Ford Focus RS MK1: Kompakter Kampftrinker mit Rallye-Genen

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Der Ford Focus RS MK1 fahrend von schräg vorne.
Ford Focus RS MK1 Foto: Aleksander Perkovic

Vier Jahre dauerte es, bis sich der RS MK1 2002 als sportliche Speerspitze zur ersten Ford Focus-Generation gesellte.

Der Ford Focus RS MK1 fahrend von schräg hinten.
Ford Focus RS MK1 Foto: Aleksander Perkovic

Aus heutiger Sicht macht der RS gerade mit Hinblick auf seine Nachfolger nicht viel her. Doch der erste Eindruck täuscht.

Der Ford Focus RS MK1 fahrend von vorne.
Ford Focus RS MK1 Foto: Aleksander Perkovic

Der gerade einmal 1280 kg schwere Kompaktsportler beschleunigt nicht nur herausragend, sondern setzt besonders querdynamisch Akzente in seiner Klasse.

Der Ford Focus RS MK1 stehend seitlich.
Ford Focus RS MK1 Foto: Aleksander Perkovic

Happige 14,3 l Super Plus soff der RS damals im Test.

Das Cockpit des Ford Focus RS MK1.
Ford Focus RS MK1 Foto: Aleksander Perkovic

Das Großseriencockpit werten blaue Details sowie knackige Sportsitze auf.

Der Motor des Ford Focus RS MK1.
Ford Focus RS MK1 Foto: Aleksander Perkovic

215 PS (158 kW) und 310 Nm stehen im Datenblatt des Duratec-Motors.

Im Oktober 2002 betrat mit dem Ford Focus RS MK1 endlich ein Nachfolger des Escort RS Cosworth die Bühne. Trotz seines damals modernen Erscheinungsbildes gab er sich als Brutalo der alten Schule und war stets für ein blaues Wunder gut.

RS bei Ford, das war schon immer Rallyesport, ein wilder Auftritt und für gewöhnlich noch animalischere Fahreigenschaften. So jedenfalls ging auch der Escort RS Cosworth in die Motorsportgeschichte der Rallye-WM ein. Als 1999 der Ford Focus RS die Wertungsprüfungen der WRC erreichte, knüpfte er mit einem gewissen Colin McRae genau dort an. Für einen Titel reichte es allerdings nicht, obwohl die Focus-Generation MK1 zu den schnellsten Rallye-Boliden ihrer Zeit zählte. 2002 durften dann auch 4501 Zivilist:innen auf den Geschmack einer limitierten Straßenversion kommen. 30.665 Euro kostete der Spaß damals, immerhin etwas günstiger als Audi S3 und VW Golf R32.

Passendes Zubehör für den Klassiker:

Optisch trug der Ford Focus RS MK1 aus heutiger Sicht alles andere als dick auf: Die großflächig vergitterte Frontschürze im Aftermarket-Design gehörte mitsamt der Luftleitbleche an den vorderen Kotflügeln noch zu den mutigsten Stilelementen. Die bündig ins New-Edge-Design eingepassten Radhausverbreiterungen gingen unter, ebenso wie das winzige RS-Abzeichen an der Tür. Dass auch in Sachen Heckspoiler (Diese Spoiler-Typen gibt es) und Auspuffanlage viel Luft nach oben blieb, bewiesen die nachfolgenden Generationen eindrucksvoll. Im Innenraum dasselbe Spiel: Traumhafte Recaro-Sportsitze und ein Alu-Schaltknauf trafen auf die zerklüftete Plastiklandschaft der Großserie mit nur wenigen blau abgesetzten Highlights.
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Video: AUTO ZEITUNG

Ford Focus RS MK1 ist ein Brutalo der alten Schule

Verstecken brauchte sich der Ford Focus RS MK1 eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil: Mit 215 PS (158 kW) spielte der Kölner in der Champions League der Kompaktgranaten und pfiff dabei auf den Allradantrieb seines WRC-Bruders oder Schadenfreiheits-verlängernde Systeme wie ein ESP (Die Funktionsweise des ESP erklärt). Als Sportler alter Schule setzte er stattdessen auf ein Sperrdifferential (So funktioniert ein Differential), um den früh und vehement einsetzenden Turbo-Schub in Kurven die Abrissbirnen-Qualitäten zu nehmen. Wer den RS auch nur einen Hauch überfuhr, landete dennoch schneller im Straßengraben als man "Duratec" sagen konnte. Ihr blaues Wunder erlebten auch besagte Audi S3 und Golf R32 in einem Vergleichstest der AUTO ZEITUNG 24/2002. Dort sprintete der Focus mit 6,5 s schneller auf 100 Sachen als seine stärkeren und mit Allrad ausgerüsteten Rivalen.

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Noch verblüffter zeigte sich das Testteam bei der Slalomfahrt, wo der Ford Focus RS MK1 beinahe auf Lamborghini-Niveau durch die Gassen schoss. Besonders viel Lob erntete die rückmeldungsfreudige und vor allem zackige Lenkung sowie die satte Straßenlage, die aber durch eine hartgesottene Feder-Dämpfer-Abstimmung erkauft wurde. Als kompromissloses Sportgerät spielte der Durst des Zweiliter-Duratec-Vierzylinders in Verbindung mit lediglich fünf Vorwärtsgängen nur eine untergeordnete Rolle. Ein Testverbrauch von 14,3 l Super Plus (Diese Benzinsorten gibt es) gehörte dann auch zu den großen Minuspunkten, die den Focus weit abgeschlagen auf den dritten Platz im Vergleich beförderten. Doch wer einmal mit dem RS MK1 über die Rennstrecke wildern durfte, schießt die gölfische Summe seiner Eigenschaften getrost in den Wind.