Bayon/CX-3/2008: Vergleichstest Hyundai, Mazda und Peugeot im Triell

von Markus Schönfeld 28.10.2021
Inhalt
  1. Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 im Vergleichstest
  2. Fahrkomfort: Bequeme Polster im Hyundai Bayon
  3. Motor/Getriebe: Laufruhiges Aggregat im Mazda CX-3
  4. Fahrdynamik: Peugeot 2008 überzeugt mit kräftigen Bremsen
  5. Umwelt/Kosten: Kaufpreis spricht für den Hyundai Bayon
  6. Messwerte & technische Daten: Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008

So allmählich verdrängen kleine Crossover und SUV die klassischen Kleinwagen. Mit mehr Platz, spannenderer Optik und ebenso vernünftigen Antrieben bieten sie einfach mehr Auto fürs Geld. Bestes Beispiel: das Trio Peugeot 2008, Hyundai Bayon und Mazda CX-3, die im Vergleichstest gegeneinander antreten.

Gesamtbewertung (max. Punkte)Hyundai Bayon
1.0 T-GDI
Mazda CX-3
Skyactiv-G
2.0
Peugeot 2008
1.2 PureTech
130
Karosserie (1000)610593617
Fahrkomfort (1000)675638623
Motor/Getriebe (1000)630654638
Fahrdynamik (1000)611642613
Eigenschaftswertung (4000)252625272491
Kosten/Umwelt (1000)461450411
Gesamtwertung (5000)298729772902
Platzierung123

Im Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 spricht der Preis bereits für den Koreaner. "Ab 16.790 Euro“, steht auf dem gerade erst frisch gedruckten Preisschild des Hyundai Bayon. Die Koreaner:innen hätten genau so gut "Kampfansage" oder "Preisknüller" darauf schreiben können. Schließlich distanziert sich das neue City-SUV zu diesem Kurs nicht nur klar vom marginal größeren Kona (ab 19.990 Euro), sondern auch von der gesamten Konkurrenz im City-Umfeld – Dacia ausgenommen. Doch damit nicht genug: Der Bayon rückt damit preislich sogar den Hyundai-Modellen i10 und i20 so dicht auf die Pelle, dass Neuwagenkäufer:innen es sich wohl zweimal überlegen, ob sie nicht doch das etwas höhere City-SUV dem klassischen Kleinwagen vorziehen sollten. Übrigens lässt sich dieser Trend auch bei anderen Marken erkennen. Ob 2008 oder CX-3 – der Erfolg der knuffigen Wonneproppen kommt gerade so richtig in Fahrt. Es ist also genau der passende Moment für einen ausführlichen Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon 1.0 T-GDI, Mazda CX-3 Skyactiv-G 2.0 und Peugeot 2008 1.2 PureTech 130. Oder, im Zeitgeist gesprochen: Vorhang auf für dieses Triell.

Der Hyundai Bayon (2021) im Video:

 
 

Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 im Vergleichstest

Trotz City-SUV-Größe geht es im Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 nicht immer eng zu. Tatsächlich ist der Hyundai Bayon nur 2,5 Zentimeter kürzer als der Kona aus gleichem Haus. Weil der Neuling aber deutlich flacher und schmaler aufbaut, muss man mit kleinen Platzeinbußen im Innenraum leben. Dennoch reicht der Platz locker für den Wochenendausflug einer vierköpfigen Familie. Da geht es im fein verarbeiteten Mazda CX-3 Skyactiv-G 2.0 vor allem auf der Rückbank schon deutlich enger zu. Sitzries:innen müssen im Japaner in zweiter Reihe nämlich etwas den Kopf einziehen. Das Kofferraumvolumen des CX-3 ist mit 350 bis 1260 Litern dafür etwas größer als im Hyundai Bayon 1.0 T-GDI (334 bis 1128 Liter). Lademeister ist der Peugeot mit 405 bis 1467 Litern. Wer vorn im 2008 Platz nimmt, muss sich zunächst an einige Extravaganzen gewöhnen. Das kleine niedrig positionierte Lenkrad mit dem dreidimensionalen Tacho darüber sowie die glänzenden Kippschalter mit den Touchflächen davor sind Geschmackssache. So einfach wie die klassischen Schalter in Mazda oder Hyundai lassen sie sich im Vergleichstest allerdings nicht bedienen. Dafür überzeugt der Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 schon in der günstigsten Variante "Active" mit einer überdurchschnittlich üppigen Sicherheitsausstattung. Ob Verkehrsschilderkennung, Spurhalteassistent mit Lenkeingriff oder Licht- und Regensensor – viele Extras, die bei der Konkurrenz Aufpreis kosten, sind im 2008 von Haus aus an Bord.

