepriesenen Arbeitsplätze so ausgestattet wie der des Mercedes V-Klasse Facelift gäbe es sicher keinen Bewerbermangel. Im V 300 d gebietet der Chauffeur zwar "nur" über 239 PS – etwa so viel wie in einem modernen Stadtbus –, dafür sind Leistungsgewicht und Fahrverhalten selbst in der mittleren Langversion (5,14 Meter) deutlich besser. Der überarbeitete Mercedes, mit 2450 Kilogramm (Testwert) quasi ein Fliegengewicht in der Reisebus-Branche, ist bis zu 220 km/h schnell und prescht laut Hersteller in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Im Test hatte der Bus aber wohl einen schlechten Tag und benötigte dafür 9,1 Sekunden. Apropos Bus: Im Mercedes V-Klasse Facelift finden maximal sieben Fahrgäste Platz. Die Grundkonfiguration besteht ab Werk aus insgesamt sechs Einzelsitzen – wie in unserem Testwagen. Die haben es aber in sich: In der Ausstattung Avantgarde Edition (ab 66.164 Euro) ist das Gestühl in der ersten Reihe mit Nappaleder bezogen, optional beheizbar (476 Euro), elektrisch einstellbar (2013 Euro) und mit einer Lordosenstütze (107 Euro) ausgerüstet. Die Ledersitze in den hinteren Reihen sind in Längsrichtung verschieb- und ausbaubar, ihre Lehnen lassen sich umklappen. Allerdings könnte die Sitzfläche hier etwas länger sein. Mehr zum Thema: VW Multivan und Mercedes V-Klasse im Vergleichstest

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Mercedes V-Klasse Facelift als V 300 d im Test

Ansonsten stimmt der Komfort des Mercedes V-Klasse Facelift dank eines serienmäßigen Surround-Soundsystems von Burmester und perfekt arbeitender Klimatisierung. Der Zweiliter-Biturbodiesel arbeitet im Test kultiviert und ist ordentlich gedämmt. Die Zusammenarbeit mit der neuen Neunstufen-Automatik klappt hervorragend, allerdings wirkt der Mercedes V 300 d beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen etwas zugeschnürt. Ist er aber einmal in Fahrt, geht es munter weiter, bis die Tachonadel die 200-Marke erreicht. Dabei bleibt der Motor sehr leise, und auch die Windgeräusche halten sich in engen Grenzen. Sogar in der City ist der große Mercedes flink unterwegs. Beim Ampelstart hängt er neben den Kollegen aus der Transportbranche auch viele andere Autos ab. Dabei lässt er sich dank präziser Lenkung agil wie ein Pkw um Kurven steuern, und selbst schnelle Spurwechsel in der Stadt sind kein Problem. Da hat man eher das Gefühl, in einem sportlichen SUV zu sitzen. Das Pkw-Feeling des Mercedes V-Klasse Facelift wird noch durch die Sitzposition und die Lenkradstellung unterstützt. An die Bedienung des in die Jahre gekommenen Comand-Systems muss man sich aber erst gewöhnen. Die Verarbeitung des Mercedes V 300 d ist gut, jedoch nicht überragend: Eine billig wirkende Mittelkonsole aus schwarzem Hartplastik mit scharfen Kanten hat in einem Auto, das in der Wunschausstattung über 70.000 Euro kostet, nichts verloren. 

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Mercedes V 300 d im Connectivity-Check

Ab Werk ist das Mercedes V-Klasse Facelift mindestens mit Radio, USB-Anschluss, Bluetooth-Freisprecheinrichtung samt Streaming und einem sieben Zoll großen Farbdisplay ausgestattet. Der Testwagen V300 d in der Avantgarde Edition verfügt über Comand online, unter anderem mit 8,4-Zoll-Display, Navi, Verkehrszeichenassistenten und Burmester-Soundanlage. Die Internetverbindung erfolgt übers Handy. DAB-Radioempfang kostet 526 Euro extra.

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von Klaus Uckrow von Klaus Uckrow
Unser Fazit

Das Mercedes V-Klasse Facelift überzeugt mit seinem agilen Fahrverhalten. Das Platzangebot ist üppig, die Variabilität mit ausbaubaren Sitzen, zwei Schiebetüren und großer Heckklappe gut. Der neue, sparsame Top-Diesel macht den V 300 d zum schnellen Reisefahrzeug.

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