Keyless-Go: Schlüssellose Zugangssysteme im Test Mit Keyless-Go haben Autodiebe leichtes Spiel

von Christina Finke 09.08.2019

Die Verkehrsclubs ADAC und ÖAMTC haben in einem Test herausgefunden, dass schlüssellose Zugangssysteme (Keyless-Go) nach wie vor leicht zu knacken sind. Von 273 Modellen ließen sich nur vier Autos nicht öffnen!

Schlüssellose Schließsysteme – genannt Keyless-Go – sind komfortabel, aber meist auch unsicher, wie ein Test des ADAC und des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Clubs (ÖAMTC) zeigt. Mit Hilfe der Systeme erkennen damit ausgestattete Fahrzeuge über ein Funksignal, dass Autobesitzer den Schlüssel bei sich tragen. Nähern sie sich damit dem Türgriff oder berühren eine Taste am Griff, öffnet sich die Zentralverriegelung. Und: Auch zum Starten des entsprechenden Autos ist damit kein Zündschlüssel mehr nötig – ein einziger Knopfdruck genügt. Was bequem für den Fahrer ist, macht es Dieben aber mitunter sehr leicht, weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl: "Mittlerweile wurden 273 Autos mit Keyless-Go getestet, und nur vier Modelle ließen sich nicht knacken." Bereits im Jahr 2017 hatte ein Test der Verkehrsclubs gezeigt, dass sich der Großteil der schlüssellosen Keyless-Go-Zugangssysteme ohne große Mühe austricksen lässt: "Die meisten Hersteller wollen oder können diese Sicherheitslücke scheinbar nicht schließen", kritisiert Kerbl. Mehr zum Thema: Hier werden die meisten Autos geklaut

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Fahren ohne Schlüssel (Keyless Go) im Video:

 
 

Keyless-Go: Schlüssellose Zugangssysteme im Test

Im Test der schlüssellosen Zugangssysteme zeigte sich, dass zum Öffnen eines mit Keyless-Go ausgestatteten Fahrzeugs keine fundierten Kenntnisse zum Hacken oder Entschlüsseln von Daten notwendig sind. Ein frei und legal erhältlicher Reichweiten-Verlängerer genügt: "Im Test hat die 'Verlängerung' des Signals sogar durch Türen und Mauerwerk funktioniert", berichtet Kerbl. Den Empfänger einige Meter vom Schlüssel entfernt zu platzieren reiche demnach aus, um das Signal über hunderte Meter zu verlängern. Diebe können Autos so öffnen und sogar den Motor starten, obwohl der Fahrzeugbesitzer den Schlüssel bei sich trägt und etwa in der Hosentasche hat, während er in einem Café sitzt. "Läuft der Motor einmal, bleibt er auch ohne Schlüssel so lange in Betrieb, bis er abgestellt wird oder der Sprit ausgeht. Theoretisch könnte ein Dieb also bei laufendem Motor nachtanken und das Auto problemlos über weite Strecken, auch bis ins Ausland, entführen", warnt der ÖAMTC-Techniker. Einzig vier aktuelle Modelle von Jaguar beziehungsweise Land Rover waren im Test der Keyless-Go-Schließsysteme nicht zu knacken: "Es ist also möglich – die anderen Hersteller müssen hier rasch nachziehen", fordert Kerbl. Außerdem sollten Besitzer auf Wunsch die Funk-Funktion ihrer Schlüssel deaktivieren können. Ansonsten seien Autos mit Keyless-Go aktuell deutlich leichter zu stehlen als andere Fahrzeuge.

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