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Fahrkomfort: Bequeme Polster im Hyundai Bayon

Kleinwagen gelten längst selbst auf Langstrecken als komfortabel. Und das gilt uneingeschränkt auch für Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 im Vergleichstest. Auf adaptive oder verstellbare Dämpfer muss man in der Klasse der City-SUV zwar verzichten, der Federungskomfort im Alltag geht dennoch absolut in Ordnung. Der Hyundai Bayon gefällt dabei wie der Peugeot 2008 auf glatter Piste mit sehr sanftem Abrollen der 17-Zoll-Räder. Im Mazda CX-3, der auf 18-Zöllern steht, bringen da schon etwas mehr Informationen vom Untergrund durch. Dafür verdaut der etwas straffer abgestimmte Japaner selbst schlechte Pisten eindrucksvoll – vorausgesetzt, er ist nicht voll beladen. Dann kommen die hinteren Federn wie im Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 schnell an ihre Grenzen. Im Gegensatz dazu verträgt der Hyundai Bayon 1.0 T-GDI schwere Lasten auf der Hinterachse besser, wirkt im Vergleichstest mit voller Beladung sogar ausgewogener. Ein Lob verdienen auch die Sitze. Die lassen sich zwar nicht besonders fein einstellen, überzeugen aber mit gutem Halt und bequemer Polsterung. Dagegen bietet das Peugeot-Gestühl gerade bei sportlicherer Fahrweise nur wenig Halt. Und auch der Langstreckenkomfort könnte beim Peugeot 2008 besser sein. Angenehmer ist die Mischung im Mazda CX-3 Skyactiv-G 2.0 gelungen. Allerdings geht es hier am lautesten zu. Gerade ab Landstraßentempo dringen Windgeräusche im CX-3 deutlicher in den Innenraum als beim viel besser gedämmten Hyundai. Selbst der Peugeot mit seiner auffällig großen Kühlerfront ist leiser. Dafür stören bei ihm Kleinigkeiten die Ergonomie. Ob die hohe Türschwelle, das niedrige Lenkrad oder die Ablesbarkeit des animierten Drehzahlmessers – die Gestaltung ist eher unkonventionell als praktisch.

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Motor/Getriebe: Laufruhiges Aggregat im Mazda CX-3

Bei den Antrieben geht im Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 jeder Hersteller ganz eigene Wege. Beim Hyundai Bayon kommt neben dem Einstiegs-Vierzylinder (1,2 Liter, 84 PS) ausschließlich der aufgeladene Dreizylinder-Benziner mit 100 oder 120 PS zum Einsatz. Angeboten wird der Mazda CX-3 gar nur noch mit dem Zweiliter-Sauger. Der Peugeot 2008 ist dagegen mit Benzinern zwischen 100 und 155 PS sowie mit 110- oder 130-PS-Diesel zu haben. Sogar eine Elektroversion steht im Angebot. Zu diesem Triell tritt der Franzose mit dem 1,2-Liter-Dreizylinder an und protzt prompt mit seinem üppigen Drehmoment. Das spürt man vor allem bei spontanen Zwischensprints, bei denen der Hyundai Bayon Mühe hat, mitzuhalten. Beim Sprint von null auf 100 km/h setzt sich im Vergleichstest aber der Mazda an die Spitze. Denn sein Vierzylinder-Sauger ist nicht nur kräftig, er glänzt auch mit herrlicher Laufruhe und Drehfreude. Obendrein serviert Mazda eines der besten Schaltgetriebe seiner Klasse. Fahraktive Pilot:innen wollen hier nur unter Protest in die Konkurrenten umsteigen, denn das Schaltgefühl überzeugt und die Anschlüsse zwischen den Gängen sind perfekt aufeinander abgestimmt. Der Hyundai Bayon 1.0 T-GDI kontert immerhin mit einer elektronisch geregelten Kupplung, die beim Rollen tatsächlich den Motor abstellen und in den Segelbetrieb wechseln kann. Das funktioniert wie auch das Wiederaufnehmen der Drehzahl deshalb so tadellos, weil ein 48-Volt-Riemen-Startergenerator den Motor unterstützt. Bei Lastspitzen kann das System obendrein einen kleinen Boost aus der Lithium-Batterie unter dem Kofferraum zaubern. Der Effekt auf den Verbrauch hält sich aber in Grenzen – genau wie die Reduktion auf drei Zylinder und nur einen Liter Hubraum. Mit durchschnittlich 6,1 Litern auf 100 Kilometer setzt der Bayon im Vergleichstest zwar den Bestwert. Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 und Mazda CX-3 Skyactiv-G 2.0 liegen aber mit 6,4 beziehungsweise 6,7 Litern dicht dahinter.

