Tuning

Irre SEMA-Nummer: Mazda MX-5 mit Fake-Lamborghini-V10

Die Sema Show schreibt Jahr für Jahr PS-gewichtige Geschichten. Die durchgebrannteste erzählte 2024 ein Mazda MX-5, dem Tuner Hot Parts USA einen Fake-Lamborghini-V10 eingepflanzt hatte.

Der Mazda MX-5 von Hot Parts USA stehend von vorne.
Tuning-Fabelwesen: Der Mazda MX-5 von Hot Parts USA mogelte sich mit einem falschen Lamborghini-V10 auf die Sema Show 2024. Foto: Instagram/Hot Parts USA
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Es war einmal ein Mazda MX-5, der wollte gerne ein Lamborghini sein. Er traf eine Hexe namens Hot Parts USA, die ihm im Tausch gegen seine automobile Unschuld und die niedlichen Klappscheinwerfer-Augen versprach, seinen großen Wunsch zu erfüllen. Sie schwenkte ihren Drehmomentschlüssel und – schwupps – war aus dem kleinen japanischen Roadster ein Tuning-Fabelwesen geworden, mit GT3-Heckspoiler, vorgeschnalltem Ladeluftkühler-Frontstoßfänger, chromglänzendem Ansaugrohr-Geweih und einer V10-Ansaugbrücke aus dem Lamborghini Huracán.

Mit neu gewonnenem Stolz rollte der Mazda MX-5 zur Sema Show 2024 in Las Vegas (das waren die Highlights), wo sich die Auto-Kreationen in Sachen Speed, Leistung und Blingbling gegenseitig überboten. Und schnell bildete sich ein neugieriges Gemenge um das babyblaue Geschöpf, bestaunte die Turbolader-Glupscher und rätselte über das neue PS-Potenzial des zierlichen NA-Modells. Aber was blitzte da zwischen den silbrigen Ansaug-Anakondas tief im Motorraum hervor? Der Wasserpumpen-Auslass sowie die Gussform erinnerte so ganz und gar nicht an Lamborghini, nicht einmal an einen V10. "Das sieht verdächtig nach meinem LS-Motor aus", raunte eine Corvette C8. Ein Ford F-150 nickte bedächtig mit seinem Airride-Fahrwerk.

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Video: AUTO ZEITUNG

Motor-Märchen: Doch kein Lamborghini-V10 im Mazda MX-5

Nun dämmerte es auch dem Mazda MX-5 und kleine Turbo-Tränen rollten über seine weißen Seitenblinker. Die Hexe hatte ihn überlistet und seine gepflegten Originalteile wahrscheinlich schon längst auf Ebay verscherbelt. Die Ansaugbrücke mit Lamborghini-Schriftzug? Nur Show. Sein wahrer Motor? Nur ein US-amerikanischer Großserien-V8 (das ist der Unterschied zwischen Small- und Big Block), den die hiesige Tuning-Industrie in alles einpflanzte, was nicht bei drei auf dem Baum war. Jetzt stand nur noch ein weißer Nissan Skyline GT-R mitleidig vor dem gepeinigten Mazda.

"Mach dir nichts daraus", versuchte der Skyline den MX-5 aufzuheitern, "bei deiner Turboaufladung wäre dir dein Lamborghini-Motor sowieso nach spätestens 1000 km um die Kotflügel geflogen. Jetzt hast du immerhin doppelt so viele Zylinder wie sonst, dreimal so viel Hubraum, Leistung ohne Ende und eine robuste Basis." Doch da hatte der kleine Mazda bereits einen neuen Wunsch, für den er keine Hexe brauchte. Er nahm den Skyline beiseite, schnitt ihm mit seinem Heckspoiler den aufgeladenen Reihensechszylinder aus dem Motorraum und floh damit in ein abgelegenes Lagerhaus. Und wenn er nicht an seiner eigenen Gier gestorben ist, sehen wir den Mazda MX-5 vielleicht auf der nächsten Sema Show wieder.