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Geht auch ganz einfach:

Mercedes A-Klasse/VW Golf: Test A-Klasse & Golf im direkten Duell

Markus Schönfeld Freier Mitarbeiter
Inhalt
  1. Mercedes A-Klasse & VW Golf im Test
  2. Fahrkomfort: Mercedes A-Klasse mit deutlich mehr Komfortreserven
  3. Motor/Getriebe: Mercedes A-Klasse mit niedrigerem Verbrauch
  4. Fahrdynamik: Gute Bremswerte im VW Golf
  5. Umwelt/Kosten: VW Golf im Vergleich ein Schnäppchen
  6. Technische Daten Mercedes A-Klasse und VW Golf
  7. Fazit

Im Test treten die Mercedes A-Klasse & der VW Golf gegeneinander an. Das enge Duell wird am Ende knapp entschieden und das Preis-Leistungs-Verhältnis macht den Unterschied.

Die Mercedes A-Klasse & der VW Golf setzen auf einen Diesel, während Selbstzünder-Angebote in der Kompaktklasse derzeit rar sind. Selbst den beliebten und so vielseitigen VW Golf 2.0 TDI findet man momentan nicht in der Modellpalette. Stattdessen bietet Volkswagen aktuell nur den 1.6 TDI mit 115 PS an. Und in der neuen Mercedes A-Klasse des größten Diesel-Herstellers der Welt steckt als derzeit einzig lieferbarer Selbstzünder der 1,5-Liter-Vierzylinder aus der Kooperation mit Renault-Nissan. Die Umstellung auf die WLTP- und RDE-Prüfzyklen für die geforderte Abgasnorm Euro 6d-Temp stellt die Hersteller offenbar vor größere Herausforderungen als gedacht. Das macht die Auswahl für diesen Diesel- Vergleichstest allerdings leicht: A 180 d gegen Golf 1.6 TDI. Mehr zum Thema: Alles zur A-Klasse

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Mercedes A-Klasse & VW Golf im Test

Dass die 2018er Mercede A-Klasse (W177) im Vergleich zu ihrer Vorgängerin (W176) deutlich zugelegt hat, spürt man im Innenraum gleich. Vor allem in der zweiten Reihe kommt man jetzt als Erwachsener sogar einigermaßen bequem unter. Vorn engt nur die ausladende Mittelkonsole die Bewegungsfreiheit ein. Dafür bietet der Kofferraum jetzt ein klassenübliches Format von 370 bis 1210 l. Der Golf hält aber rundum mehr Bewegungsfreiheit bereit. Zudem schaffen die größeren Fensterflächen und seine kantigere Form eine bessere Übersicht. Und mit der hohen Zuladung von mehr als 500 kg und der Anhängelast von 1,5 t hat man im Alltag noch etwas mehr Reserven als beim Mercedes. In Sachen moderner Bedienung und Sicherheitsausstattung hat der Stuttgarter aber die Nase vorn. Analoge Instrumente oder einen Dreh-Drück-Steller gibt es nicht mehr. Selbst die Basisvariante fährt mit dem neuen Infotainment-System MBUX und volldigitalen Anzeigen vor, die sich auf Wunsch auf das riesige Widescreen- Cockpit ausweiten lassen (1476 Euro). Bedient wird das System entweder über den Touchscreen, das Touchpad auf der Mittelkonsole oder die kleinen Touchflächen am Lenkrad. Sehr gut funktioniert auch die neue intelligente Sprachsteuerung, die mit dem Schlüsselwort "Hey Mercedes" aktiviert wird. Und wer das Navigationspaket (1356 Euro) noch um 298 Euro erweitert, bekommt Verkehrsanzeigen via Augmented Reality in die Live-Bilder der Frontkamera eingeblendet. Gegen so viel Hightech wirkt der mittlerweile gut sechs Jahre alte VW Golf schon fast ein bisschen antik. Qualität, Verarbeitung sowie die intuitive Bedienbarkeit stimmen aber immer noch. Dass die Mercedes A-Klasse rund ein Drittel teurer ist, merkt man allerdings an den feineren Materialien und deren tadelloser Einpassung.

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Fahrkomfort: Mercedes A-Klasse mit deutlich mehr Komfortreserven

Wie bei den schwächeren Einstiegsmodellen des VW Golf üblich, muss auch der 1.6 TDI auf die fein austarierte Mehrfachlenker-Hinterachse verzichten. Stattdessen werden die Hinterräder von der einfacher konstruierten Verbundlenkerachse geführt. Damit entfällt auch die Option auf das adaptive Fahrwerk (DCC). Der Standard-Golf ist so auf schlechtem Untergrund zwar kein Grobmotoriker, doch die sänftenhafte Langstreckentauglichkeit der Versionen mit DCC bietet er nicht. Dagegen kontert die A-Klasse nach dem Modellwechsel mit deutlich mehr Komfortreserven, die durch das optionale Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (1178 Euro) zudem ein breiteres Spektrum abbilden kann. Den grundsätzlich straffen, sportlichen Charakter verliert der Baby-Benz allerdings nie. Passend dazu bietet Mercedes die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen an, die aber optisch mehr versprechen als sie halten. Die Komfortsitze des VW Golf fühlen sich jedenfalls nicht nur bequemer an, sie bieten bei sportlicher Fahrt auch den besseren Halt. Auf langer Strecke gefällt obendrein das niedrige Geräuschniveau im Wolfsburger. Wind, Motor und Abrollgeräusche der Reifen dringen bei der Mercedes A-Klasse deutlicher in den Innenraum.

