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Neuer Land Rover Defender (2019): Erste Testfahrt Willkommen im Heute, Defender!

von Paul Englert 19.06.2020

Land Rover erfindet die Offroad-Ikone Defender nach über 70 Jahren neu – modern, komfortabel, edel. Trotzdem soll der neue Land Rover Defender (2019) nach wie vor Maßstab im Gelände sein. Ob das gelingen kann, haben wir bei der ersten Testfahrt ausprobiert.

Der Defender ist da, um benutzt zu werden – in unserem Falle der neue Land Rover Defender (2019) zur ersten Testfahrt. Den Zweck des britischen Offroad-Königs prägte aber vor allem der Vorgänger, der 68 Jahre lang durch sein Revier abseits befestigter Wege wühlte, kraxelte, schleppte und schnaufte, aber nie Nutzfahrzeug allein, sondern auch Personen- und Tiertransporter war. Zwar hinkte der insgesamt über zwei Millionen Mal gebaute Defender in Sachen Sicherheit, Komfort und Elektronik zuletzt Jahrzehnte hinterher. Allerdings war er zum wertstabilen Lifestyle-Objekt gereift. Und so ist es kein Wunder, dass es einen Nachfolger geben musste – einen, der Nutzen und Lifestyle vereint und gleichzeitig topmodern ist. Voilà: der neue Defender, Codename L663. Leiterrahmen und Starrachsen sind passé, anno 2020 hat der Defender eine selbsttragende Alu-Karosserie. Die D7x genannte Konstruktion ist extrem steif, um hohe Belastungen ohne Schäden zu verkraften – zum Beispiel bei starken Fahrwerks-Verschränkungen oder Arbeiten mit der optionalen Seilwinde. Im Angebot ist der neue Land Rover Defender (2019) wieder als Dreitürer (90) und als Fünftürer 110, der ab sofort beim Händler steht und den wir auf einer ersten Testfahrt erproben konnten.

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Der neue Land Rover Defender (2019) im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Land Rover Defender (2019)

Der erste Eindruck vom neuen Land Rover Defender (2019)? Gewaltig. Gut fünf Meter Gesamtlänge inklusive Reserverad an der rechts angeschlagenen Kofferraumtür, über drei Meter Radstand und rund zwei Meter Höhe machen Eindruck. Doch die kastig-kantige Schrankwandform ist mit einem cW-Wert von nur 0,38 (Vorgänger 0,68) windschlüpfiger, als man meint. Innen gibt es nun richtig viel Platz nach allen Seiten. Vorbei sind die Zeiten, als die Türinnenverkleidung gegen Oberarm und Bein drückte. Außerdem passt das Raumgefühl dank großer Fensterflächen und kleiner Scheiben in den Dachkanten hinten – eine Reminiszenz an den alten Defender. Die Stoffpolster des Testwagens bieten zwar nicht besonders viel Seitenhalt, sind aber bequem. Hinten hat man massig Beinraum und Luft über dem Kopf, außerdem ist die Bank leicht angeschrägt, sodass die Beinauflage gut nutzbar ist. Ein Abteil weiter stehen mindestens 857 Liter Gepäckvolumen zur Verfügung. Klappt man die Rücksitzlehnen um, sind es sogar knapp zwei Kubikmeter Stauraum – es sei denn, man ordert zwei zusätzliche Plätze (1326 Euro). Praktisch: Fast der gesamte Innenraum des neuen Land Rover Defender (2019) ist mit meist gummierten, abwaschbaren Oberflächen ausgekleidet. Praktisch ist auch, dass es Ablagen, Fächer sowie Stromanschlüsse für USB- oder Zwölf-Volt-Stecker vorn und hinten im Überfluss gibt und man einige Funktionen erfreulicherweise noch analog bedienen kann. Dreh- und Angelpunkt dafür ist die kleine Konsole mit integriertem Getriebe- Wählhebel sowie Tasten und Reglern für Klima, Fahrprogramme und Fahrwerk, deren beleuchtete Beschriftung man bei direkter Sonneneinstrahlung jedoch nicht gut ablesen kann, wie wir bei der ersten Testfahrt feststellen. Darüber sitzt ein 10,0-Zoll-Touchscreen mit serienmäßigem Navi, Online-Funktionen wie Software-Updates und Digitalradio. Über den Screen kann man auch die optionalen Außen-Kameras steuern, die nicht nur im Gelände bei der Orientierung unterstützen. Auch mit den digitalen Rundinstrumenten hinter dem großen Lenkrad ist der Defender in der Neuzeit angekommen.

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Neuer Land Rover Defender (2019) fährt komfortabel

Per Knopfdruck startet der Zweiliter-Biturbodiesel des neuen Land Rover Defender (2019), der von außen noch nach echtem Selbstzünder klingt, die Passagiere bei der ersten Testfahrt aber selbst unter hoher Last mit kultiviertem Lauf überzeugt, statt nervig zu nageln. Die Maschine bietet 240 PS und 430 Newtonmeter Drehmoment, passt perfekt zum weit über 2,3 Tonnen schweren Defender und beschleunigt ihn souverän. In Kombination mit Luftfederfahrwerk, ruhig schaltender Achtstufen-Automatik, 85-Liter-Tank und effektiver Geräuschisolierung wird der Offroader so zum kompetenten  Kilometerfresser mit gutem Geradeauslauf. Doch der nun noch vornehmere Brite kann auch anders – nach wie vor. Denn laut Land Rover war das Ziel, den Neuen nicht nur für die Ansprüche von heute fit zu machen, sondern die besonderen Eigenschaften des Alten zu erhalten. Also bekam L663 ein zweistufiges Verteilergetriebe mit Untersetzung für extra steile Hänge und Rampen. Zwei Differenzialsperren (hinten optional) sorgen für eine schnelle und sinnvolle Kraftverteilung sowie beste Traktion. Man hat das Gefühl, nur noch das richtige Knöpfchen drücken zu müssen, den Rest erledigt die fein abgestimmte Regelelektronik von selbst. Allerdings gehört im Gelände immer noch eine Portion Mut dazu: Man muss wissen, dass der neue Land Rover Defender (2019) viel mehr kann, als man ihm eigentlich zutraut. Das war damals schon so – und das ist heute nicht anders.

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Unser Fazit

Der neue Land Rover Defender (2019) ist cool, komfortabel, im Gelände kompetent und schon jetzt ein echtes Kultobjekt. Noch immer kann er ackern und arbeiten, wie die erste Testfahrt zeigt, bietet jetzt aber auch reichlich Platz und spult selbst lange Asphalt-Etappen ganz locker ab. Willkommen im Heute, Defender!

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