Abhängig von China & USA: Alternativmärkte für Audi, BMW & Co.
Die deutschen Autokonzerne müssen ihre Abhängigkeit von China und den USA reduzieren. Welche Märkte kommen dafür überhaupt in Frage? Eine Analyse.
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Audi, BMW, Mercedes & VW in China und USA massiv unter Druck
Es war eine schöne, bequeme Zeit: In den 2010er-Jahren war VW in China unangefochtener Marktführer. Audi, BMW und Mercedes dominierten das Premiumsegment. Doch diese Zeiten sind vorbei, die deutschen Marken stehen in der Volksrepublik – wie die chinesischen Hersteller übrigens auch – extrem unter Druck. Der Wettbewerb im größten Automarkt der Welt wird immer ruinöser. Auch der zweitgrößte Absatzmarkt, die USA, sind unter Präsident Donald Trump (so droht er VW, BMW & Co.) immer unberechenbarer geworden.
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Analyse: Diese alternativen Märkte gibt es für deutsche Autobauer
Es wird also Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. So gilt Indien bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten als Automarkt der Zukunft. Das noch vor China bevölkerungsreichste Land der Erde hat einen enormen Nachholbedarf, was die individuelle Mobilität angeht. Die Autoverkäufe auf dem Subkontinent sind seit 2019 um satte 44,3 Prozent gewachsen. Mit 4,3 Mio. Neuzulassungen liegt Indien mittlerweile vor Deutschland und Japan. Im Zentrum steht jedoch die günstige Einstiegsmobilität, der Premiummarkt ist kaum ausgeprägt. Zudem sind die heimischen Hersteller Maruti Suzuki, Tata und Mahindra sehr dominant. VW kommt gerade einmal auf 0,8 Prozent Marktanteil.
Eine deutlich längere Geschichte verbindet die Wolfsburger mit Südamerika: In Brasilien ist VW schon seit den frühen 1950er-Jahren aktiv und lag mit vor Ort entwickelten Modellen über Jahrzehnte an der Spitze der Verkaufscharts. Doch 2014 zog Fiat vorbei, auch Chevrolet und Hyundai setzten VW zu. Zudem erlebte Südamerika eine Wirtschaftskrise, die Autoverkäufe sanken ab 2019 um 11,8 Prozent. Mit 3,2 Mio. Neuwagen liegt der Kontinent jedoch noch vor dem deutschen Automarkt.
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Mit Wachstum punkten die sogenannten Tigerstaaten Asiens. Sie sind in den letzten Jahren im Schatten Chinas von Entwicklungs- zu Industrieländern aufgestiegen. Insgesamt nahmen Märkte wie Malaysia, Indonesien oder Thailand im Vorjahr (2024) 2,8 Mio. Autos ab. Im Gegensatz zu Südamerika gibt es hier eine schnell wachsende Oberschicht, die auch die Verkäufe der Premiummarken ankurbelt, an der Spitze BMW und Mercedes. Kein Wunder, dass sie in der Region auch erste Montagewerke betreiben. VW steht in den Tigerstaaten dagegen auf verlorenem Posten: Zu stark ist die Dominanz vor allem der japanischen Marken.
Für die Premiumhersteller noch attraktiver zeigt sich der Nahe Osten. In Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in Kuwait sind große Automärkte entstanden: Seit 2019 hat sich der Absatz mit einem Zuwachs von 80,5 Prozent auf 2,1 Mio. Neuzulassungen fast verdoppelt. Zwar genießen BMW und Mercedes in der arabischen Welt einen hervorragenden Ruf, doch auch hier werden ihnen die Erfolge nicht in den Schoß fallen: Premiummarken wie Lexus und Genesis stellen ernstzunehmende Konkurrenten dar.
Südafrika wird ebenfalls immer wieder als alternativer Wachstumsmarkt für die Deutschen angeführt. Aber im Vergleich zu den anderen genannten Regionen ist der Markt am Kap mit 351.556 Verkäufen in 2024 sehr klein. Zudem fallen die Wachstumspotenziale gering aus. Im Gegenteil: In den vergangenen fünf Jahren ist der Absatz in Südafrika leicht geschrumpft.
Fazit
Die deutsche Autoindustrie sollte China noch nicht verloren geben. Trotzdem ist es ratsam, auf neue Märkte zu setzen und dort die Grundlagen für künftiges Wachstum zu legen. Zwar sind die Alternativen kleiner als China, doch gerade die Premiumhersteller zielen nur auf spezielle Segmente. Und können sich Porsche zum Vorbild nehmen: Bei dem Sportwagenbauer haben die Wachstumsmärkte 2025 bereits die Verkäufe in China übertroffen. Sie sind nun der drittstärkste Absatzmarkt nach den USA und Europa.










