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Nach dem Boom: Warum Chinas Autobauer ums Überleben ringen

Markus Bach Chefredakteur Crossmedia

Auf dem größten Automarkt der Welt wird der Wettbewerb immer ruinöser. Das trifft nicht nur VW, BMW & Co., sondern vor allem die chinesischen Marken.

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Inhalt
  1. Deutliche Überkapazitäten auf dem chinesischen Automarkt
  2. 123 Hersteller kämpfen allein in China um Kundschaft
  3. Neun Autobauer allein 2025 schon pleite
  4. Fazit

 

Deutliche Überkapazitäten auf dem chinesischen Automarkt

Von Deutschland aus betrachtet sieht es so aus, als würden jedes Jahr unzählige neue chinesische Hersteller an den Start gehen. Kaum auf dem Markt, verkaufen sie in ihrer Heimat schon hunderttausende Autos und bieten eine breite Modellpalette an, zumeist Elektrofahrzeuge. Doch blickt man nach China selbst, findet man keine mächtigen Hersteller, die vor Kraft kaum laufen können und nun die ganze Welt erobern wollen. Im Gegenteil: Zahlreiche chinesische Marken kämpfen aktuell ums Überleben. Seit dem Ende der Corona-Pandemie hat sich der Wettbewerb in China immer weiter verschärft. Darunter leiden auch die ausländischen Konzerne wie etwa VW und Hyundai, deren Marktanteile gesunken sind.

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

Doch die Krise trifft vor allem die heimischen Hersteller. Sie haben angesichts des fast ununterbrochenen Wachstums in China erhebliche Überkapazitäten aufgebaut. So wurden 2022 über eine Million Neuwagen in der Volksrepublik mehr produziert oder importiert als verkauft. Dabei ist das nur die Spitze des Eisbergs: Brancheninsider gehen davon aus, dass pro Jahr bis zu 50 Mio. Autos in der Volksrepublik gebaut werden könnten – 2024 fanden jedoch "nur" 27 Mio. auch Käufer:innen. Zwar versuchen die chinesischen Marken, ihre Überproduktion vermehrt im Ausland abzusetzen. Aber durch die hohen Importzölle – etwa der EU und der USA – bleiben die größten Märkte für sie verschlossen.
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Der Yangwang U8 (2024) im Fahrbericht (Video):

 
 

123 Hersteller kämpfen allein in China um Kundschaft

Nicht nur die Masse der in China produzierten oder importierten Neuwagen erreichte 2024 mit 28 Mio. Autos einen neuen Höhepunkt. Auch die Anzahl der Marken stieg in ungeahnte Höhen. So buhlen in China 123 Hersteller um Kundschaft. Zum Vergleich: In Deutschland sind es mit 62 Marken die Hälfte. Im Mai 2025 zündete BYD eine neue Eskalationsstufe: Der Marktführer in China senkte die Preise um rund ein Drittel. Der Kleinstwagen BYD Seagull zum Beispiel kostet nun umgerechnet 8300 Euro. Bei uns wird das Modell als Dolphin Surf für 22.990 Euro angeboten. Große Konkurrenten wie Geely und Leapmotor zogen nach und verbilligten ihre Neuwagen. 

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Doch nun scheint der Preiskrieg einen wunden Punkt erreicht zu haben: Die Aktienkurse der chinesischen Autohersteller stürzten ab. Um ihre Werke weiter auszulasten, produzieren gerade kleinere Hersteller nicht mehr kostendeckend. Und bei den größeren Marken schrumpfen die Gewinnmargen aufgrund der Preissenkungen immer schneller. Dramatisch, denn die Firmen haben ihren schnellen Aufstieg mit Krediten finanziert, die sie weiter bedienen müssen.

 

Neun Autobauer allein 2025 schon pleite

Allein im ersten Halbjahr 2025 warfen neun chinesische Hersteller das Handtuch. Zuvor verschwanden bereits Zotye, Weltmeister und die auch in Deutschland angebotenen Marken Brilliance, Borgward und Aiways. Die Regierung bestellte die Manager der großen Autokonzerne zu einem Krisentreffen ein. Peking wünscht sich eine geordnete Konsolidierung, keine unkontrollierbare Krise. Und gießt doch weiter Öl ins Feuer: So beenden zahlreiche Provinzen ihre Umtauschprämien für Elektroautos und Plug-in-Hybride.

 
Markus Bach Markus Bach
Unser Fazit

Der Automarkt in China ist schon seit Jahren nicht mehr gesund. Doch das ständige Wachstum konnte die Bruchstellen bisher verdecken. Als Erstes traf es zudem die ausländischen Importeure. Nun hat der Preiskampf auch die chinesischen Marken erreicht. Sie haben ihre Produktionskapazitäten zu stark ausgebaut. Außerdem fehlt es ihnen an finanziellen Rücklagen. Das ist die Chance für VW, Mercedes & Co.: Wenn sie die nächsten Jahre in China durchhalten, könnten sie von der Marktbereinigung profitieren.

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