E-Auto: Mieter hat Recht auf Ladestation Ladestation-Mangel droht

von Victoria Zippmann 23.04.2020

Eine Gesetzesänderung gibt Mietern und Wohnungseigentümern das Recht auf eine Ladestation für ihr E-Auto. Das ändert sich! Und: Einer Studie zufolge könnte ein Mangel an privaten Ladestationen den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland erheblich bremsen. Dieser Artikel wurde am 23.04.2020 aktualisiert!

Wer ein E-Auto hat, benötigt eine Ladestation. Für Mieter in einem Mehrparteienhaus gestaltete es sich bisher aber schwierig, eine Ladestation für ihr E-Auto am Stellplatz an der Wohnung installieren zu lassen. Der Vermieter beziehungsweise die Eigentümergemeinschaft musste dem Antrag erst zustimmen, konnte also auch widersprechen. Das Bundeskabinett hat Ende März 2020 ein Gesetz beschlossen, das Mietern und Wohnungseigentümern das Recht auf die Installation einer Ladestation für ihr Elektroauto zuspricht. Der Vermieter ist demnach für die Umsetzung verantwortlich, während der Mieter die Kosten trägt. Wohnungseigentümer sollen dem Bundesjustizministerium zufolge "bauliche Maßnahmen im individuellen Interesse einzelner Wohnungseigentümer, die zugleich im gesamtgesellschaftlichen Interesse liegen" künftig erleichtert werden. Mehr zum Thema: Interaktive Karte aller Ladestationen für Elektroautos

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Mieter und Eigentümer bekommen Recht auf E-Auto-Ladestation 

Möchte der Wohnungseigentümer eine Ladestation für E-Autos am Stellplatz installieren, bringt er sein Vorhaben bei der Eigentümerversammlung vor. Die Eigentümergemeinschaft kann dann lediglich über die Art der Ausführung abstimmen. Wenn die Eigentümergemeinschaft die Kosten für eine Installation von Ladepunkten auf dem Gelände des Wohnhauses unter sich aufteilen möchte, können Mitglieder der Gemeinschaft dagegen stimmen. Sie müssen sich nicht an den Kosten beteiligen, dürfen die Ladestationen für E-Autos dann aber auch nicht nutzen. Die Gesetzesänderung wird vorraussichtlich Mitte 2020 in Kraft treten, der Bundestag muss dem Entwurf noch zustimmen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist zuversichtlich, dass mit diesem Schritt "Elektroautos für viel mehr Menschen als bisher alltagstauglich" würden.

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Studie: Ballungsräumen droht Mangel an privaten Ladestationen

Eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) sieht derweil Probleme beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Demnach könnte ein Mangel an privaten Ladestationen vor allem in Ballungsräumen den Ausbau der E-Mobilität in Deutschland erheblich bremsen. Nach den Ergebnissen der Dena-Studie verfügt Deutschland zwar über ein großes Potenzial von acht bis zwölf Millionen privaten Ladepunkten in Gebäuden mit einer oder zwei Wohnungen. Bei Gebäuden mit drei oder mehr Wohnungen liege das Potenzial mit 0,45 bis 1,8 Millionen privaten Ladepunkten jedoch deutlich niedriger – vor allem in Regionen mit starker Kaufkraft. Um diese Diskrepanz auszugleichen, bedarf es nach Ansicht der Autoren gerade in verdichteten Wohnräumen mit Mehrfamilienhäusern eines konzentrierten und verstärkten Aufbaus der öffentlich zugänglichen Ladestationen. Außerdem empfiehlt die Studie eine stärkere Verzahnung von Elektroauto-Neuzulassungen mit der Fördermittelvergabe und begrüßt das Gesetz zum Abbau rechtlicher Hindernisse, um private Ladepunkte in Mehrfamilienhäusern und Stellplätzen von großen Wohngebäuden zu schaffen.

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