Neuer Dacia Duster (2018): Erste Testfahrt So fährt sich der neue Dacia Duster

von Thomas Geiger 04.12.2017

Erstmalig zeigt der neue Dacia Duster (2018) mit Chrom und Extras wie dem schlüssellosen Zugang ein Hauch von Luxus. Ob das seinen pragmatisch-unteilen Charakter verändert, klärt die erste Testfahrt!

Die Wirtschaft brummt und den Deutschen geht es so gut wie lange nicht mehr, deshalb leistet sich der neue Dacia Duster (2018) ein bisschen Luxus. Ab dem Marktstart Anfang 2018 trägt nämlich auch das günstigste SUV im Land plötzlich Chrom und überrascht mit Extras, wie es sie bei der rumänischen Renault-Tochter noch nie gegeben hat. Aber keine Sorge: Bei allem Glanz und Gloria hat Dacia nicht vergessen, worauf es bei der Marke wirklich ankommt: auf den Preis. Deshalb kann man das SUV zwar mit den neuen Extras in – zumindest bei Dacia – schwindelnde Höhen treiben, mit einem Grundtarif von 11.290 Euro gibt der neue Duster auch in der zweiten Generation seine Spitzenposition unter den SUV-Schnäppchen nicht ab. Zwar hat Designchef Laurens van den Acker den Duster ordentlich aufpoliert, hat ihm Chrom in den Kunststoffgrill gehängt, LED-Leisten für das Tagfahrlicht in die Scheinwerfer gezogen und mit auffälligen Anbauteilen aus Kunststoff gespielt. Doch weder der markante Unterfahrschutz, noch die Stoßleisten an der Seite und erst recht nicht die gefährlich von Jeep inspirierten Heckleuchten können darüber hinwegtäuschen, dass der neue Dacia Duster (2018) im Grunde ganz der alte ist. An Plattform und Architektur hat sich beim Generationswechsel nichts geändert.

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Mäßige Crashtest-Werte für den Duster

Neuer Dacia Duster (2018) im Fahrbericht (Video):

 
 

Erste Testfahrt mit neuem Dacia Duster (2018)

Die Platzverhältnisse sowie die Abmessungen sind entsprechend ähnlich: Bei 4,31 Metern Länge und 2,67 Metern Radstand kann man in der ersten Reihe sehr bequem und in der zweiten Reihe ordentlich sitzen. Der Kofferraum entspricht mit 445 bis 1478 Litern zumindest dem Mittelmaß im Segment. Dass sich im neuen Dacia Duster (2018) trotzdem alles neu und irgendwie feiner anfühlt, haben die Strategen mit ein paar kleinen, aber sehr wirkungsvollen Tricks erreicht. So schaut plötzlich niemand mehr nach der schlichten Cockpitlandschaft aus Hartplastik, wenn der Blick gleich von ein paar funkelnden Chromspangen auf den Lüfterdüsen und einem schmucken Ring um den Schaltknauf gefangen wird. Die konventionellen Instrumente verblassen neben dem Touchscreen für Navigation und Infotainment, auf dem vier Außenkameras ihre Liveübertragung beim Rangieren oder bei der Offroad-Partie bannen. Und überhaupt wird man plötzlich viel geduldiger, wann man neuerdings auf besseren Sitzen mit strafferen Polstern sowie längerer Beinauflage fährt und eine bessere Schallisolierung für hörbar mehr Ruhe sorgt. Haben sich die Rumänen bislang auf die automobilen Minimalanforderungen beschränkt, zeugt der neue Dacia Duster (2018) von einem deutlichen Stimmungswandel. Nicht nur wegen der auffälligen Dekoration innen und außen, sondern vor allem wegen der neuen Extras, die plötzlich auf der Preisliste zu finden sind. Für andere Marken mögen eine Klimaautomatik und das schlüssellose Zugangssystem genauso selbstverständlich sein wie der Totwinkel-Warner und die Fensterairbags. Für den Star aller Schnäppchenjäger ist das tatsächlich völlig neu.

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Bekannte Motoren im neuen Duster (2018)

Alte Bekannte sind dagegen die Motoren: Es gibt zwei Benziner und zwei Diesel, die bis auf den schwächeren Diesel alle auch mit Allradantrieb bestellbar sind. Schließlich hält Dacia nicht viel von den Blendereien des Marketings und will den neuen Duster (2018) als authentischen Geländewagen verstanden wissen. Kein Triebwerk hat mehr als 1,6 Liter Hubraum und bei 114 oder 125 PS für die Benziner und 90 oder 110 PS für die Diesel sind keine großen Sprünge drin. So schafft auch der schnellste Duster nur 179 km/h. Doch dafür bleiben die Diesel alle deutlich unter fünf Liter und für die Benziner nennt Dacia Werte zwischen 6,2 und sieben Liter. Zwar haben die Rumänen ihren Bestseller beim Generationswechsel ordentlich herausgeputzt, doch bis zum Fahren reicht die neue Strategie nicht. Nach wie vor ist der Duster eher soft und kompromissbereit abgestimmt und lange nicht so engagiert wie etwa die deutsche Konkurrenz. Natürlich kommt man auch mit einer etwas indifferenten Lenkung ans Ziel und der Schaltknüppel muss nicht mit der Präzision eines mechanischen Uhrwerks durch die Gassen des Getriebes flutschen. Der Rest der Familie wird sogar dankbar sein, dass Dacia das Duster-Fahrwerk betont komfortabel ausgelegt hat und ihnen nicht gleich jede Unebenheit ungefiltert in die Knochen schickt. Doch geht es dann eben eher ums Ankommen und nicht ums Unterwegssein. Aber Fahren um des Fahrens willen ist ja auch Luxus – und so weit will der neue Dacia Duster (2018) bei aller neuen Liebe zu Glanz und Gloria nun doch noch nicht gehen.

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