Verbrenner gegen Elektro: Kia XCeed vs. EV3 im Vergleich
Irgendwo zwischen Kompaktwagen und SUV buhlen diese beiden Kia um Käufer:innen – der XCeed ganz konventionell, der EV3 vollelektrisch. Wer das bessere Angebot liefert, klären wir im Vergleich!
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Im Vergleich: Kia EV3 gegen Kia XCeed
Die Tage des Kia XCeed sind gezählt. Der kompakte Crossover kam bereits 2019 auf den Markt, wurde 2022 nochmal gründlich überarbeitet und hat erst seit vergangenem Sommer den 1,6-l-Turbobenziner mit 180 PS (132 kW) unter der Haube. Doch in naher Zukunft löst der mit Verbrennungsmotoren bestückte, neue Kia K4 die bisherigen Ceed-Modelle ab. Die Rolle des elektrischen Kompakt-Crossovers fällt dann allein dem Kia EV3 zu, der zwar auf der bekannten E-GMP (Electric Global Modular Platform) basiert, sich aber mit günstigerer 400-V-Technik begnügt. Reicht das, um auch in Zukunft und in diesem Vergleich zu bestehen?
Der Kia EV3 (2024) im Fahrbericht (Video)

An die 700 km Reichweite des XCeed kommt der EV3 nicht heran
In aller Regel schon, denn selbst bei kühlen Außentemperaturen absolviert der Kia EV3 mit 18,2 kWh je 100 km unsere Testprozedur sehr effizient und erzielt dank des 81,4 kWh großen Akkus eine realistische Reichweite von fast 450 km. Am Schnellader lässt sich der Akku im Optimalfall binnen 31 min wieder von zehn auf 80 Prozent auffüllen, was auch längere Etappen ermöglicht.
Doch gegen die etwas mehr als 700 km Aktionsradius des konventionell befeuerten Kia XCeed (Testverbrauch: 7,1 l) hat er natürlich das Nachsehen. Andererseits verlangt der XCeed auf langen Fahrten deutlich mehr Nehmerqualitäten von seinen Mitfahrenden, während der EV3 mit einem komfortablen Fahrwerks-Setup und einem überlegenen Geräuschkomfort nebst seinem vibrationslosen Antrieb aufwartet. Überdies offeriert der Stromer im Innenraum mehr Platz für Reisende und deren Gepäck, ist praktikabler eingerichtet und in jedem Detail moderner.
Der XCeed ist trotz seines Alters deutlich besser verarbeitet
Der XCeed wirkt nicht nur optisch ein wenig angestaubt. Ergonomie, Lenkpräzision, Fahrsicherheit – der EV3 gibt durchweg den Ton an. Er ist ferner übersichtlicher gestaltet, hat die bessere Traktion und bietet mehr Funktionalität sowie Ausstattungsdetails. Nur wer ein betont sportliches Fahrzeug erwartet, wird mit ihm selbst im getesteten GT-Line-Trimm und mit den sprintstarken 204 Elektro-PS (150 kW) nicht wirklich glücklich, sondern dürfte den straffen Sportsitzen des ebenfalls im GT-Line-Ornat angetretenen, konventionellen XCeed, dessen Kurvenwilligkeit sowie der erheblich höheren Endgeschwindigkeit (210 statt 170 km/h) den Vorzug geben.
Doch dann muss man sich auch mit dem mitunter ruppigen Doppelkupplungsgetriebe arrangieren, anstatt die völlig ruckfreie Übersetzung eines E-Antriebs zu genießen. Einen klaren Vorteil verbucht der XCeed in puncto Verarbeitungsqualität, während der EV3-Testwagen mit penetranten Gerüchen und Plastik-artigen Oberflächen missfällt.
Bei den Betriebskosten schneidet der Stromer zwar günstiger ab, doch berechnet man den prognostizierten Wertverlust mit ein, kippt das Pendel zugunsten des XCeed, der zudem in der Anschaffung rund 4000 Euro spart. Wer nicht leasen, sondern lieber kaufen will, sollte daher clever kalkulieren.
