Der allererste RS 6 kam nicht von Audi: MTM RS6 C4 mit R5-Turbo
Anno 1994 baute Motoren Technik Mayer auf Audi A6 Avant-Basis den wohl stärksten und schnellsten Kombi seiner Zeit auf – und nahm damit in vielerlei Hinsicht die Zukunft vorweg. Wir präsentieren: den MTM RS6 C4 mit Fünfzylinder-Turbo!
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Urahn von Außerhalb: MTM baute 1994 den allerersten Audi RS 6
Der MTM RS6 C4 ist ein rollendes Superlativ. Das beginnt schon mit den Reifen, nämlich vorne 255er- und hinten 295er-Straßenwalzen. Aufgezogen sind diese auf den Zentralverschluss-Felgen des Bugatti EB110. Und angetrieben von einem Quattro-Allrad, der sich aus einem 426 PS (313 kW) starken Fünfzylinder-Turbo speist.
Klar, aus heutiger Sicht klingt das nach der konsequenten Ausreizung der VW-Konzernregale. Doch bei Bugatti regierte in den 90ern noch der italienische Unternehmer Romano Artioli, während bei Audis Fünfzylinder im Serienbau bei 315 PS (232 kW) Ende im Gelände war.
Motoren Technik Mayer ist Audi damals aber nicht nur in Sachen PS weit voraus: Schon 1994 tauft die Motorenschmiede ihren A6-Power-Kombi auf den Namen RS6. Unterdessen heißt die herstellerseitige Sportversion des A6 erst S4, dann S6 und mit extra viel Dampf anschließend S6 Plus. Erst 2002 baut Audi den ersten offiziellen RS 6, dessen Geschichte wir hier erzählen.
Weil MTM am RS6 C4 das tut, was die Firma am besten kann – nämlich Motoren sauber auf wahre PS-Lawinen abstimmen –, steht der exotische Avant dem acht Jahre jüngeren Werksmodell in nichts nach. Den aufgeladenen Reihenfünfzylinder hat MTM-Gründer Roland Mayer einst für den Sport Quattro mitentwickelt, mit dem Einsatz im C4 schließt sich somit ein Kreis.
Der Audi Q6 Sportback e-tron im Fahrbericht (Video)

Sport Quattro-Veteran Mayer holte 426 PS aus dem Fünfzylinder
Dem Vierventiler gönnt MTM einen hauseigenen Turbolader samt eines größeren Ladeluftkühlers. Auch den Abgaskrümmer, die Einspritzanlage sowie die Motorsoftware passt die Firma aus dem bayrischen Wettstetten an. Die Abgasanlage aus Edelstahl ist handgefertigt. Somit leistet der RS6 knapp 200 PS (147 kW) mehr als ein S6 und auch der Drehmomentgipfel von 540 bis 580 Nm überragt das Serien-Pendant bei Weitem.
Die Sprintzeit von etwa 4,9 s ist kaum weniger sensationell, immerhin wiegt so ein Avant weit mehr als anderthalb Tonnen. Und weil der MTM RS6 C4 nicht abgeregelt ist, schleppt er den Baumarkteinkauf schneller als jeder andere Kombi, nämlich mit mehr als 270 Sachen, über die Autobahn. MTM gibt dem RS6 zudem ein individuell abgestimmtes Gewindefahrwerk sowie Brembo-Bremsen mit auf den Weg.
Linke-Spur-Schleicher sind aufgrund des unscheinbaren Äußeren des Avants dessen Nemesis. Der Frontstoßfänger mit vergitterten Lufteinlässen signalisiert, gemessen an den wilden Tuning-Auswüchsen der 80er, höchstens einen zaghaften Überholwunsch. Die fließend verbreiterten Radhäuser und die kurzen Cup-Außenspiegel verschwimmen beim Blick in den Rückspiegel. Noch mehr auf Buchhalter-Bomber macht der C4 am Heck, wo er sich jeden noch so kleinen Anflug eines Dachkantenspoilers verkneift und seine vier Edelstahlrohre tief unter der Heckschürze versteckt.
Vielleicht sorgt genau dieses Understatement dafür, dass sich der MTM RS6 im allgemeinen Auto-Bewusstsein Deutschlands nicht so recht etablieren konnte. Dabei nahm er eine Baureihe vorweg, die bis heute als Inbegriff für Luxus und Leistungsfähigkeit steht. Hier schließt sich noch ein weiterer Kreis, denn mit dem MTM Pangaea GT, den wir hier vorstellen, hat sich MTM zum Ende der C8er-RS-6-Baureihe ein weiteres Denkmal gebaut.
Quellen
MTM
