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Motor/Getriebe: Mercedes A-Klasse mit niedrigerem Verbrauch

Abgesehen von den kleinen Einstiegsbenzinern dienen rund 115 PS heutzutage auch in der Kompaktklasse als Basismotorisierung. Wirklich langsam ist man damit trotzdem nicht. Beide Fronttriebler bringen es schließlich auf mindestens 250 Nm Drehmoment und schaffen den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in gut zehn Sekunden. An die von den Herstellern angegebenen Höchstgeschwindigkeiten von gut 200 km/h muss man sich allerdings hier wie da herankämpfen – im Mercedes auch wegen des höheren Gewichts, im Golf vor allem wegen des lang übersetzten Fünfgang-Getriebes. Den Mercedes A 180 d gibt es hingegen ausschließlich mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das aber beim Anfahren ein bisschen zu ruppig agiert. Der Komfortvorteil und das breitere Übersetzungsspektrum sind aber nicht von der Hand zu weisen. Das kommt auch dem Verbrauch zugute. Mit durchschnittlich 5,5 l auf 100 km kommt die A-Klasse mit weniger Dieselkraftstoff aus als der Golf (6,2 l). Wie groß das Sparpotenzial des neuen Stuttgarters ist, zeigt die Minimalverbrauchsrunde auf Landstraßen und Autobahnen ohne Volllastanteil und nur kurzer Stadtetappe: Hier reichen dem A 180 d im Schnitt 4,0 l Diesel pro 100 Kilometer.

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Fahrdynamik: Gute Bremswerte im VW Golf

Dass sich die sportliche Mercedes A-Klasse hier nicht vom 150 kg leichteren VW Golf absetzen kann, liegt an dessen guten Bremswerten. Denn sowohl auf dem abgesperrten Handlingkurs als auch in der Slalomgasse hinterlässt der kompakte Mercedes den durchweg zackigeren Eindruck – der direkten Lenkung und der straffen Auslegung der adaptiven Dämpfer im Sportmodus sei Dank. Damit bleibt der fast 1,5 t schwere Stuttgarter auch im Grenzbereich sehr neutral. Die einfachere Verbundlenker- Hinterachse im Golf verliert hier bei abgeschaltetem ESP und extremen Lastwechseln eher die Contenance. 

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Umwelt/Kosten: VW Golf im Vergleich ein Schnäppchen

Der Preisaufschlag zum VW Golf von rund 8000 Euro hebt den Mercedes A 180 d eigentlich in eine andere Klasse. Das zeigen auch die vielen Individualisierungs-Optionen – abgesehen vom serienmäßige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das beim Golf 1950 Euro kostet. Auch bei der Vernetzung hat Mercedes mit dem serienmäßigen Kommunikationsmodul (LTE), den Fahrzeug-Apps und dem Monitoring- System mehr zu bieten. Durch Letzteres erfährt man, wo sich das Fahrzeug befindet und kann sogar bestimmen, in welchem Gebiet es sich aufhalten darf. Auch wenn dieses hochmoderne System wie geschaffen ist für die junge Klientel, bleibt der Golf am Ende aber gerade für diese kostensensibleren Käufer das attraktivere Angebot. Denn neben der Anschaffung fallen auch die laufenden Kosten durch Versicherung und Wartung niedriger aus. 

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Technische Daten Mercedes A-Klasse und VW Golf

 Mercedes A 180 dVW Golf 1.6 TDI SCR
Zylinder/Ventile pro Zylinder4/2; Turbodiesel4/4; Turbodiesel
Hubraum1461 cm³1598 cm³
Leistung85 kW/116 PS bei 4000/min85 kW/115 PS bei 3250-4000/min
Maximales Drehmoment260 Nm bei 1750-3200/min250 Nm bei 1750-3200/min
Getriebe/Antrieb7-Gang-Doppelkupplung; Vorderradantrieb5-Gang, manuell; Vorderradantrieb
Beschleunigung  
0 - 100 km/h10,3 Sekunden10,5 Sekunden
0 - 150 km/h24,0 Sekunden24,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit202 km/h200 km/h
Bremsweg aus 100 km/h warm33,8 Meter33,9 Meter
Leergewicht1445 Kilogramm1292 Kilogramm
Verbrauch (Test)5,5 l D/100 Kilometer6,2 l D/100 Kilometer
Grundpreis31.398 Euro23.675 Euro
Testwagenpreis34.760 Euro26.430 Euro
Punkte (5000 möglich)29833032
Platzierung21

 
Markus Schönfeld Markus Schönfeld
Unser Fazit

Der extrem sparsame Antrieb und das gute Ausstattungsniveau machen aus dem Mercedes A 180 d eine echte Empfehlung in der Kompaktklasse. Zumal nach dem Modellwechsel nun auch das Platz- und das Komfortniveau stimmen. Und das neue Bediensystem mit der serienmäßigen Vernetzung via LTE-Modul ist ein echtes Highlight in dieser Klasse. So gewinnt der Stuttgarter verdient die Eigenschaftswertung. Allerdings: Mehr als 30.000 Euro Basispreis sind kein Pappenstiel. Dagegen wirkt der VW Golf 1.6 TDI SCR fast wie ein Schnäppchen. Doch nicht allein der enorme Preisvorteil lässt den mittlerweile sechs Jahre alten Siebener-Golf hier als Sieger vom Platz gehen. Der Wolfsburger punktet immer noch mit mehr Alltagsnutzen, viel Komfort und den besseren Bremswerten.

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