Fazit
Der Kia EV3 entpuppt sich in fast allen Punkten als das modernere und auch bessere Auto – und daher auch unser Sieger des Vergleichs. Der Kia XCeed wendet sich dagegen an die Fans klassischer Tugenden und erfreut mit einem Schuss Sportlichkeit, was jedoch spürbare Einbußen im Komfort nach sich zieht. Der Elektriker spart bei den laufenden Kosten, der Verbrenner ist bei Anschaffung und Wiederverkauf günstiger eingepreist.
Technische Daten & Messwerte des Kia XCeed 1.6 T-GDI und Kia EV3 81,4 kWh FWD
AUTO ZEITUNG 03/2026 | Kia XCeed 1.6 T-GDI | Kia EV3 81,4 kWh FWD |
|---|---|---|
Technische Daten | ||
Motoren | 1,6-l-Vierzylinder, Turbo | Permanenterregte Synchronmaschine |
Hubraum | 1598 cm³ | – |
Leistung Verbrenner | 130 kW / 180 PS bei 6000 /min | – |
Max. Drehmoment Verbrenner | 265 Nm, 1500–4500 /min | – |
Leistung E-Motoren | – | 150 kW / 204 PS |
Systemleistung | 130 kW / 180 PS | 150 kW / 204 PS |
Max. Systemdrehmoment | 265 Nm | 283 Nm |
Getriebe / Antrieb | 7-Gang Doppelkupplung / Vorderrad | Konstantübersetzung / Vorderrad |
Akkukapazität | – | 81,4 kWh (netto) |
Maße & Gewichte | ||
Außenmaße (L / B / H) | 4395 / 1826 / 1495 mm | 4310 / 1850 / 1570 mm |
Radstand | 2650 mm | 2680 mm |
Kofferraumvolumen | 426 – 1378 l | 460 – 1251 l; Frunk: 25 l |
Leergewicht | 1344 kg | 1810 kg |
Zul. Gesamtgewicht / Zuladung | 1890 / 546 kg | 2355 / 545 kg |
Anhängelast gebr. / ungebr. | 1410 / 600 kg | 1000 / 750 kg |
Fahrleistungen | ||
Beschleunigung (0–100 km/h) | 8,5 s | 7,9 s |
Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h | 170 km/h |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 6,8 l S / 100 km | 16,2 kWh / 100 km |
Testverbrauch auf 100 km | 7,1 l S / 100 km | 18,2 kWh / 100 km |
CO2 (Test / WLTP) | 168 / 155 g/km | 66 / 0 g/km |
Reichweite elektrisch | – | 563 km (WLTP), 447 km (Test) |
Kaufinformationen | ||
Grundpreis | 37.290 € | 41.390 € |
Werkstattkosten² | 530 / 730 € | 380 / 480 € |
Wertverlust³ | 4428 / 5193 € | 5381 / 6167 € |
HP / VK Typklassen | 13 / 20 | 18 / 26 |
HP / VK Kosten | 1180 / 1420 € | 1627 / 1964 € |
Steuer | 166 € | 0 € |
Kraftstoffkosten⁴ | 1285 / 2570 € | 910 / 1820 € |
Gesamtkosten | 3161 / 4886 € | 2917 / 4264 € |
Gesamtkost. inkl. Wertverl. | 7589 / 10.079 € | 8298 / 10.431 € |
Kosten pro Kilometer¹ | 0,32 / 0,24 € (0,76 / 0,50 € inkl. Wertv.) | 0,29 / 0,21 € (0,83 / 0,52 € inkl. Wertv.) |
¹pro Jahr bei 10.000/20.000 km Laufleistung bei vierjähriger Nutzung ²Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC ³Wertverlust ermittelt durch die DAT (Deutsche Automobil Treuhand) ⁴Preisgrundlage: Strom: 0,50 €/kWh, Benzin: 1,81 €/l | ||




















