Vorstellung

Mercedes Nafa: So begann der weite Weg für Smart und A-Klasse

Optisch erinnert das Mercedes Nafa an ein zersägtes Papamobil von Matchbox, dabei war der Winzling ein Wegbereiter für die A-Klasse und den Smart Fortwo.

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Das Mercedes Nafa stehend von schräg vorne
1981 beschäftigte sich Mercedes ernsthaft mit der Entwicklung eines Kleinstwagens. Das Nafa nahm A-Klasse und Smart um mehr als 15 Jahre vorweg. Foto: Mercedes
Das Mercedes Nafa stehend vor A-Klasse-Studien
Das Nafa spielt sowohl optisch als auch in seinen Dimensionen in einer eigenen Liga im Vergleich zu den späteren A-Klasse-Evolutionen. Foto: Mercedes
Das Mercedes Nafa stehend von vorne
Wie später im Smart werkelt auch im Nafa ein kompakter Dreizylinder. Foto: Mercedes
Das Mercedes Nafa mit geöffneter Tür
Um enge Parklücken nicht nur zu entern, sondern auch ohne Türtreffer wieder zu verlassen, gabs im Nafa Schiebetüren. Foto: Mercedes
Das Mercedes Nafa stehend seitlich
Was ihm dagegen fehlte, waren Fensterheber. Mit Hinblick auf die großen Glasflächen brauchte es deshalb dringend eine Klimaanlage. Foto: Mercedes
Das Mercedes Nafa stehend von schräg vorne
Bei einer Serienfertigung hätte Mercedes mit Einstiegspreisen von 20.000 Mark kalkulieren müssen – ganz schön hohe Kosten für so ein winziges Auto. Foto: Mercedes

Denken wir uns zurück in das Jahr 1981. Deutschland ist noch lange nicht wiedervereint und Mercedes macht sich Gedanken über den Stadtverkehr der Zukunft. Die großen Pötte, wie zum Beispiel die S-Klasse, laufen und das gibt Zeit, sich auch über das andere Ende des Größenspektums Gedanken zu machen. Nur so ist es zu verstehen, was die Daimler-Ingenieursabteilung da Anfang der 80er irgendwann der Öffentlichkeit präsentierte: den Mercedes Nafa.

Wobei Nafa – wer hätte das gedacht? – für NAhverkehrs-FAhrzeug steht. Mit einem Blick auf die Fotos muss sofort Entwarnung gegeben werden. Nein, Die Mercedes-Leute hatten damals keine Drogen genommen und litten auch nicht grundsätzlich unter einer Geschmacksverirrung. Auch wenn gerade ein Jahrzehnt angebrochen war, das mit seinen Design-Sünden in jedem Lebensbereich auch an Mercedes nicht spurlos vorübergehen sollte.

Die optische – sagen wir mal – Eigenheit des Nafa war natürlich dem Umstand geschuldet, dass es sich um eine reine Machbarkeitsstudie handelte. Die, das sagt sogar Mercedes selber, zumeist gar nicht straßentauglich war. Und auch wenn das Nafa selber nicht mehr als ein Konzept war, so hat es doch den Weg für die A-Klasse von Mercedes bereitet.

Laut Mercedes war das Nafa „kompakt, wendig und ergonomisch durchdacht“ und sollte die Antwort sein auf volle Straßen und Parkplatznot. Mit gerade einmal 2,50 m Länge (und 1,50 m Höhe wie auch Breite) passte es natürlich in Lücken, die andere Verkehrsteilnehmende nicht ernsthaft in Betracht ziehen konnten, egal wie verzweifelt sie eine Abstellmöglichkeit suchten.

Der Mercedes-AMG GLC 53 (2026) im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Mercedes Nafa als Vorläufer der A-Klasse und des Smart Fortwo

Durch die Schiebetüren konnte sich das Nafa sogar noch dichter an andere Autos heranbugsieren. Die Außenspiegel klappten automatisch zur Seite. Auch der Wendekreis war mit nur 5,70 m von einem anderen Stern. Dazu kamen Vierradlenkung, Vorderradantrieb, Automatikgetriebe, Klimaanlage (notwendig, weil sich die Fenster nicht öffnen ließen), Servolenkung und Gurtstraffer. Nicht schlecht für 1981.

Es dauerte dann zwar noch 16 Jahre, bis die erste A-Klasse das Licht der Welt erblickte, aber viele Erkenntnisse aus dem Nafa konnten dafür genutzt werden. Mit dem Smart Fortwo ein Jahr später ging der Mercedes Nafa dann doch noch in Serienproduktion. Die doch recht seltsam anmutende Plexiglaskuppel am Heck, die vielleicht hässlich war, aber einen unübertroffenen Rundumblick garantierte, schaffte es allerdings nicht in den Smart.

Wie später der Smart hatte das Nafa hatte einen Dreizylinder an Bord. Aus einem Liter Hubraum holte das Motörchen 45 PS (33 kW) heraus. Damit schaffte es das Nahverkehrsfahrzeug von null auf 100 in 14 s. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit lag bei 130 km/h. Das Nafa wog 700 kg und war damit im Verhältnis zu seiner Größe überraschend schwer. Geschuldet war das den beiden Überrollbügeln – doppelt hält besser. Das große Elchtest-Desaster kommender Jahre konnten sie freilich auch nicht verhindern.

Im Inneren sorgte Leder für ein gewisses Mercedes-Gefühl, sowohl auf den Sitzen als auch Armaturen. Die Serienreife wurde damals unter anderem durch den kalkulierten Preis für eine Serienproduktion verhindert. 20.000 D-Mark hätte die Kundschaft aufbringen müssen, was nur fünf Riesen günstiger als ein 190er-Mercedes und dadurch natürlich völlig aussichtslos gewesen wäre. Das wusste auch Mercedes. Aber der Anfang war gemacht.