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Fahrdynamik: Peugeot 2008 überzeugt mit kräftigen Bremsen

Der Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 führt uns auch auf die Rennstrecke. Passend zum guten Eindruck im Motor-Getriebe-Kapitel des Vergleichstests kann sich der Mazda CX-3 Skyactiv-G 2.0 auch auf dem abgesperrten Rundkurs bestens in Szene setzen. Auch wenn der flinke Japaner nur 121 PS leistet, liefert er doch dank der gut abgestimmten Lenkung und des straffen Fahrwerks das volle Fahrspaßpaket. Im Peugeot 2008 1.2 PureTech 130 wird das indes zu fest vom ESP verschnürt. Das verhagelt dem 2008 nicht nur die Rundenzeit, sondern auch eine schnellere Slalomdurchfahrt. Immerhin arbeiten seine Bremsen wirkungsvoll und sichern ihm die Bestwerte (um 34 Meter) in dieser Disziplin. Weniger bissig, aber besser dosierbar sind die Stopper im Hyundai. Trotz des guten Komforts und der schmalen Spritspar-Bereifung schlägt sich der Hyundai Bayon 1.0 T-GDI auch im Handling wacker, kann am Ende aber nicht mit dem hellwachen Mazda CX-3 mithalten.

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Umwelt/Kosten: Kaufpreis spricht für den Hyundai Bayon

Der Basispreis von 16.790 Euro bezieht sich beim Hyundai Bayon auf das Modell "Pure" mit Stahlfelgen, das es ausschließlich mit dem 84 PS starken Vierzylinder-Saugmotor und einer Fünfgang-Handschaltung gibt. Wer jedoch den Turbo-Dreizylinder und das Sechsgang-Getriebe mit 48-Volt-System und der elektronisch gesteuerten Kupplung haben möchte, muss mindestens 20.990 Euro bezahlen. Dafür bekommt man dann aber auch schon das besser ausgestattete Select-Modell mit Alurädern und Einparkhilfe. Die im Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 eingesetzte Topvariante mit 120 PS verlangt nach der zweithöchsten Ausstattungsvariante Trend samt Lenkrad- und Sitzheizung sowie Digital-Cockpit und kostet daher mindestens 23.290 Euro. Damit reiht sich der Hyundai genau zwischen dem Mazda CX-3 und dem teureren Peugeot 2008 ein. Dass letzterer nicht mehr Punkte in diesem Kapitel des Vergleichstests sammelt, liegt nicht nur am hohen Anschaffungspreis, sondern auch am kläglichen Garantieumfang. Die zwei Jahre sind gerade mal gesetzlich vorgeschrieben. Mazda legt dagegen noch ein Jahr drauf. Dass Hyundai für alle Modelle volle fünf Jahre Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung übernimmt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

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Messwerte & technische Daten: Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008

AUTO ZEITUNG 20/2021Hyundai Bayon
1.0 T-GDI
Mazda CX-3
Skyactiv-G 2.0
Peugeot 2008
1.2 PureTech 130
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.3/4;
Turbo;
48-V-Riemen-
Starter-Generator
4/4;3/4;
Turbo
Hubraum998 cm³1998 cm³1199 cm³
Leistung88 kW/
120 PS
89 kW/
121 PS
96 kW/
130 PS
Max. Drehmoment172 Nm,
1500 - 4000 /min
206 Nm,
2800 /min
230 Nm,
1750 /min
Getriebe/Antrieb6-Gang,manuell
(elektr. geregelte
Kupplung)/
Vorderrad
6-Gang,
manuell/
Vorderrad
6-Gang,
manuell/
Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1130/1209 kg1184/1255 kg1192/1231 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)10,3 s9,1 s9,4 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)183 km/h192 km/h196 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
35,7/36,3 m34,9/34,6 m34,1/34,8 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)6,1/5,0 l S6,7/5,9 l S6,4/5,3 l S
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)145/120 g/km159/140 g/km152/127 g/km
Preise
Grundpreis23.290 €21.390 €24.550 €
Testwagenpreis23.690 €22.999 €26.550 €

von Markus Schönfeld von Markus Schönfeld
Unser Fazit

Trotz des Kleinwagen-Formats müssen in der Klasse der City-SUV kaum noch Alltagsabstriche gemacht werden. Selbst der kleinste im Testfeld, der neue Hyundai Bayon 1.0 T-GDI, kann mit gutem Raumangebot, soliden Fahrleistungen und überzeugendem Fahrkomfort glänzen. Dass es für den Koreaner sogar zum Gesamtsieg im Vergleichstest zwischen Hyundai Bayon, Mazda CX-3 und Peugeot 2008 reicht, ist dem niedrigen Verbrauch und dem top Preis-Leistungs-Verhältnis zuzuschreiben. Im zweitplatzierten Mazda CX-3 Skyactiv-G 2.0 fährt man mit dessen Sahne-Vierzylinder und der knackigen Schaltung allerdings dynamischer und mit mehr Fahrspaß. Doch beim Platzangebot muss der Japaner zurückstecken – auch gegenüber dem Peugeot 2008 1.2 PureTech 130, der auf dem dritten Rang landet. Ihm verhagelt das resolute ESP eine bessere Fahrdynamik- Wertung – und der hohe Preis mehr Punkte im Kostenkapitel. Sein kräftiger Dreizylinder ist dennoch eine gute und effiziente Wahl.

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